Artikel im Tagesspiegel: Die andere Seite der Vielfalt


Heute im Tagesspiegel gelesen.
Durchaus ein paar interessante Gedanken drin, auch ein wenig Abstruses.
Interessant z.B.:

Eher werden in beschriebener Gemengelage Motive für den Widerstand gegen die Lehrplan-Leitlinien in Baden-Württemberg zu finden sein. Sexuelle Vielfalt, gut und schön. Zugleich ist sie nichts, was Eltern in Sachen Schulbildung ihrer Kinder vordringlich am Herzen liegt. Für sie ist Aufklärung über Homosexualität ein Thema unter vielen, zu Hause wie im Unterricht. Die Online-Revolte gegen das Projekt ist vermutlich nicht allein reaktionäres Aufbegehren, sondern verweist auch auf ein Misstrauen, ob die Eliten in den Ministerien mit den Präambeln ihrer Erziehungskonzepte die richtigen Prioritäten setzen.

Das ist ganz sicher bei sehr vielen so.

Bei Adoptionen geht es um das Wohl anderer, bei Gleichstellungsfragen um das eigene. Weshalb das tauglichste Argument für Homo-Adoption wäre, den Kreis der möglichen Eltern zu erweitern – im Sinne der Kinder, nicht der Bewerber. Leider hört man es selten.

Auch das ein sehr guter Punkt.

„Fußball ist noch eine Männerwelt“, sagt Alt-Torhüter Jens Lehmann, der von Outings abrät. „Man duscht zusammen, jeden Tag.“ Ein Homo-Hasser? Vielleicht beruht seine Ablehnung lediglich auf demselben Grund, aus dem Frauen in ihren Duschkabinen keine Männer dulden möchten.

Würde ich nun nicht so für mich unterschreiben, könnte ich mir aber durchaus vorstellen, dass das manchen so geht. Ich hätte ja generell nichts gegen gemischtes Duschen in der Schule gehabt😀
Weiter geht’s mit etwas Seltsamen:

Sollen Männer jetzt umlernen? Ihren hermetischen Welten begegnet man am zweckmäßigsten weder mit dem pädagogischen Zeigefinger noch mit dem Hinweis auf Muster-Outings – sondern mit der Anwesenheit von Frauen. Im Profifußball mag das illusorisch sein, anderswo nicht. Die flächendeckende Koedukation an Schulen dürfte mehr im Kampf gegen Homophobie geleistet haben, als alle Lehrpläne es je vermögen werden. Gleiches gilt für Frauen in der Arbeitswelt. So paradox es klingen mag, ein Schwuler, der gegen Homophobie zu Felde ziehen möchte, müsste für Quoten streiten. Auch davon hört man selten.

Häh? Wo kommt da der Zusammenhang her? Weil wir Heteromänner über uns über jeden Schwulen freuen? Ein Konkurrent weniger? Aber umgekehrt regen wir uns über jede Lesbe auf, weil die als möglich Sexpartnerin ausfällt. Ernsthaft, irgendwer eine Idee?

4 Gedanken zu „Artikel im Tagesspiegel: Die andere Seite der Vielfalt

  1. Passt vielleicht nicht 1zu1, aber ich musste irgendwie an diese Szene aus Idiocracy denken:

    ‚But we know what plants crave. Brawndo. It’s got electrolytes.‘
    ‚…Okay – what are electrolytes? Do you know?‘
    ‚Yeah. It’s what they use to make Brawndo.‘
    ‚But why do they use them in Bawndo? What do they do?‘
    ‚They’re part of what plants crave.‘
    ‚But why do plants crave them?‘
    ‚Because plants crave Brawndo, and Brawndo has electrolytes.‘

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