Schmarotzer


sind immer die anderen.
Einer meiner Bekannten ist in der Linkspartei. Wir diskutieren da öfter mal ein wenig. Gerade eben haben wir ein wenig über die Meldung diskutiert:
Trotz Milliardengewinnen will der Brauereikonzern AB InBev in Bremen 151 Menschen entlassen. Wir kämpfen gegen die Stellenstreichungen!(Quelle ein Facebook post)

Ich stehe auf dem Standpunkt das ein Unternehmen so viele Mitarbeiter einstellen, wie sie brauchen, völlig unabhängig vom Gewinn. Es wird mehr eingestellt, wenn dadurch noch mehr erwirtschaftet werden kann. Beim Entlassen ist es etwas anders. Bei hohen Verlusten kann es sein, dass ein Unternehmen entlassen muss, obwohl es die Mitarbeiter noch brauchen könnte (eben weil es sich die Mitarbeiter nicht mehr leisten kann).
Es fiel dann von ihm Folgendes:

Es werden aber leute entlassen nur wegen irgendwelchen scheiß aktionären, die nichts arbeiten und sich den ganzen zag am sack kratzen —-> müheloses Einkommen, Schmarotzer!

Mein Hinweis, dass die Definition auch auf alle Arbeitslosen zutrifft, fand er nicht so toll. Nein, ich halte Arbeitslose nicht für Schmarotzer. Aktionäre aber auch nicht wirklich. Aktionäre investieren Geld in Unternehmen. Ohne die bösen Aktionäre wäre ich arbeitslos. Die 1&1 (ehemaliger Arbeitgeber von mir), wäre ohne die Börse nicht in der Lage gewesen, so schnell zu wachsen. Mein jetziger Arbeitgeber ist zwar nicht an der Börse, aber ohne die Möglichkeit, dass dies mal geschehen kann, hätten auch wir keinen Investor gehabt.
Ich kenne durchaus einige Millionäre, die nicht geerbt haben, sondern eben ein Unternehmen aufgebaut haben. Klar, ich bin neidisch, dass ich nicht einer von denen bin. Aber es geht. Gerade in unserer heutigen Zeit.
Märkte müssen reguliert werden, das ist für mich keine Frage. Der „Turbokapitalismus“ ist keine Wirtschaftsform, in der ich leben will. Aber ich sehe zur sozialen Marktwirtschaft auch nicht wirklich eine Alternative. Der eigene Vorteil ist eine der, stärksten Antriebe für menschliches Handeln. Freiheit, mit allen Rechten und allen Pflichten, ist für mich mit das Wichtigste. Auch wenn mich mamche unter den „linken“ Maskulisten führen, mit Sozialismus habe ich nichts am Hut.

28 Gedanken zu „Schmarotzer

  1. Was soll man sagen…😉

    Es muss halt einiges reformiert werden. Schuldzuweisungen an Aktionäre bringt es fast genauso wenig, wie Schuldzuweisungen an Arbeitslose.

    Es gibt aber sehr wohl einen Unterschiede: Der Aktionär ist freiwillig und gerne Aktionär, der Arbeitslose steckt zumeist nicht freiweillig in seinen Schuhen.😉

    Man kann in unserem System allerdings kein Unternehmen dazu zwingen, Leute zu beschäftigen. Das sollte auch Dein „Genosse“ von den Linken wissen. Das ist übrigens der gleiche Grund, warum Frauenquoten so absolut fürchterlich sind.

  2. Garantiert keine Schmarotzer aber kurzfristige Interessen der Aktionäre, die Aktie mit Gewinn zu veräußern, können den eigentlich Unternehmensinteressen gegenüberstehen.

    Von daher nicht Schmarotzer aber möglicherweise Unsoziales verhalten wenn kein Interesse am Unternehmen und der Langfristigen entwicklung besteht sondern nur interesse an kurzfristigen Kursgewinnen.
    Leider ist die Unterscheidung zwischen Spekulant und Investor über die Jahre verlorengeganen

    • „Garantiert keine Schmarotzer aber kurzfristige Interessen der Aktionäre, die Aktie mit Gewinn zu veräußern, können den eigentlich Unternehmensinteressen gegenüberstehen.“

      Was soll das „Unternehmensinteresse“ sein? Wenn ein Unternehmen zu 100% den Aktionären gehört, dann ist das Unternehmensinteresse deckungsgleich mit dem Interesse der Aktionäre.

      • Nun ja, man könnte meinen, dass die Interessen der Menschen, die aktiv im Unternehmen arbeiten andere sind als die der Aktionäre. Ein Aktionär interessiert sich für Dividenden und den Aktienkurs.

        Die Interessen sind also nicht deckungsgleich.

        • Das Unternehmen interessiert sich für den Unternehmenserfolg.
          Es gibt aber durchaus differenzen zwischen dem unternehmen und den aktionären. Nämlich dann wenn die aktionäre kurzfristige gewinne wollen und damit die langfristiken Gewinnmöglichkeiten vertun.

  3. Ich rede dann bestimmt noch mit Dir. Ich rede ja auch mit Dir, obwohl Du wahrscheinlich Fleisch isst.😀

    Ich bin das großzügig.😉
    Außerdem: Was wäre eine Demokraite ohne unterschiedliche Parteien und Ansichten?

    (Ich glaube bei Deinem letzten Kommentar war die „absolute Kommentartiefe“ erreicht.)

  4. Ja, das mag sein. Ich habe da schon etwas sehr Erschreckendes erleben müssen.

    So schlimm wie bei den Grünen und der SPD scheint es nicht zu sein, aber auch hier muss es Reformen geben. Das stimmt schon.

    Das ist aber eine der wenigen Sachen, die mich stören. In anderen Parteien gibt es üblere Dinge für mich.

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