Anne Wizorek


Stadtfuchs hat gerade das Interview verlinkt.
Darin:

Wenn man #aufschrei runterbricht, dann geht es um eine zwischenmenschliche Frage: Wie wollen wir miteinander umgehen? Zu dem Thema haben erstmal alle etwas zu sagen.

Schade, dass da nur ganz wenige gefragt wurden. Nämlich die, die behaupten konnten Opfer von Sexismen zu sein (per definition also schonmal keine Männer und auch beileibe nicht alle Frauen).

tagesschau.de: Wo sehen Sie noch Handlungsbedarf?

Wizorek: Es gibt zum einen ganz konkrete Aufgaben an die Politik: Lohngerechtigkeit, Frauenquote, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Altersarmut von Frauen sind da nur die bekanntesten Themen. Aber auch der Vergewaltigungsparagraf muss verschärft werden und der Schutz vor Stalking, online und offline, verbessert werden.

Mindestens genauso wichtig ist aber immer noch, überhaupt darüber aufzuklären, was Sexismus eigentlich ist. Wir müssen außerdem darüber reden, was eigentlich ein modernes Männerbild ist. #aufschrei hat auch gezeigt, dass viele Männer selbst darüber erschrocken waren, was Frauen täglich erleben und damit nicht einverstanden sind. Brüderle ist beispielsweise in der Sexismus-Debatte oft in Schutz genommen worden mit der Argumentation, er gehöre „einer anderen Generation“ an. Er hat sich auch nie für seine Bemerkungen entschuldigt, möglicherweise weil er gar kein Bewusstsein dafür hat, dass es eben nicht charmant ist, ungefragt über das Dekolletée einer Frau zu reden. Sexismus hängt ganz stark mit einem Männerbild zusammen, das von vorgestern ist.

Jap, ich war erschrocken, was alles zu einem Aufschrei führt. Ich habe jede mir im RL bekannte Frau angesprochen und nach ihrer Meinung gefragt. Jede hielt das Ganze für idiotisch. Zum Vergewaltigungsparagrafen ist bereits schon genug geschrieben worden.

Ich habe kein Problem damit, wenn Frau sich gegen Sexismen wehrt. Auch gegen jede unerwünschte Anbaggerei. Sehr wohl habe ich ein Problem damit, wenn Frau jedes ihrer Probleme den Männern zuschreibt. Und wenn andauernd Mythen wie Lohngerechtigkeit verbreitet werden. Vielleicht hängt Sexismus ja nicht nur mit dem Männerbild, sondern auch ein bischen mit dem Frauenbild zusammen? Ich hätte gerne ja mal eine Zusammenstellung, was alles sexistisch ist von Anne. Ich bin mir sicher, dass dem weniger als 5% der Gesamtbevölkerung zustimmen würde.
Ernsthaft, ich will bei niemandem die Grenzen überschreiten. Grenzen definiert aber jeder für sich anders. Darf nun eine Frau wie Witchwind die Grenzen für alle definieren? Oder wer? Sind die Grenzen immer starr? Ab wann durfte ich sagen, dass ich den Hintern meiner Frau super finde? Auf der ersten Party? Nach dem ersten Kuss?
Der Aufrschrei ist verebbt, die wirklichen Idioten haben sich nicht verändert. Die, die schon immer respektvoll miteinander umgingen sind nun etwas misstrauischer. Ich beschäftige mich mit dem Feminismus…

3 Gedanken zu „Anne Wizorek

  1. Man ist beim Flirten auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, dass der/die Angeflirtete dem Flirten zumindestens etwas positiv und tolerant gegenüber steht. Der Aufschrei vermittelte die Meinung, dass es sexuelle Belästigung ist, wenn der/die Flirtende dem/der Angeflirteten auf anhieb nicht gefällt.

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