Was bin ich?


Ich hatte, als ich anfing blogs zu lesen, eine Diskussion mit Robin.
Angefangen hat meine Auseinandersetzung mit dem Feminismus mit der #aufschrei Debatte. Ich fand die Behandlung Brüderles schon sehr ungerecht. Ich bin zwar noch nicht in seinem Alter, aber wenn mich Nachts an einer Bar jemand schief anlabert, dann könnte ich ähnlich reagieren. Es gab dann einen Artikel in der FAZ, der mich etwas aufgerüttelt hat:  Ende des Patriachats Ich habe mich dann etwas mit dem Feminismus beschäftigt. Ich bin wer, der sicherlich nicht vorurteilsfrei ist, aber doch wer, der seine Vorurteile hinterfragt. Also.. hab ich mich in das Emmaforum begeben. Mein post da:

Die Sicht eines Mannes

Ich habe mich vor ein paar Tagen hier angemeldet. Zugegeben, ich bin was Feminismus angeht relativ unbeschrieben.
Definitionsmacht, Patriachat.. alles relatives Neuland für mich.
Ich kam über den Thread „Wie kann man Feminismus negativ finden“ hier in das Forum. Inzwischen habe ich hier einiges gelesen. Ich sehe bei doch sehr vielen Beiträgen meine Vorurteile dann doch bestätigt.
Mein Post hier ist nur mein Empfinden, ich nehme nicht für mich in Anspruch für „die Männer“ oder gar für alle Menschen zu sprechen.
Fangen wir mit der „Definitionsmacht“ an. Frau soll also bedingunglos geglaubt werden, wenn sie eine sexuelle Nötigung anzeigt. Dass das jeglichem rechtstaatlichem Grundsatz entgegenspricht, ist eine Sache. Aber man liest hier auch so ein bischen raus, dass Prostitution ja eigentlich auch eine Vergewaltigung ist. Und Pornographie Konsum auch, oder zumindest Vergewaltigung unterstützt.
Schlimm finde ich es, wenn irgendjemand versucht, seine moralischen Werte anderen aufzuzwängen. Was nicht in eure Wertvorstellung passt, wird als falsch, und Frauenhassend abgestempelt.
Auch wird anscheinend mit zweierllei Maß gemessen. Da wir eine witzig gemeinte (zugegeben sehr flache) Zeitungswerbung als frauenfeindlich eingestuft und verurteilt. Habt ihr die Witze in der Emma schon gelesen? Ist die Emma männerfeindlich?
Männerprobleme (kürzere Lebenerwartung, Obdachlosigkeit) wird bagatellisiert oder auf männliches Verhalten zurückgeführt, Frauenprobleme durch das Patriachat erklärt, welches es zu bekämpfen gilt.
Die Emanzipation der Frau war und ist ungeheuer wichtig, dem derzeit gelebten Feminismus stehe ich sehr negativ gegenüber. Sollte irgendwann eine genderneutrale Gleichberechtigungsbewegung entstehen, dann bin ich gerne einer der größten Unterstützer. Die Community hier scheint dies nicht zu sein.
Wie Eingangs gesagt, nur meine ganz persönlicher Eindruck.

Der Post und die Reaktionen darauf kann man hier lesen

Ich sehe mich nun nicht wirklich als Maskulisten. Ich bin gegen den realexistierenden Feminismus. Anfangs habe ich mich deshalb als Antifeminist bezeichnet, was Robin sehr gegen mich aufbrachte. Humanist? Equalist? Einfach nur normal? Liest das hier irgendwer?

15 Gedanken zu „Was bin ich?

  1. „Liest das hier irgendwer? “
    Ja.

    „Ich sehe mich nun nicht wirklich als Maskulisten“
    Das ist natürlich Definitionssache, es gibt nicht DEN Maskulismus, sondern viele Varianten. Was es genau bedeutet und wofür sich Mehrheiten bilden, wird sich zeigen, aber dazu brauchtes noch viele Diskussionen.
    Aber um mit der Frage „Was bin ich?“ voranzukommen, können wir aber auch einen Werbespruch der Konkurrenz adaptieren:
    “Bist du für Gleichberechtigung? Dann bist du Maskulist!”

    • hmm.. nein. bei Miria habe ich Folgendes geschrieben:
      Ich bin, so wenig wie du, ein PC-Wortnazi, aber eine Gleichberechtigungsbewegung Feminismus zu nennen, ist schon etwas sexistisch, oder?😉 Wie bei EMN geschrieben, Feminismus setzt sich für Frauenrechte ein. In einer Zeit, in der Männer mehr Rechte hatten, führte das zu mehr Gleichberechtigung. Wäre der Feminismus auf Gleichberechtigung (und nicht auf mehr Frauenrechte) ausgerichtet gewesen, dann hätte es auch direkt am Anfang z.b. für eine Wehrpflicht (und nicht eine Wehroption) für Frauen fordern müssen (oder eben die Abschaffung der Wehrpflicht).

      Das gilt auch umgekehrt😉

      • „eine Gleichberechtigungsbewegung Feminismus zu nennen, ist schon etwas sexistisch, oder?“

        Eine Bewegung, die sich Gleichberechtigung auf ihre Fahnen schreibt, geht davon aus, die Interessen einer nicht gleichberechtigten sozialen Klasse zu vertreten. In diesem Sinne war früher der Feminismus und ist heute der Maskulismus eine Protestbewegung (unabhängig davon, der einzelne sich bewußt dazuzählt). Wenn die Nichtgleichberechtigung plausibel dargestellt wird, dann ist die Bewegung nicht per se sexistisch, weil sie nur für sich selber mehr Rechte fordert. Daß die andere Partei ggf. beschuldigt wird, die ungleichen Rechte verursacht zu haben, ist kein Sexismus, sofern die Anschuldigung plausibel ist.

        „Wäre der Feminismus auf Gleichberechtigung (und nicht auf mehr Frauenrechte) ausgerichtet gewesen, …“
        Wenn man Feminismus und Makulismus mit Parteien vergleichen will, dann vertreten Sie zuallervorderst die Interessen ihrer Mitglieder und definieren nicht, welche Interessen die Gegenpartei doch bitte haben soll. Diese Haltung wird nicht zu Unrecht als „benevolent sexism“ (s. http://maninthmiddle.blogspot.de/p/antifeminismus.html#benevolentsexism) bezeichnet und kritisch gesehen.
        Um nicht mißverstanden zu werden: ich plädiere hier nicht dafür, von vorneherein feindlich zu sein. Sondern dafür, daß jede Seite erst mal mit sich selber ins Reine kommt und weiß, was ihr wirklich wichtig ist, und daß auf dieser Basis eine konstruktive Debatte geführt wird, in der die Kompromisse ausgehandelt werden.

          • @ Mittelmann

            Aber um mit der Frage “Was bin ich?” voranzukommen, können wir aber auch einen Werbespruch der Konkurrenz adaptieren:
            “Bist du für Gleichberechtigung? Dann bist du Maskulist!”

            Also ich bin kein Maskulist! Ich finde solche Begriffe albern. Wie man an der imaginierten Reaktion einer Feministin auf meinen Ausspruch erkennen kann, dienen Bezeichnungen wie „Maskulist“ vor allem der Denunzierung und Diffamierung. Würde eine Feministin mein Blog sehen, würde sie sofort scheien: Maskulist!

            Ich bin aber keiner. Aber ganz unabhängig davon sind diese Begriffe unnötig. Du wirst an deinem Denken und deinen Aussagen gemessen. Fertig.

            Ich frage mich schon, warum einige in der Männerbewegung tatsächlich diesen begrifflichen Blödsinn wiederholen möchten, den der Feminismus bereits vorgelegt hat. Ich empfinde bereits den Begriff „Feminismus“ als Anmaßung.

            Da steckt schon des Pudels Kern bzw. der Beginn einer negativen Dynamik. Wer sich mal die politischen Ismen der letzten 150 Jahre anschaut, der wird immer die gleichen negativen Dynamiken feststellen. Deshalb vor allem lehne ich den Begriff Maskulismus ab.

            • „Ich empfinde bereits den Begriff “Feminismus” als Anmaßung“
              Wenn man Feminismus als Lehre von der geistigen / moralischen / politischen Überlegenheit von biologioschen Frauen definiert, dann ist das in der Tat Anmaßung.
              Wenn man Feminismus als Interessenvertretung der Frauen ansieht, dann ist das Demokratie.

              „…dienen Bezeichnungen wie “Maskulist” vor allem der Denunzierung und Diffamierung“
              Richtig beobachtet. Meinungsgegner in sozialen Konfikten zu denunzieren, ist eine alte Kampftechnik. Der Endsieg ist erreicht, wenn der Meinungsgegner die Denunziation so verinnerlicht hat, daß er sich gar nicht mehr an Debatten beteiligt und schon den Gedanken, er könne eigene Interessen haben und sie als gleichberechtigter Verhandelnder klar äußern, als amoralisch unterdrückt. Ich fürchte, da muß die Männerwelt noch an ihrem Bewußtsein arbeiten. Ob man sich dabei oder danach “Maskulist” nennt, ist theoretisch zweitrangig. Allerdings zählen Symbole sehr für das Bewußtsein.

            • Und was spricht dagegen, Gleichberechtigung in einer Strömung zu vereinen?
              Ja, ich glaube, dass es auch die Männerseite, schon alleine als Gegengewicht zum Feminismus geben muss. Aber muss man die Fehler des Feminismus wiederholen?

          • @tom: … mich auch einsetzen mag, wenn Frauen ungerecht behandelt werden…“

            Kein Problem, jeder ist gegen offensichtliches Unrecht.
            Die Frage ist nur, welche Themen / Debatten Gegenstand von Feminismus oder Maskulismus sind. Die hohen Energiepreise (von denen alle Männer bzw. Frauen betroffen sind)? Die Probleme, mit denen sich EMN gerade (am 11.11.) herumschlägt: http://erzaehlmirnix.wordpress.com/2013/11/11/mein-schluppi-gehort-mir/ (von denen alle Frauen betroffen sind)? Oder weibliche Genitalverstümmelung (von denen nur Frauen, aber nicht alle, betroffen sind)?

            Das sind alles für meinen Geschmack keine originären feministischen oder maskulistischen Themen, weil es gar keinen Interessengegensatz zwischen Männern und Frauen gibt. Frauenquoten oder die ganze Aufschrei-PC hingegen schon.Ich habe auf http://maninthmiddle.blogspot.de/p/maskulismus-in-zwei-minuten.html versucht, anhand von Beispielen diesen Interessengegensatz zum Hauptmerkmal zu machen, was Maskulismus bedeutet.
            Kann man auch anders sehen, allerdings muß man dann eine andere Grenze ziehen, was nicht ganz einfach ist.

  2. Ich lese es auch🙂
    Den begriff Antifeminismus finde ich auch nicht so gelungen, weil er zu umfassend ist. Für vieles, für das Feminismus an sich steht, aber eben nicht unbedingt der heutige radikale Genderfeminismus, bin ich ja durchaus, eben für Gleichberechtigung etc

  3. @tom174 on November 12, 2013 at 10:43 „Aber muss man die Fehler des Feminismus wiederholen?“

    so ganz verstehe ich den Kommentar nicht. Der Feminismus hat viele Fehler, welcher ist hier gemeint? Wenn gemeint war, daß „der Feminismus“ (wer das genau ist, lassen wir noch offen) die Interessen der Frauen vertritt, dann halte ich das nicht für einen Fehler. Männer und Frauen ticken nun mal statistisch anders, beide Seiten sind selbst bei gutem Willen nicht fähig, die andere Seite wirklich zu verstehen. Deshalb muß jeder für sich selber sprechen.

    Eine etwas sarkastischere Antwort könnte aus dem Verweis auf diesen Artikel bestehen: http://www.welt.de/regionales/hamburg/article121798119/Empoerung-ueber-geplante-Maennerquote-an-Unis.html oder beliebigen ähnlichen, die man eigentlich nur als Kriegserklärung an die Männer verstehen kann. Dieser Feminismus (der Frauen, die auf Machtpositionen sitzen und die Pfründe verteilen) will keine Gleichberechtigung, und ich möchte mit solchen Leuten auch nicht in einer Strömung vereint sein.

    • Der Grundfehler: Nur eine Seite zu vertreten (und dann noch unter dem Banner wir sind für Gleichberechtigung). Oder noch besser: Die Mann-Frau Front überhaupt erst aufzumachen. Es geht hier um eine Gesellschaft, wenn ich die ändern will, dann am besten zusammen und nicht gegeneinander. Ich unterstütze sicherlich eine ganze Menge maskulistischer Forderungen, und ich würde auch ganz viele feministische Forderungen komplett ablehnen.
      Wenn man sich in Gruppen zusammentut, Fronten erkennt, dann führt das ganz schnell ein seltsames Eigenleben. Meinungen werden verstärkt und man überbietet sich mit Forderungen. Schau dir zum Beispiel das Emmaforenbiotop an. Das ist nun nicht nur typisch für den feminismus, vieles ist normale Gruppendynamik.
      Eine funktionale Gruppe, die wirklich für Gleichberechtigung, und nicht nur für die Beseitigung von Ungerechtigkeiten auf einer Seite, eintritt, kann ihmo kein Geschlecht im Namen tragen.

      • „Wenn man sich in Gruppen zusammentut, Fronten erkennt, dann führt das ganz schnell ein seltsames Eigenleben“

        Jetzt ist der Groschen bei mir gefallen. Ich glaube, wir sehen von verschiedenen Perspektiven auf das Problem, wie man das Verhältnis zwischen Männern und Frauen neu gestaltet:

        1. das benevolent sexism-Argument geht von der m.E. zutreffenden Annahme aus, daß jeder nur selber entscheiden kann, was ihm wichtig ist, und daß man zunächst zusammen mit Geschlechtsgenossen darüber diskutiert, also „einseitig“ darüber entscheidet. Erst danach verhandelt man mit den anderen.

        2. Das Gruppendynamik-Argument fokussiert auf die sehr reale Gefahr, daß dieser Prozeß in homogenen Gruppen zur Fanatisierung und Verhärtung der Fronten führt, also besser nicht alleine diskutieren und entscheiden, schon bei der Meinungsbildung soll die Gegenpartei mäßigend einwirken.

        Dieser scheinbare Widerspruch entsteht glaube ich dadurch, daß man unterschiedliche Annahmen über die, sagen wir mal Sozialkompetenz der Beteiligten an der Diskussion hat (und, um hier die Spieltheorie zu bemühen, Annahmen über die Sozialkompetenz der Gegenpartei). In fürchte, Fanatiker werden so oder so das Klima vergiften. Wenn alle konsensfähig sind, dann kommt bei beiden Verfahren das gleiche heraus.

        Diese Überlegungen sind allerdings insofern sehr theoretisch, als unterstellt wird, man würde die Diskussionen von null aus ohne Vorbelastungen anfangen. Im kleinen privaten Kontext kann das sogar ganz gut der Fall sein, und da würde ich auch Methode 2 bevorzugen.

        In der Politik (und die hatte ich unterstellt) sind wir in der Realität meilenweit von einer neutralen Grundsituation entfernt. Der Begriff Staatsfeminismus (http://maninthmiddle.blogspot.de/p/staatsfeminismus.html) kommt nicht von ungefähr, auch das oben verlinkte aktuelle Beispiel aus Hamburg spricht Bände: Der institutionalisierte Feminismus ist sozusagen eine hochgerüstete Armee, die ihre Stellungen vehement verteidigt; die Männerseite ähnelt eher diesem kleinen Dorf in Gallien, das hartnäckig Widerstand leistet. Wenn ich mich recht erinnere, hat erzählmirnix auf ihrem Blog vor einiger Zeit so ungefähr gesagt, die Makulisten hätten zur Zeit noch dem Underdog-Bonus, weil sie beim Kampf David gegen Goliath sowieso keiner ernst nimmt. Leider hat sie recht.

        Die Frage, ob durch eine isolierte Meinungsbildung die Fronten verhärtet werden, stellt sich m.E. auf der politischen Ebene hierzulande nicht: die Fronten sind längst da und ziemlich verhärtet, bzw. werden laufend weiter ausgebaut, s. http://www.spitzenfrauen-fragen.de/ und die dort gelisteten 10 Frauenverbände, http://www.career-women.org/ usw. usw. Diese Maschinerie bzw. besser gesagt die Frauenförderbranche läuft auf vollen Touren. Die brauchen unsere Hilfe nicht, die können das ganz gut selber.

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