Vermögen ist männlich, Schulden auch


Ich zehre ja immernoch von meiner Emma-Foren-Episode.
Eine Geschichte, die da oft kam, ist Armut ist weiblich. Stimmt denn das?
Destatis gibt folegende Zahlen: 18,1%der Männer und 21,1% der Frauen waren 2012 von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Männer haben also ein um 14% geringeres Risiko, als arm zu gelten.
Durchaus ein signifikanter Unterschied, aber nicht so, dass die Armutsrolle von einem Geschlecht beansprucht werden kann.
Ich habe dann noch bischen weiter geschaut. Die Zahl der männlichen ALG2 Empfänger liegt deutlich über der Zahl der weiblichen. Interessant fand ich folgenden Artikel in der Süddeutschen

Im Jahr 2007 hatten Männer in Deutschland nach den Berechnungen von Markus Grabka, Joachim Frick (DIW) und Richard Hauser (Universität Frankfurt) ein durchschnittliches Vermögen von knapp 109.000 Euro. Das waren 16.000 Euro mehr als fünf Jahre zuvor. Frauen hingegen konnten ihr Vermögen im gleichen Zeitraum nicht vermehren. Es stagnierte bei durchschnittlich 70.000 Euro. (….)
Besonders auffällig ist der Unterschied bei den Betriebsvermögen. Auf eine Frau, die als Unternehmerin Betriebsvermögen besitzt, kommen statistisch drei männliche Unternehmer, denen eine Firma gehört. Das erklärt einen erheblichen Teil der Unterschiede; Männer besitzen nach Grabkas Analyse im Schnitt fünfmal mehr Betriebsvermögen als Frauen (….)
Bei der Verschuldung zeigt sich ebenfalls ein Unterschied zwischen den Geschlechtern, allerdings ein gegenläufiger. Männer haben häufiger Schulden als Frauen; außerdem sind ihre Schulden höher. Besonders groß ist dieser Unterschied bei Geschiedenen: Frauen haben nach einer Scheidung im Schnitt Verbindlichkeiten von 9000 Euro; geschiedene Männer kommen statistisch auf etwa 23.000 Euro Schulden. Das widerspricht der gängigen These, Frauen seien in der Regel die ökonomischen Verlierer einer Scheidung: „Es deutet eher auf eine benachteiligte Position der Männer hin“,

Spricht tendentiell doch eher dafür, das Frauen in der Regel eher weniger Risiko eingehen als Männer, daher mehr gewinnen aber auch mehr verlieren können. Anekdote: Als ich damals meine ersten Aktienoptionen bekam, musste ich dafür 10.000 Euro bezahlen. Die hatte ich nicht, ich nahm einen Kredit dafür auf. Meine Frau (damals noch Freundin) erklärte mich für verrückt. Die 10.000 Euro wurden 7 Jahre später zu einem fast vollständig abbezahlten Haus (welches uns beiden je zur Hälfte gehört).
Auch bei der Altersarmut ist es kein weibliches Privilleg arm zu sein. Was mir aber spontan als Lösungsmöglichkeit einfiele, wäre einfach jegliche Unteraltszahlungen vom Brutto abzuziehen, der Empfänger versteuert diese dann bei sich und zahlt da dann auch die Sozialversicherungen. Das sollte das ganze abschmelzen und beide Parteien könnten damit leben.

Ein Gedanke zu „Vermögen ist männlich, Schulden auch

  1. Was zudem in dieser Berechnung nicht berücksichtigt wird und vieles verändert ist

    Zugewinnausgleich: Einige Positionen mögen formell Männern gehören, die Frau hätte für den Fall einer Scheidung aber Ansprüche auf Zugewinn. Solange man sich nicht scheiden lässt kann sie meist vollständig mitnutzen und über Ausgaben auch häufig voll mitentscheiden

    Versorgungsausgleich: Die Frau mag eine geringere Rente haben, sie wird jedoch gemeinsam verbraucht, im Fall der scheidung haben beide auch gleich viel

    Unterhalt:
    Bei der Berechnung der Armut werden Unterhaltszahlungen vollständig ausgeblendet. Damit werden große Transfers zugunsten von Frauen und damit acuh große Abzüge bei den Männern vernachlässigt.

    Ein theoretisch gut verdienender Mann kann dann bei voller Arbeit bei 1100 € landen (der Selbstbehalt im Unterhaltsrecht)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s