Das Patriachat


Eigentlich heisst das ja, die Herrschaft der Väter, bezeichnet also einen Zustand, den es so schon lange nicht mehr gibt. Die Zeiten, dass der Mann entscheidet, was mit seinen Kindern geschieht sind lange vorbei (wenn es diese tatsächlich je gab).
Wikipedia meint dazu:

„’Patriarchat’ bedeutet wörtlich die Herrschaft von Vätern. Aber heute geht männliche Dominanz über die ‚Herrschaft der Väter‘ hinaus und schließt die Herrschaft von Ehemännern, von männlichen Vorgesetzten, von leiteten Männern in den meisten gesellschaftlichen Institutionen in Politik und Wirtschaft mit ein […] Das Konzept ‚Patriarchat’ wurde durch die neue feministische Bewegung als ein Kampfbegriff wiederentdeckt, weil die Bewegung einen Begriff brauchte, durch den die Gesamtheit von bedrückenden und ausbeuterischen Beziehungen, die Frauen betreffen, sowie ihr systematischer Charakter ausgedrückt werden konnte. Außerdem zeigt der Begriff ‚Patriarchat’ die historische und gesellschaftliche Dimension der Frauenausbeutung und Unterdrückung an, und ist so für biologistische Interpretationen weniger geeignet als zum Beispiel das Konzept der ‚männlichen Dominanz.’“
– Maria Mies, 1988[19]

Wie ist denn das alles entstanden? Ab hier spekuliere ich viel, das meiste ist nur meine Meinung.
Der Mann ist körperlich stärker als eine Frau. Mann und Frau taten sich zusammen, Mann ging den anstrengenden und gefährlichen Tätigkeiten nach, Frau kümmerte sich um die Aufzucht der Kinder. Der Deal war: Mann beschützt und versorgt Frau, Frau kümmert sich um das zuhause und die Kids.
Das wurde von Stammes- und Staatssystemen und Ideologien gestützt und ausgenutzt. Beide Seiten hatten so ihre Vorteile, der Nachwuchs wurde so gesichert. Ich glaube, die wenigsten Frauen hatten Lust, sich auf den Schlachtfeldern zu tummeln. Bei den Männern hat das funktioniert, weil vieles glorifiziert wurde. Ja, ich glaube Männer sind von Geburt an körperlicher und kompetitiver. Dann baut man noch dinge wie Ehre, Mut, Vaterlandstreue, Tapferkeit auf, voila, man hat gutes Material, aus dem Man sich eine Armee basteln kann.
Macht der Männer? Die kämpfen dafür, dass ihre Frauen und Kinder sicher sind.
Zum heutigen Leben. Es wird behauptet, wir leben in einer Männer dominierten Welt. Festgemacht wird das an Staatschefs, an Unternehmensführern und an Führungskräften im Allgemeinen. Ich verbringe ja doch schon recht viel Zeit im Job, aber von den 168 Stunden, die die Woche hat, verbringe ich nicht die Hälfte im Job. Geht man von einer 40h Woche aus, weiterhin von 49h Schlaf, dann findet die meiste Zeit ausserhalb des Jobs statt. Sein privates Umfeld, seine Beziehung, die kann man sich doch inzwischen fraglos selbst wählen. Ich weiss, wer daheim dominiert, ich bin das ganz sicher nicht.
Woran macht man die männlich dominierte Gesellschaft fest? An Arbeitsplätzen? Hm. Wenn Frauen wollten, dann hätten sie bereits endlos viele Möglichkeiten gehabt, dies zu ändern. Nehmen wir ein paar große Firmen die in den letzten Jahren gegründet wurden: Google, Microsoft, Facebook. Deutsche: SAP, 1&1.. Keines von einer Frau, obwohl da weder körperliche Stärke notwendig war, noch den Frauen zu der Zeit die Bildung verschlossen war. Warum? Warum gibt es so wenige große Unternehmen, die von Frauen gegründet wurden? Meine Vermutung: Frauen haben weder den Versorgungsdruch noch den krampfhaften Willen sich über Status zu definieren. Frauen können den Status des Mannes übernehmen, umgekehrt funktioniert das nicht. Nein, Frauen sind nicht unfähig, ein Unternehmen zu gründen. Sie machen das auch erfolgreich. Aber den immer größer immer mehr Trieb sehe ich da nicht so.
Das Patriachat schützt die Frauen, will man das ändern, dann müssen Frauen selbst in die Gänge kommen. Riskieren, wagen, sich im Job aufreiben. Das sieht man im Feminismus aber eher selten. Ich sehe, dass der Staat die Rolle des Versorgens übernehmen soll, und das berufliche Prestige zumindest gleichverteilen soll. Die allermeisten Frauen, gerade die Karrierefrauen wollen das aber gar nicht.
Was nun in der Politik oft gefordert wird, ist Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Ich bin meine ersten 19 lebensjahre nicht in einer Männer- sondern in einer ganz klar Frauendominierten Welt aufgewachsen. Mein Vater starb, als ich 4 war, meine Mutter erzog uns alleine. Die allermeisten Lehrer waren weiblich. Ich glaube, in der Zeit wurde mein Character geprägt. Meine Erziehung, meine Bildung, ja meine Sozialisation wurde von Frauen durchgeführt. Gibt es eine größere Macht? Und die Macht der Mutter ist da tatsächlich schon ein paar Jahrhunderte alt. Wenn das also alles ohne Vorteile für die Frau war, warum haben sie Ihre Kinder dann so erzogen? Das erste was totalitäre Systeme tun, ist die die Bildung und Erziehung der Kinder unter Kontrolle zu bekommen. Warum wohl? Weil sie da die Gelegenheit haben, eine Gesellschaft nach ihrem Wunsch aufzubauen.
Das Patriarchat ist in Wirklichkeit eher ein Matriachat, sorry. Ja, es gibt Frauen, die Karriere und harte Arbeit der Familienarbeit vorziehen, aber es sind die wenigsten. Sonst sähe die Berufswelt und unser Sozialsystem längst anders aus.

25 Gedanken zu „Das Patriachat

  1. männer kämpfen um frauen und nachwuchs zu beschützten? dass ich nicht lache… diese frauen und kinder wurden links und rechts verkauft/verheiratet ect pp wie es dem hausherren beliebt war, um SEINE machtstellung zu sichern.

    und wie lange haben die frauen freien zugang zu bildung? etwas knapp an die 100jahre. ist es nicht zu viel verlangt, in 100jahre tausende von jahren andauernde nichtbeachtung/verachtung auszumerzen?

    • Die ersten Kämpfe schützten aber ganz sicher den Stamm. Und somit Frauen und Kinder daheim.
      Entweder die Soldaten wurden gezwungen zu kämpfen, oder es ging darum „ihr Land“ zu beschützen. Was ist ihr Land? Ihre Familie am allermeisten, oder?
      Die unternehmen, die ich nannte sind alle keine 30 Jahre alt. Da stand die Bildung schon eine ganze Weile offen. Auch die letzten 15 Jahre, ich bin viel in der Startupszene unterwegs, ich kenne nur ganz wenige Gründerinnen, die wirklich ein Unternehmen aufbauen und nicht nur eine 2 Frau Firma.

      • „ihr land“ für die gezwungenen soldaten ist nichts anderes, als das land des herren, der in den krieg zog.

        die herren bekommen es nicht hin, jahrhunderte lang ihre denkmuster umzukrämpeln, da müssen es die frauen in 100j schaffen, die ganzen gesellschaftlichen klischees und strukturen umzukrämpeln? finden sie nicht, dass man(n) von frauen zu viel erwartet? haushalt führen, kinder erziehen, gatten versorgen, karriere machen und auch noch die gesellschaft umprogrammieren😉 wo der mann einfach nur zur arbeit gehen kann/soll. denn die frau kümmert sich ja darum, dass der rest läuft, der kann sich ja dem „geld heran schaffen“ widmen.

          • schon. jedoch bekommt die frau beinahe keine anerkennung dafür. somit = unwirtschaftlich. das ist der punkt, warum sich die frauen immer später für die kinder entscheiden oder diese erst gar nicht bekommen.

            der gesellschaft wird ein spass-konsum-bild suggeriert, welches kinder nicht beinhaltet, weil die kinder nerven und geld kosten. wer kinder bekommt, ist selber doof (nicht meine worte, doch von vielen kinderlosen gehört)

            • Ich möchte meine zwei Zwerge nicht missen. Was ich von der Wertung halte, habe ich hier geschrieben. Die Anerkennung für Erziehungsarbeit erhöhen, da bin ich sofort dabei. Momentan sehe ich da aber, gerade aus dem feministischen Lager, eher das Gegenteil.

            • feministische idee ist total daneben gegangen. und die wertschätzung der kindererziehung ist für die wirtschaft eine zu teuere investition.

            • hmm. Weder glaube ich an die Allmacht eines Patriachats, noch an die des Kapitals. Die Wertschätzung der Familienarbeit findet nicht durch die Wirtschaft statt, sondern in der Gesellschaft. Durch dich, mich und wer sonst noch alles rumläuft.

        • was ist mit der frau des herren? war die auch unterdrückt oder war sie nicht vielmehr privilegierter als ALLE anderen männer im reich?

          die grenze, liebe lostsoul, verläuft nicht zwischen den geschlechtern. das ist eine sehr einfache sicht auf die dinge.

    • Frauen wurden verkauft.. die meisten Sklaven waren welchen Geschlechtes? Wieviele Männer starben in den Kriegen und wie viele Frauen? Gerade bei den tausenden von jahren stellen sich mir die Haare. Aber ernsthaft, woran glaubst du liegt es, dass Frauen heute weniger große Firmen gründen als Männer?

  2. Das erste was totalitäre Systeme tun, ist die die Bildung und Erziehung der Kinder unter Kontrolle zu bekommen. Warum wohl?

    Weil Menschen ohne Wurzeln leichter zu manipulieren sind. Eine schwache Bindung eines Kindes zu seiner Familie schwächt die Wurzeln der Menschen, die einmal aus diesen Kindern erwachsen werden.

    Wenn wir heute Kinder schon möglichst früh in Kitas stecken und ihnen bis zur Volljährigkeit erzählen, dass Frauen von Männern unterdrückt werden und nur dann glücklich sein können, wenn sie sich gegen diese Unterdrückung wehren und ihr Glück in einer beruflichen Erfüllung findet, erreicht man damit zwei Dinge: erstens werden die Nachkommen dieser Kinder selbst wiederum möglichst früh von den Eltern getrennt und somit beeinflussbar, und akzeptieren schneller die Idee, dass alle möglichst viel arbeiten müssen um glücklich zu werden. Zweitens bekommt man damit das Kunststück hin, dass mehr Menschen für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Damit drücken sie auf diesen Markt, was die Preise senkt. D.h. wir haben die doppelte Arbeitsleistung (weil Eltern sich nicht mehr um die eigenen Kinder kümmern) wodurch der Preis der Arbeit sinkt – und Profite steigen.

    Und genau DAS halte ich für die Triebfeder hinter dem modernen Feminismus. Geld, nicht Gleichberechtigung.

    • Ich glaube weil Kinder ganz generell sehr prägbar sind. Ob das von einer Institution, einem Stamm oder einer Mutter oder einem Vater ist. Da werden werte vermittelt. Das ist Macht in Reinkultur.

    • dann sollte man die ideologie, die in den kitas geprädigt wird, ändern. doch die maschinerie der kinder erziehung in den kitas ist ein schweres unterfangen. habe genung erfahrung beim thema „eltern können bei der erziehung der kinder/gestaltung der erziehung in den kitas mitreden“. die meisten eltern sind froh, eine halbtagskita zu haben, damit sie frau daheim ihren haushalt machen und evtl. etwas freizeit bekommen kann. die eltern, die an dem system etwas ändern wollen, kommen im system nicht voran, weil sie zu wenige sind.

      ich persönlich finde nichts schlimmes dabei, die kinder in die kitas zu stecken, vorausgesetzt, ich kann bei dem geschehen in der kita mitreden. doch das ist genau das problem. mitreden ist eine illusion, ebenso wie demokratie. ausserdem in jedem fall (ob mit kita oder ohne) haben die eltern mit der zeit immer weniger gewicht bei den kids, weil die gesellschaft ein bestimmtes lebensstil/bild suggeriert. somit haben die eltern immer weniger einfluss auf die kinder, weil die gesellschaft die kinder ab einem gewissen grad miterzieht.

  3. Pingback: Emanzipation | Mein Senf

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