Frankreich stimmt über ein neues Prostitutionsgesetz ab


Heute im Spiegel
„Frauen, die ihren Körper anbieten, sollen künftig nicht mehr bestraft werden – dafür aber Kunden, die das Angebot annehmen“
Die Logik dahinter wird sich mir nie erschliessen. Ich halte es ja generell für falsch, Prostitution unter Strafe zu stellen. Aber den Verkauf zu erlauben, den Kauf aber nicht.. Wofür ist das gut? Auf der einen Seite, klasse, dass Prostituierte nicht mehr bestraft werden (was auch immer der Tatbestand des „Kundenfangs“ ist). Aber der Kunde? Wie kann das gerecht sein? Wenn Geld gegen Sex falsch ist, wie kann dann Sex gegen Geld ok sein? Man stelle sich vor, der Verkauf von Drogen wäre legal, der Konsum aber nicht..
Was erhofft sich das französische Parlament davon?

„Das ist ein Vorstoß zur Abschaffung der Prostitution“,

Bringen wir den Freiern bei, dass es falsch ist, Sex zu kaufen, lassen das Angebot aber legal. Wenn sie es ersteinmal gelernt haben, dem Angebot zu widerstehen, dann fehlt ihnen später das Angebot nicht mehr.
Warum sollte eine umtriebige Prostituierte auch nicht auf die idee kommen, nach getaner Arbeit in Erinnerung zu rufen, dass sich Freier nun strafbar gemacht hat, und ihr Schweigen 100Euro teuer ist?
Die einzige Rechtfertigung für ein solches Gesetz wäre die: Die Frauen will man nicht bestrafen, weil sie ja Opfer einer Notlage sind. Durch die Bestrafung der Freier hofft man, dass der Markt kleiner wird, somit die Prostitution weniger. An der Notlage, dem Grund, warum sich jemand prostituiert hat man nix getan, aber wenigstens sieht man es nicht mehr. Die Frauen sollen doch bitte in ihren Heimatländern verhungern, sich in einem anderen Land prostituieren, oder sonst wie schauen, dass sie klarkommen. Ziemlich heuchlerisch.

2 Gedanken zu „Frankreich stimmt über ein neues Prostitutionsgesetz ab

  1. Ist auf jeden Fall die ökonomischere Art so ein Verbot durchzusetzen. Jetzt müssen die Polizisten nur noch dort warten, wo die Nutten als Lockvogel stehen und können schön mit dem Arsch im warmen Auto hocken bleiben.

  2. Das Gesetz ist ganz praktisch um repressiv gegen Freier und Prostituierte vorzugehen, ohne dabei offensichtlich die armen Frauen zu verfolgen.

    Freier kann man mit Lockvögeln erwischen (der Traumjob für junge, weibliche Polizistinnen, die bestimmt diesen Beruf gewählt haben um Andere zu Straftaten zu verführen…), solche Lockvögel können natürlich auch im Internet agieren.

    Aber auch zur Mittel der Repression gegen Prostituierte kann man es verwenden.
    In dem man die Orte überwacht wo sie ihrer Tätigkeit nachgehen kann man die Freier erwischen.
    Prostituierte können als Zeugen vernommen werden, ihre Telefon- und Internetverbindungsdaten als Beweismittel verwendet werden.
    Ich gehe nicht davon aus, das die Prostituierten das Recht haben werden die Aussage zu verweigern, schlie0liuch geht es um ernste Verbrechen.
    Wenn man nur genügend indirekten Druck auf die Prostituierten ausübt (natürlich „nur“ um an die Daten der kriminellen Freier zu kommen…) wird die Prostitution sich schon in andere Viertel oder in den Untergrund verlagern.
    Problem aus der Sicht, Problem gelöst.

    Als Mittel der Repression ist das Gesetz also geeignet, zum Schutz der Prostituierten eher weniger.
    Für Freier wird es wichtiger werden die entsprechenden Kontakte Zuhältern zu besitzen die als vertrauensvolle Vermittler dienen, Prostituierte ohne Zuhälter oder ohne Zugang zu einem sicheren Kommunikationsmittel werden es schwerer haben,
    Sichere Kommunikationsmittel könnten natürlich Webseiten sein die im Ausland gehostet werden, aber da bietet sich als Lösung eine Netzsperre auf Providerseite an.

    Das Gesetzt wird – wenn es konsequent angewendet wird – also zu einer steigende Anzahl von Verurteilungen von Zuhältern und Freiern führen und dafür mehr Repression gegen die Prostituierten (die ihre Zeugenaussagen machen müssen) generieren.
    Dafür wird Frankreich wieder ein moralisch sauberes Land, in dem man keine Frauen kaufen kann.
    Vermutlich wird das Problem der Pornographie als nächstes angegangen, wer will schon in einem Land leben in den frauenfeindliche Pornographie einfach erhältlich ist ?

    Alles im allen ein Sieg der moralischen Mehrheit über die unmoralische Masse.

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