Unser neuer Justizminister..


Eben auf Spiegel.
Zuerst dachte ich, hm, vielleicht vermisse ich die LHS doch nicht so sehr. Am Ende des Artikels:

„Der Justizminister kündigte zudem an, eine Frauenquote nicht nur für Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen gesetzlich zu regeln, sondern notfalls auch für Vorstände. „Ich fürchte, auf Dauer wird daran kein Weg vorbeiführen. Die Beharrungskräfte sind hier nicht geringer als bei Aufsichtsräten“, sagte Maas. „Wir geben den Unternehmen zwar mehr Zeit, aber die sollten sie nutzen. Tun sie dies nicht, müssen wir weitere gesetzliche Maßnahmen erwägen.““

Und dann für Bereichsleiter und Abteilungsleiter und… Unternehmensgründer.
Bei den Gründungen habe ich hier was gefunden:

tabelle

Selbständige Frauen verwenden weniger Zeit auf die Arbeit. Von Frauen gegründete Unternehmen haben durchschnittlich nicht die Hälfte der Beschäftigten, und machen auch nur die Hälfte des Umsatzes pro Mitarbeiter wie die der Männer.
Auch gläserne Decke? Oder nicht doch einfach eine andere Präferenz? Besonders interessant finde ich den Unterschied zwischen den jungen und etwas älteren Unternehmen:
tabelle2

Die Unternehmer scheinen mehr auf Wachstum bedacht als die Unternehmerinnen. Das wirklich absolut wertfrei. Jeder möge so leben und sein Unternehmen so führen, wie er will. Aber es scheint doch wahrscheinlich, dass Frauen im Schnitt gar nicht um jeden Preis beruflich unglaublich erfolgreich sein wollen. Ihnen scheint „erfolgreich“ zu genügen. Ausnahmen gibt es da natürlich, und wenn der Preis durch eine Quote gesenkt wird, finden sich bestimmt auch Frauen, die Vorstand werden wollen. Natürlich ohne die 80h Wochen, die da Jahre davor auf der Karriereleiter notwendig sind, das ja nur Sexismus.
*edit* Hadmud schreibt auch dazu

10 Gedanken zu „Unser neuer Justizminister..

  1. Ich las einmal, dass Frauen eher auf selbständige Art „in ihre Umgebung eingebunden“ (sinngemäß) sein wollen. Das genügt ihnen mehrheitlich. Mir ginge das zuerst ja auch so.

    • kann ja jede gerne machen, wie sie will.Da spricht gar nichts dagegen.
      Wenn man denn unbedingt Frauen in den Vorständen haben will, dann geht das nicht top down sondern bottom up. Dann muss man den kleinen mädchen beibringen, dass geld das einzig wahre ist, gewinnen unendlich wichtig. Irgendwann will frau das dann vielleicht und ist bereit, karriere zu machen und den preis dafür zu zahlen. Ob das wirklich so toll ist? Das mag jede und jeder für sich entscheiden.

  2. Wunderbar, dieses ewige Renomierthema der SPD: In allen Unternehmen des DAX, MDAX, SDAX und TecDAX gibt es ca. 2000 Aufsichtsräte und 800 Vorstände. Da wird eine Quote sicher viel ändern- bei geschätzten 30 Millionen erwerbstätigen Frauen… Das Schönrechnen von Gründerinnenquoten (gemessen an den Männern) bin ich langsam auch leid: Weltweit werden zwischen einem Prozent (Pakistan) und 40 Prozent (Sambia) aller Unternehmen von Frauen gegründet. In der Schweiz werden knapp 10, in Schweden 5 und in Norwegen sogar unter 5 Prozent aller neuen Unternehmen von Frauen gegründet. In den USA, wo „das Ende der Männer“ angeblich kurz bevorstehen soll, sind es etwas über 10 Prozent: Das ist doch eine beachtliche Leistung für tot Geglaubte..! In meinem Buch habe ich dem leidigen Thema Quote 12 Seiten gewidmet. Das sollte eigentlich reichen, die Quote als das zu enttarnen, was sie wirklich ist: Ein elitäres Projekt, das nur noch die Lebenswirklichkeit von einer Handvoll Frauen abbildet.

  3. vor zwei, drei jahren stand in der zeit ein artikel (http://www.zeit.de/2011/14/C-Nanofrauen),

    da steht dann unter anderem
    „…Irgendwann vor fast vier Jahren bekamen Lelonek und Göring dann einen Brief von Ilka Bickmann. Die Expertin für Wissenschafts-Kommunikation schreibt in jedem Jahr rund 500 bis 1000 Briefe an Chemikerinnen, Biologinnen, Physikerinnen, Ingenieurinnen – an Frauen aus der Nanotechnologie. Seit fünf Jahren organisiert Bickmann gemeinsam mit dem Institut für Physik der Universität Halle die Nano-Entrepreneurship-Academy , kurz NEnA. Die Initiative will gute Ideen aus den Nano-Laboren auf ihre Innovations- und Martktfähigkeit prüfen und den Frauen gleichzeitig zeigen, dass mehr in ihnen steckt als die wissenschaftliche Mitarbeiterin von Professor XY. 91 Frauen haben seit 2006 an der Initiative, die im Rahmen des Aktionsprogramms Power für Gründerinnen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entstanden war, teilgenommen.

    Trotzdem gingen aus NEnA bisher nur zwei Unternehmen hervor, sechs weitere Ideen befinden sich in der Gründungsphase. „Es ist die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen“, sagt Ilka Bickmann, denn angesichts der guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt werde es komplizierter, die Frauen aus ihren Laboren herauszulösen und ihren Blick zu öffnen für eine berufliche Perspektive außerhalb der Wissenschaft. „Die meisten haben es gar nicht nötig, sich mit dem Thema Selbstständigkeit zu befassen. Gerade in der Nanotechnologie können sich gute Naturwissenschaftlerinnen die Jobangebote inzwischen aussuchen .“

    Von einer neuen Gründerinnenmentalität sei man da gerade wieder weit entfernt, meint Bickmann. Kein Wunder – Gründungen im Hightech-Bereich sind kapital- und zeitintensiv. Oft geht es nicht nur um mehrere Millionen Investitionsvolumen, sondern auch um eine Gründungsphase von fünf bis zehn Jahren, bis das Unternehmen überhaupt erste Umsätze bringt. Wer verlässt da schon gerne freiwillig den Schutzraum Forschungslabor? „In den Spitzentechnologien liegt der Anteil der weiblichen Gründer gerade mal bei zwei Prozent“, sagt Ilka Bickmann. „Da bleibt jede Menge Potenzial unentdeckt.“
    Deshalb schreibt sie die vielen Briefe, deshalb will sie die Frauen auch dann, wenn sie noch gar kein eigenes Gründungsvorhaben mitbringen. Denn die Akademie soll auch Ideenbörse sein und Forscherinnen vereinen, die an ähnlichen Themen arbeiten. So ließen sich auch Lelonek und Göring miteinander verkuppeln. Das Team der beiden Chemikerinnen, zu dem damals noch zwei weitere Frauen gehörten, gewann vor vier Jahren den NEnA-Gründungswettbewerb mit seinen Plänen zu Smartmembranes. Ihr Preis war ein dreimonatiges Praktikum bei einem Start-up in Amerika. Genug Zeit, um sich als Team auf den Zahn zu fühlen: Wer kann was, wer tickt wie? Wie soll die Firma laufen, was gibt der Markt her, wer braucht die Produkte überhaupt? Zum ersten Mal war Smartmembranes kein Spiel mehr. In Amerika schmeckte der Gedanke an das eigene Unternehmen wie eine Marlboro – nach Freiheit, Abenteuer und viel Geld.“

    der hammer ist doch bei 2 unternehmensgründungen (bei 2500 bis 5000 angeschriebenen frauen über einen zeitraum von 5 jahren) gibts einen gründungswettbewerbspreis von frauen für frauen (wo ja schon der konkurrenzkampf aufgrund des geschlechts ausgeschaltet wurde, und auch noch förderungen bezahlt werden), den die damen dann ja auch prompt gewonnen haben, obwohl die mitarbeiterinnenanzahl abgenommen hat – das ist schon eien erstaunliche leistung und ist einen artikle in der zeit online wert

    ein (alb)traum das ganze

  4. Frauen haben zumeist in DL gegründet, das ist halt miese und was will man da großartig investieren…
    Die Studie ist auch schon fast 10 Jahre alt, ich frag mich was sich bis dahin geändert hat, die Dynamik bei den Frauengründungen sah nach einem positiven Trend aus. Glaube so um 2008/09 haben die Frauen das Internet entdeckt und seitdem boomt ja das ganze Ding😀

    • hatte letztens was neueres… aber nicht mehr gefunden und nicht so ausführlich. die tendenz zur teilzeit blieb.
      In der Internetstartup szene bin ich ja ganz gut unterwegs, mehr als 1% Gründerinnen habe ich nicht gesehen.. die Frauen sind da echt die Ausnahme😦

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