Movember…


Robin kritisiert die mangelnde Resonanz der Movembers in der (männlichen) Blogosphäre. Warum ist das so?
Nun, ich kann nur für mich sprechen. Ich habe letztes Jahr kurz mitgemacht. Allerdings… Schnurrbart geht nunmal gar nicht. Ich bin da schon bischen was eitel, ganz ehrlich.
Der Movember bei uns in der Firma (internet-affin) ist schon bekannt, und es machen auch immer ein paar mit. Es wird darüber gesprochen, und damit ist schon die halbe Miete erreicht.
Man könnte Robin’s Post einfach als Aufforderung verstehen, endlich mal was Konstruktives zu tun.
Männer, kümmert euch um euch selber!
Ist ja eigentlich ganz ok. Aaaaaber:

Was glaubt MANNdat, warum öffentliche Gelder für die Erforschung z.B. von Brustkrebs etc. ausgegeben werden? Etwa, weil sich irgendein Politiker mal hingestellt und gerufen hat: “Hey, spontane Idee – pumpen wir doch mal ein paar Million Steuergelder in die Frauengesundheit! Veranlassen wir Studien! Zwingen wir die Krankenkassen, wichtige Vorsorgeuntersuchungen zu übernehmen! Drucken wir ein paar Sticker!” Und alle so “Yay!” oder was? Nein! Gelder werden für diese Problemfelder heutzutage zur Verfügung gestellt, weil verdammt noch mal viele Frauen, vermutlich längst nicht alles Feministinnen, der Politik jahrelang damit auf den Sack gegangen sind!

Warum gingen Gelder da in die Forschung? Meine Meinung da: Weil Frauen IMMER mit mehr Empathie begegnet wird. Von beiden Geschlechtern. Das „Pink Ribbon“ wird demnächst ganze 20 Jahre alt. Die Forschungsgelder fliessen allerdings schon bedeutend länger. Ja, die Gesellschaft versucht tatsächlich vieles, um das Wohl ihrer Frauen sicherzustellen. Ich persönlich habe damit auch kein Problem. Ein Problem habe ich aber damit, dass das alles vom Feminismus abgestritten wird. Wo waren denn die Frauen, die damit der Politik auf den Sack gingen? Ich habe nichts gefunden (das heisst nicht zwingend, dass es da nichts gab). Ich halte es für wahrscheinlicher, dass Männer Frauen leiden sahen, und sie davor, ganz rollenkonform, beschützen wollten. So wie wir seit jeher zur Waffe greifen, um unsere Familien zu schützen, und unser eigenes Leid weniger wert ist.
Damit habe ich noch nicht einmal ein Problem.
Ich habe ein Problem damit, dass Feministen Frauen als benachteiligt hingestellen. Und zwar in allen Bereichen. Und deswegen müssen Männer sich ändern. Deswegen müssen diskriminierende Gesetze her. 50% Ministerposten, bei 30% Parteimitgliedern.. das ist doch nur gerecht, oder? Eine wirklich „gerechte“ Partei unterscheidet nicht zwischen männlich und weiblich, sondern inzwischen zwischen weiblich und nicht weiblich.
Wenn eine Quote wirklich dazu dient, vergangenes Leid wieder gut zu machen.. Wie wäre es mit 10 Jahren Wehrdienst für alle Frauen? Wäre doch nur gerecht, oder?

9 Gedanken zu „Movember…

    • So isse halt. Ich mag das ja eigentlich. Eigenverantwortung fordern und so, liegt ja voll auf meiner Linie. Wenn das alle immer täten, würde ich mich deutlich wohler fühlen😉

      • Hach ja, es ist schon so übelst lächerlich, mir zu unterstellen, jegliche Kritik abwürgen zu wollen, die ich doch bei den meisten radikalfeministischen Blogs auf der schwarzen Liste stehe, weil ich das eigentlich ständig tue… Hach ja❤

        Ich sehe das so: Berechtigte Kritik ist okay, pausenlos motziges "Und auch daran sind die Femis Schuld!" nicht, wenn es wirklich zu 99% das Hauptthema ist.
        Der Movember ist dafür doch einfach das perfekte Beispiel. Da ging's dann mal nicht um Frauen oder Femis, also wird er gar nicht behandelt. So ist es leider: Männerrechte sind in der Männerrechtsbewegung ein Posten im Stil von "und ferner liefen…". Daran haben Feministinnen definitiv KEINE Schuld.

        • Wenn du meinen eintrag gelesen hast, weisst du, warum das bei mir so ist. Der Feminismus ist imho nicht verantwortlich für die ungleiche verteilung der gesundheitsausgaben. Das lastet dem feminismus auch kaum wer (tut das irgendwer?) an.
          Ich laste dem Feminismus an (und auch deinem Feminismus), dass er den Anspruch erhebt, er wäre für Gleichberechtigung und gleichstellung, sich aber ausschliesslich um die Bereiche kümmert, in denen Frauen benachteiligt sind. Ich laste dem Feminismus an, dass man nicht gegen Teile sein kann, ohne als Sexist gebranntmarkt zu sein. Ich laste dem Feminismus an, dass er „Partizipation“ in den Spitzen fordert, ohne dass er vom unterbau gedeckt wird. Mit welcher wilden Argumentation kann man die Hälfte der Topjobs fordern, wenn man nur 30% des fussvolkes stellt (aktuell, SPD)?
          Ich laste dem Feminismus an, dass weiter Mädchenförderung für Schulen gefordert wird, wo doch offensichtlich ist, dass die Jungs schlechter abschneiden.

    • Ich hab das als Appell verstanden: „Männer, hört auf, euch um die zu kümmern, die euch aktiv schaden und versucht stattdessen, euch selbst zu nutzen; damit die Geschlechtertrennung noch weiter getrieben werden kann: Jeder für sich.“

  1. weil verdammt noch mal viele Frauen, vermutlich längst nicht alles Feministinnen, der Politik jahrelang damit auf den Sack gegangen sind!

    Wow, dieser „kriegt ihr doch erstmal auf die Reihe, was _wir_ schon seit Jahrzehnten hinkriegen!!1“ – Impetus.

    Man müsste es erst recherchieren, aber vermutlich war es wie bei allen Geschichten, die sich Feminismus als „hart erkämpft“ auf die Fahnen schreibt: Fast geschenkt, der Feminismus fand überwiegend in der Mainstreampresse statt. Wenn man so schöne Pöstchen extra dafür kriegt, um die Lage der Frauen zu verbessern, dann wird man nämlich dafür bezahlt „der Politik auf den Sack zu gehen“. Oder besser: Man ist selber Teil „der Politik“.

    Wo die Pöstchen herkommen? Man zauberte ab Mitte der 1970er den alten Dämon prügelnder/vergewaltigender Mann wieder aus dem Hut. Wie schon im 19.Jahrhundert stürzte sich die Presse geradezu darauf. Feminismus ist nun ein ganz schlechtes Vorbild, wenn man Politik durch Feindbildpflege kritisieren möchte.

    Robin interessiert sich freilich nur für Antike Geschichte, und natürlich ist das sowieso „Antifeminismus“. Was die Geschichte des Feminismus betrifft, hält sie es lieber mit gefälligen Mythen.

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