Quotensenf


Ich habe heute astephanowitsch’s Meinung zur Quote bei den Piraten gelesen. Dort wird dann noch eine Präse von Laura Dornheim verlinkt.
In beiden Meinungen spiegelt sich eigentlich eines wider: Eine Quote wäre ein reiner Selbstzweck. Frauen dort zu repräsentieren. Egal ob genug Frauen einen solchen Job wollen oder nicht.

Siebtens: Quoten werden auf der Grundlage der Grundgesamtheit berechnet, die Repräsentiert werden soll. Politische Parteien treten mit dem Anspruch an, die Gesellschaft zu repräsentieren. Entscheidend ist deshalb, wie viele Frauen es in der Gesellschaft gibt, nicht, wie viele Frauen es in der Piratenpartei gibt. In der Gesellschaft sind das, wie oben gesagt, 50 Prozent, unter den Wähler/innen der Piratenpartei etwa 45 Prozent.

Dass ein Stephanowitsch an eine Partei wie den Piraten die Anforderung stellt, die Gesellschaft als Ganzes zu repräsentieren ist imho ebenso vermessen wie dumm. Das Parlament, mit seinen gewählten Vertretern, repräsentiert die Gesellschaft. Mir ist es absolut schnuppe ob ein Mann oder eine Frau Anliegen vertritt, die ich für richtig halte. Die Piraten hätten die 5% als netzkompetente Bürgerrechts Partei erreichen können, sie wurden zu einem Samelsurium von allem Möglichen, niemand weiss mehr, was sie wollen, darum gingen sie dieses mal auch wieder unter. Trotz der Snowden-Vorlage.

Laura Dornheim behauptet, es gebe keine Gründe gegen eine Geschlechterquote. Als Grund für eine solche Quote nennt sie einen: Gerechtigkeit.
Ist es wirklich gerecht, wenn ich 20 Bewerber für einen Job habe, 19 Männer und eine Frau, dass ich die Frau quasi nehmen muss? Kaum, oder? Ist das gerecht: (stephanowitsch)

Elftens: Eine Frauenquote ist ein Arbeitsauftrag an alle Mitglieder der Partei, dafür zu sorgen, dass ausreichend Frauen für Ämter und Mandate kandidieren. Vor allem die Männer, die Ämter und Mandate anstreben, sind gefordert, denn ohne ausreichende Kandidatinnen kommt eben kein Gremium und keine Liste zustande. Wie bewegt man Frauen dazu, zu kandidieren? Im Zweifelsfall, in dem man nett fragt. Und natürlich, indem man aufhört, sich wie ein frauenfeindliches Männerkollektiv zu verhalten. Beides eigentlich ziemlich einfach.

Die gläserne Decke ist doch mehr und mehr ein gläserner Fahrstuhl.
Bin ich eine Frau, und gehe in eine Quotenpartei, habe ich es viel leichter als ein Mann. Gleiches soll nun auch für die Wirtschaft gelten. Roths, Zensursulas, Nahlese.. na danke.

Laura geht kurz auf das GG Art. 3 ein:

Artikel 3
GG:
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche
Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und
wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin

Gleichberechtigung kommt von gleichem Recht. Was eine gesetzliche Quote schaffen würde, ist eben nicht gleiche Rechte, sondern unterschiedliche Rechte. Eine Quote wäre ein Schritt in Richtung Gleichstellung, ich kann mir nur schwer vorstellen, dass dies gedeckt wäre.

Ich glaube nicht, dass ein Geschlecht etwas über Fähigkeiten eines Individuums aussagt. Ich glaube auch nicht, dass ein Unternehmen leidet, wenn eine Frau es führt. Ich glaube aber sehr wohl, dass ein Unternehmen leidet, wenn es nicht die/den bestmögliche(n) KandidatIn einstellen darf.

5 Gedanken zu „Quotensenf

    • Er geht ja sogar weiter… wenn sich nicht genug Frauen finden, um die Quoten zu erfüllen, dann gibt es eben keine Gremien… Ich befürchte fast, dass sowas dann auch in der Wirtschaft gefordert werden wird😦

      • Den Vortrag von Fr. Dornheim find ich auch…. also er wird betitelt mit „I’ll prove you wrong“ – Gegenargumente mit „das ist nicht logisch, sondern nur ein Meinungsbild“ entkräften zu wollen ist mehr als schwach und es tut mir Leid, aber es hat meine Meinung über diese radikale Ausformung des Feminismus hierzulande nur einmal mehr bestätigt =/

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