Rolle != Geschlecht


Die letzten Jahrzehnte hat sich ja die geschlechtliche Rollendetermination deutlich abgeschwächt. Für Frauen etwas mehr als für Männer, aber das ist eigentlich egal. Trotzdem tun manche immernoch so, als sei es gottgegeben, dass Frau sich um die Familie kümmert, Mann sich um die Kohle. Jegliche Frauenförderung ist damit begründet, dass Frau sich ja um die Kindern kümmern muss. Muss sie das? Hat jede Frau überhaupt Kinder? Kann Frau, die Karriere machen will, sich nicht einen Partner suchen, der sich um die Kinder kümmert?
Gründet man eine Familie, sollte man sich einigen, wie man die Aufgaben verteilen will, welche Ansprüche man an seinen Lebenstil hat, und ob „Karriere“ wirklich ein Wert an sich ist. Das strikte „Mann Geld, Frau Hausarbeit“ Modell kenne ich so in meiner Umgebebung nicht mehr. Der Mann, der weder kocht, noch wickelt, noch füttert.. der ist mir schon eine ganze Weile nicht mehr begegnet.
Ich finde es ja auch gar nicht schlecht, wenn Job und Familie vereinbarer werden. Ich hab da Glück, meine Arbeitszeiten sind recht flexibel, und wenn mal ein Kind krank ist, dann kann ich später anfangen, wenn Frau wieder aus der Schule zurück ist. Was in meiner Position nicht gegangen wäre, wäre eine Auszeit von mehreren Jahren. Danach hätte ich mir etwas Neues suchen müssen.
Auch der Kitaausbau ist eine gute Sache, für Leute, die das wollen.
Was aber ne ziemlich dümmliche Sache ist, ist die Quote auf Geschlechterbasis. Es gibt nämlich Frauen, für die Karriere das wichtigste ist. Nicht so viele wie Männer, aber doch ein paar. Warum sollen die einen Ausgleich für die Nachteile einer Rolle bekommen, die sie gar nicht einnehmen?

2 Gedanken zu „Rolle != Geschlecht

  1. „Warum sollen die einen Ausgleich für die Nachteile einer Rolle bekommen, die sie gar nicht einnehmen?“

    weil die auswirkungen von rollenerwartungen, die allgemeiner natur sind, auch zum tragen kommen, wenn man selbst die rolle gar nicht einnimmt. hier schreibt ein forensiker, wie das funktioniert:
    http://scienceblogs.de/bloodnacid/2012/10/12/kurz-notiert-unbewust-gegen-frauen/

    ob eine quote das richtige mittel dagegen ist, würde ich allerdings bezweifeln.

    • Hmm.. wenn Karriere und Kindereziehen sich nicht vertragen, dann brauche ich eine Frauenquote für Führungsjobs, die Führungsjobs werden dann von frauen gemacht, die gar keine kinder haben…. das macht keinen sinn, oder?

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