Ein Brief, der nicht um die Welt gehen wird.


Vorab: Rein fiktiv. Ich war nur Grundwehrdienstleister, habe nicht verweigert, weil ich nicht lügen wollte, musste nicht in den Einsatz und meine Bundeswehrzeit war dann doch nicht so schlimm. Trotzdem war es weder freiwillig noch ansatzweise gut bezahlt. Ich glaube auch, dass ein Staat Militär benötigt. Vielleicht ein wenig Satire..

Liebe Staatsbürgerin!
Falls du glaubst, ich hätte meinen Kriegsdienst gerne geleistet, liegst Du schrecklich falsch. Das Einzige, was mich zur freiwilligen Verlängerung meines Grundwehrdienstes gebracht hat, war es irgendeinen leidlich gutbezahlten Job und eine (zivile) Ausbildung zu bekommen.
Nein, auch während ich Deine Sicherheit am Hindukusch verteidigt habe, hatte ich keinen Spass. Als eine Mine das Fahrzeug vor uns zerrissen hat, Kameraden gestorben sind, und Du meinen Offizier im Fernsehen gesehen hast, hat er dir nur gezeigt, was er wollte. Wir Soldaten spielen nur die harten Männer, unsere Gefühle und Ängste verdrängen wir.
Wenn Du geglaubt hast, dass Du mir einen Gefallen getan hast, dass du mich mit Sonderzulagen in ein Kriegsgebiet geschickt hast, irrst du dich. Ich wollte nämlich nur meine 4 Jahre rumbekommen.
Wenn Du geglaubt hast, Du wärst eine Heilige, als Du bei der Vereidigung meine Werte gelobt hast, hast Du Deinen Heiligenschein verloren, als Du eine Regierung gewählt hast, die mich kurz darauf in den Kampfeinsatz schickte.

Es war vielleicht der 6. Monat in Afghanistan, glaubst Du wirklich, es macht Spass in einem Land zu sein, wo die Einwohner dich zum Teil verachten, ja sogar Kinder mit Sprengstoffgürteln losschicken? O nein. Mir tat mein ganzer Körper weh. Meine Seele brannte. Vor Heimweh, vor Schmerzen um verlorene Freunde, von Sinn und Unsinn meines Einsatzes. Angst, das mein Gewehr versagt, weil du glaubtest, es muss doch reichen, wenn ich damit 15 Schuss hintereinander abgeben kann. In ungepanzerten Fahrzeugen, weil du ja glaubst, Militärausgaben seien böse.
Und ich war müde. So müde, dass ich mich zwingen musste, die Augen offen zu halten, während ich das MG auf dem LKW Dach in der Hand hielt.
Falls du geglaubt hast, dass du mich für ein paar Ausflüge in die weite Welt oder für Loyalität bezahlt hast, musst Du umdenken. Deine Verteidigungsreden waren mir gleichgültig. Dass Du unsere Freiheit ja nicht verteidigen musst, weil du ja Kinder bekommst. Wenn Du geglaubt hast, dass ich dafür Verständnis habe, habe ich gelogen. Gleichzeitig hast Du etwas in mir zerstört.
Du hast nämlich Zweifel in mir gesät.
Zweifel, dass alle Frauen so zynisch und pflichtlos sind wie du. Wenn du meine Uniform gelobt hast, mir Orden an die Brust geheftet hast, dafür, dass ich meinen Kameraden, der durch einen Sprengsatz ein Bein verloren hat, aus der Gefahrenzone zog, hättest du genauso auf mich spucken können. Du hast nur das gesehen, was deiner Illusion des tapferen Mannes mit dem nicht zu stoppenden Heldentum entsprach.
Nun bin ich daheim, meine Soldatenzeit liegt hinter mir. Ich habe eine PTBS. Ich habe deine Werte und Deine Freiheit verteidigt, dich beschützt, weil du glaubtest, es wäre dein Recht beschützt zu werden.

6 Gedanken zu „Ein Brief, der nicht um die Welt gehen wird.

  1. Kamerad! Nur durch deine Tapferkeit können Menschen in Frieden leben. Leider wird dir nicht das gezahlt, was dein Einsatz wert ist. Aber zumindest war dein Einsatz sinnvoll. Du beschützt Menschenleben. Aber sage mir bitte, Kamerad, ob das Ejakulat eines Mannes es wirklich wert ist, dass sich Frau Tanja Rahm seelisch verletzte?

  2. Selten MUSS einer. Ich mag die Leute nicht, die FREIWILLIG zum Bund gehen und ich bin froh, dass die Pflicht, das MUSS abgeschafft wurde.
    Die zum Bund gehen, sind gierig, die bekommen alles bezahlt und die Wenigsten müssen in den Krieg ziehen. Die es tun, sind oft psychopathisch veranlagt oder denken sich irgendwas dabei.
    Diese Therapeutin hat tiefsitzende psychische Probleme; entweder Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kindheit geworden oder ebenso psychopathisch und sich an den Kunden austobend. Wie mich Leute mit Klatsche aufregen, kann ich gar nicht beschreiben.
    Dass man solchen immer wieder eine Plattform bietet und wahren Opfern für Alles die Schuld zuschiebt und sie klein hält, ist unbegreiflich.
    Wer schützt die echten Opfer und warum werden nur Täter geschützt?
    Die Feigheit der Leute und das Mitläufertum müsste man unter Strafe stellen.

    • Die Rechtslage war damals klar. Da ich mir durchaus Situationen vorstellen kann, in denen ich (auch tödliche) Gewalt anwenden würde, musste ich meinen Wehrdienst leisten. Die Wahl war lügen oder Bundeswehr.

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