Grün Rote Bildungspolitik


Hadmud verlinkte gestern einen Zeit-Artikel von Claudia Roth.
Nick kommentierte vor ner Weile
Das politische Signal halte ich für fatal: Nun stehen die Genderisten als heldenhafte Verteidiger der Grundwerte der Aufklärung da, während ihre Gegner sich nun sehr leicht als intolerante Ewiggestrige framen lassen.
Ich habe je meine Meinung zur Petition schon geschrieben. Trotzdem ist mir bei dem Bildungsplan auch unwohl. Warum? Weil ich gegen Toleranz bin? Natürlich nicht. Stünden da Dinge wie: In der Sexualpädagogik werden auch andere Sexualitäten behandelt, in Geschichte, Ethik und Gemeinschaftskunde wird Toleranz gegenüber anderen thematisiert, auch gegenüber anderen Sexualitäten, alles kein Problem. Auch in Deutsch, Englisch wo auch immer… andere Sexualitäten sind kein Tabu-Thema.
Woher kommt also mein Unwohlsein? Doch latent *phob? Nein. Naja, etwas grünphob bin ich schon, zugegeben. Gleiche Rechte für alle, inklusive Heirats- und Adoptionsrecht? Gerne. Ich hätte auch nichts gegen anonyme Samenspenden, dass lesbische Paare ein Kind bekommen können. Ich habe aber durchaus Sorge, dass es, eben nicht bei gleichen Rechten bleibt. Dass da auch, im Namen der „Diversity“ dann Quoten für alles und jeden etabliert werden. Keine Sexualität, kein Gender ist ein Qualifikationsmerkmal.
Ebenso betrachte ich die Grün-Rote Bildungspolitik insgesamt mehr als kritisch. Die verbindliche Schulempfehlung der Grundschule wurde abgeschafft. Die Folge? Mehr Kinder gehen auf die Gymnasien. Klingt ja gut. Aber es kommen Kinder auf das Gymnasium, die da überfordert sind. Das Hauptschulniveau sinkt dagegen immer weiter, die Realschule stirbt gänzlich. Kein Problem, führen wir Gesamtschulen ein. Machen wir aber mit den Lehrern, die wir haben. Also unterrichten Grund- und Hauptschullehrer fachfremd Physik in der 9 (in BW kann jeder Grundundhauptschullehrer jedes Fach unterrichten), klar, da werden auch Gymnasiallehrer hinversetzt, die Freuen sich da richtig drauf. Auch begabtere Kinder brauchen Förderung, man kann sich ja durchaus darüber unterhalten, ob man die gemeinsame Zeit von 4 auf 6 Jahre ausdehnt und erst danach trennt, aber die Trennung macht durchaus Sinn.
„Ganztagesschulen“ werden eingeführt. Das sieht dann so aus, das gänzlich unqualifizierte Kräfte die Kinder „beaufsichtigen“. Macht auch Sinn, sind beide Eltern berufstätig, dann ist man froh, dass es das gibt. Wenn aber ein Fleischfachverkäufer die Kinder beaufsichtigt, dann hat das nix mit Schule zu tun. Das Label ist falsch. Ganztagsschulen, Inklusion, Gesamtschulen große Pläne. Was war nochmal das erste, was unser grüner Ministerpräsident bildungspolitisch gemacht hat? Richtig, er kündigte an 11000 Lehrerstellen zu streichen
Gleiche Bildungschancen für alle, da bin ich absolut dafür. Dagegen bin ich, wenn das bedeutet, man senkt es auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Ebenso bin ich dagegen, dass man da, wo es relativ einfach wäre, die Chancen zu erhöhen (z.B. in der Grundschule) so an den Lehrkräften spart, dass es nicht ausreichend Förderstunden gibt.

5 Gedanken zu „Grün Rote Bildungspolitik

  1. Es ist die Anmaßung menschliche sexuelle Identität gleichzeitig für beliebig zu erklären, vom Wesen zu entkoppeln und über ein zunächst gut besetzten Begriff von Vielfalt und Freiheit legitim anzutasten.

    Hier wird eine Grenze der Anmaßung überschritten, der allen totalitären Ideologien innewohnt.

    Sie wollen Gleichstellung von allem, sexualisieren (und differenzieren darüber) aber gleichzeitig alles – das Gegenteil also von dem was propagiert wird. Hier versteckt sich die Nicht-Achtung menschlichen Daseins für die die nicht gerade ins Raster passen. Sie schreckt auch nicht vor Kindern zurück, maskiert sich aber gut.

    Gerade die Grünen sind eine Partei die aus einem (selbstgerechten) Haufen von Ideologien besteht. Die SPD steht dem aber in keiner Weise nach. Auch die anderen CDU, FDP haben so ihre Ideologien. Gefährlich wird es, wenn es persönlichkeitsüberschreitende Anmaßungen gibt. Und das ist mit dem Genderismus klar der Fall.

    Er wurde ja auch heimlich als Leitbild und Querschnittsaufgabe eingeführt – völlig undemokratisch und an allen Bürgern vorbei. Ein totalitäres top-down Machtinstrument (UN-> EU->Nationalstaaten) ohne jegliche demokratische Legitimation mit einem pseudowissenschaftlichen Anstrich, der ideologischen Anhängern zur Rekrutierung und Arbeitsbeschaffung (aus Steuermitteln) dient.

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