Verhütungsungerechtigkeiten


Bei Erzählmirnix ging es mal wieder um die Pille danach. Es kam die Frage auf, warum da so wenig für Männer geforscht wird. Mal wieder wurde eine feministische Verschwörung vermutet.
Warum wird da für den Mann so wenig geforscht? Oder, noch vorher, warum schreit die Männerwelt nicht danach?

Ganz einfach: So wie es ist, ist es im Normalfall scheisse bequem für uns. Mit meiner Frau hatte ich vor Urzeiten mal ein Gespräch über die Pille für den Mann (damals standen Kinder für uns noch nicht zur Debatte). Klare Ansage: Sie würde mir nicht vertrauen, dass ich das Ding regelmässig nehme (bei meiner Vergesslichkeit lässt sich das nicht abstreiten).
Aktuell steht die Verhütungsdebatte bei uns gerade wieder an. Seit über 20 Jahren kümmerte sich meine Frau darum, nun kommt etwas der Verdacht auf, dass sie die Spirale nicht mehr so gut verträgt. Mehr als zwei Kinder wollen wir nicht (naja, wir hätten beide nichts gegen ein drittes, aber nochmal schwanger sein mag Frau nicht, und das kann ich absolut verstehen). Also steht eine Vasektomie bei mir im Raum. Ich werde das wahrscheinlich tun (erstmal die Spirale raus, schauen, ob sie wirklich wieder regelmäßig Krämpfe haben mag und nicht trotzdem wieder die Pille nehmen will). Ich würde aber lügen, sagte ich, dass das für mich kein Problem darstellt. Zum einen betrifft das einen Körperbereich, den man eigentlich tunlichst verteidigt. Dann.. wer kennt das Gefühl der dicken Eier nicht? tut das dann weh? Angeblich ja nicht, aber angeblich tut es auch nicht weh, wenn man nicht zu einem Orgasmus kommt.. Dann.. das Männlichkeitsding.. schon auch etwas. Oder was ist, wenn ich mich in eine andere verliebe? Nochmal Kinder haben will? Unwahrscheinlich, aber wer weiss?
Bottomline, wenn es Frau ohne Spirale besser geht, bin ich dran. Ist einfach nur fair.

Zur Pille danach. Da war ich bischen zwiegespalten. Die vielen Diskussionen bei EMN haben mich aber bekehrt. Ja, ich sehe immer noch das Risiko, dass ein paar junge Paare das als Normalverhütung missbrauchen. Eben weil die Pille danach rezeptfrei und die normale Pille eben nicht rezeptfrei zu haben ist. Aber die Vorteile (Verhinderung einer ungewollten Schwangerschaft, mögliche Reduktion der Abtreibungen) überwiegen da ganz deutlich.

Zum Kinderanhängen.. hier finde ich schon, dass es da ein Ungleichgewicht gibt, das behoben werden sollte. Kommt es zu einer Schwangerschaft hat der Mann alle Pflichten aber keine Rechte.
Ich mag das „mein Bauch gehört mir“ Ding gar nicht anzweifeln. Eine Schwangerschaft an sich ist schon sehr anstrengend, vor allem, wenn man eigentlich kein Kind will. Aber dass eine Frau nicht nur über sich, sondern auch über den Vater weitreichende Entscheidungen treffen kann, ohne ihn irgendwie einbeziehen zu müssen, finde ich falsch. Wäre meine Frau, als wir frisch zusammen waren schwanger geworden, hätte ich ihr die Entscheidung überlassen und hätte sie in beide Richtungen unterstützt. Aber der trunkene Onenightstand, geplatztes Kondom und sie will das Kind haben, mich nie wiedersehen und ich muss zahlen? Das wäre damals schon übel gewesen.

Das Anerkennungsmodell hat Charme, birgt aber auch Missbrauchspotential. Vielleicht am ehesten, dass der Unterhalt der Kinder generell durch den Staat getragen wird? Im Ausgleich dafür das Ehegattensplitting streichen? Keine Ahnung.

36 Gedanken zu „Verhütungsungerechtigkeiten

  1. „Oder, noch vorher, warum schreit die Männerwelt nicht danach?“

    Zwei Vermutungen:
    – Männer schreien sowieso nicht gern, wenn es um Probleme mit Frauen geht.
    – Die meisten Männer wissen nicht, was es für sie bedeuten würde, wenn eine Frau durch sie schwanger wird. Sie denken, der Worst Case wäre, dass sie sich dann um eine Familie kümmern müssen, aber ein Kind haben wär ja vielleicht auch irgendwie OK oder so. Dabei ist der Worst Case, dass sie die nächsten 20 Jahre knapp überm Existenzminimum leben, o h n e eine Familie zu haben.

    Ich hatte in meinem Leben zwei oder drei Freundinnen, bei denen ich definitiv die Pille genommen hätte, wenn es sie gegeben hätte.
    So blieb mir nur Daumen drücken, Augen zu und durch. Glück gehabt.

    • Auch gut möglich. Oder eben auch das eingebleute Verantwortungsprinzip. Du hast ihr ein kind gemacht, nu musst dich auch drum kümmern. Das unterhaltsrecht stammt ja aus einer zeit, in der die frau hausfrau und der mann ernaehrer war, es kaum wirkungsvolle verhütung gab, und frau in der regel als jungfrau in die ehe ging… damals machte das so dann auch durchaus sinn.

    • Was hat dich bei den Frauen gehalten? Ich gehe jetzt aufgrund deiner Wortwahl davon aus dass es feste Partnerschaften waren. Zum zweiten: Lümmeltüte drüber und man muss sich keine Sorgen machen ob sie die Pille wirklich nimmt

      • „Was hat dich bei den Frauen gehalten?“

        Ein echter Blue-Piller verlässt seine Frau nicht, wenn sie das nicht auch will.

        Im Ernst, so hab ich mal getickt.

        auweioweiowei

          • „Und wieso nicht die Lümmeltüte genutzt?“

            Stell doch mal dar, wie du in einer Beziehung, in der die Frau die Pille nimmt – und offiziell in keiner Form Zweifel an deren Wirksamkeit zulässt – die Wiedereinführung von Kondomen anregst, o h n e damit ein klares Misstrauensvotum auszusprechen.

            • Ja ok, das hab ich so nicht bedacht, allerdings ist mir der Gedanke mit nem Partner zusammen zu sein dem ich nicht mal so weit trauen kann fremd.

            • „Jackie“ ist ein Frauenname, oder?
              Ich wüsste nicht, dass es heutzutage einen Ehrenkodex unter Frauen gibt, dass frau ihren Mann nicht verlässt, solange es nicht einvernehmlich ist.

              Es ist also kein Wunder, dass du das nicht kennst.

              Frauen haben vermutlich andere Scherflein zu tragen, die auch nicht leichter sind.

            • Puh. den kenne ich aber auch nicht. Meine meisten Beziehungen habe ich beendet.. und das mehrheitlich nicht einvernehmlich….

            • „Puh. den kenne ich aber auch nicht.“

              Lucky you.
              Ich kannte in meinen Twens eine ganze Reihe Jungs/Männer, die ihre Freundin gern los gewesen wären, aber nicht wussten, wie.

              Die schönen Achtziger, in denen Frauen uneingeschränkt die besseren Menschen und Männer noch mehr als heute irgendwie falsch waren.

            • Ja ist es. Zumindest in meinem Fall. Komischer Ehrenkodex *scratch* . Und so jemandem nennt man Blue-Piller? Sorry den Begriff kenn ich nicht.

              Böder Gedanke: Wenn man da mit wiedereinführen des Kondoms das Misstrauensvotum ausspricht, kommt die einvernehmliche Trennung schneller😀

            • „Böder Gedanke:…“

              Lol

              Gut, dass ich inzwischen glücklich liiert bin, sonst wäre ich versucht, das mal auszuprobieren🙂

  2. ich traue frauen die sagen sie nehmen die Pille meist ja erstmal nicht weit genug um aufs Kondom zu verzichten.

    Und eben drum hab ich auch schon ueber eine Vasektomie nachgedacht. Allerdings muss ich ehrlich sagen: das Thema macht mir ein wenig Angst.

  3. Klare Ansage: Sie würde mir nicht vertrauen, dass ich das Ding regelmässig nehme

    Klare Ansage: Dass wäre mir als Mann egal. Eine Pille/Spritze/Whatever für mich ist meine Verhütung. Bleibt ihr> ja unbenommen selbst vorzusorgen.

    Ja, ich sehe immer noch das Risiko, dass ein paar junge Paare das als Normalverhütung missbrauchen.

    Hast du die Nebenwirkungen schon einmal erlebt? Ich einmal. Meine damalige Freundin hätte die Dinger garantiert nicht wie Smarties gefuttert. Muss natürlich nicht für alle zutreffen. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass sich die Dinger im Vergleich zur normalen Pille finanziell rechnen. Bei knapp 20€ für eine> geht das ins Geld. Und wenn sie rezeptfrei zu bekommen ist zahlt da auch für junge Frauen keine Krankenkasse mehr.

    Aber dass eine Frau nicht nur über sich, sondern auch über den Vater weitreichende Entscheidungen treffen kann, ohne ihn irgendwie einbeziehen zu müssen, finde ich falsch.

    Das ist der Knackpunkt. Genau deshalb brauchen wir Männer ein vergleichbares Verhütungsmittel zur Pille. Nicht um die Partnerin zu entlasten. Sondern um uns selbst zu befreien.

    Im Ausgleich dafür das Ehegattensplitting streichen?

    Du kannst bei mir heute lesen warum das Ehegattensplitting nicht das geringste mit Kindern zu tun hat. Es handelt sich dabei um ein Modell um potentielle Steuernachteile auszugleichen. Wenn du das Splitting abschaffen willst musst du umfangreiche Änderungen an vielen Stellen vornehmen. Das würde unterm Strich aber vermutlich mehr kosten als das Splitting.

    • Habe ich kurz überflogen.. Wenn man die Eheförderung, die Privillegien der hetero ehe ergründen mag, dann kommt man wenig um die kinder herum.
      Es gibt imho nur wenige gründe, warum ein paar einen steuerlichen Vorteil erhalten soll, bloß weil sich ein Erwerbsarbeitender mit einem Nichterwerbsarbeitenden zusammentut. Der Single muss seinen Haushalt auch alleine schmeissen, ich sehe es nicht als gesamtgesellschaftliche verantwortung, das zu subventionieren. Wenn wir nun aber die Geburtenrückgange in Deutschland reduzieren wollen, dann sollte es auf die Kinderförderung gehen. Klar, auch hier liegt missbrauchspotential, aber wäre mir lieber als das an die „Ehe“ zu knüpfen.
      Ich profitiere gerade davon, und mag da nicht meckern. Aber das an kindern festzumachen, halte ich für sinnvoller.

      • Du profitierst eben nicht. Die Ehe wird als wirtschaftliche Gemeinschaft betrachtet mit weitreichenden Folgen wie eheliche Solidaritätspflicht und Rentenausgleich. Selbst wenn deine Frau kein Einkommen erwirtschaftet hat sie kein Anrecht auf Sozialleistungen solange du leistungsfähig bist. Erst dann wenn die Gemeinschaft selbst nicht leistungsfähig genug ist gibt’g Geld vom Amt.

        Die steuerrechtliche Einheit ist also zwingend notwendig solange auch eine wirtschaftliche Einheit angenommen wird.

        Das Splitting selbst ermöglicht dir und deiner Frau eure interne Arbeitsteilung unabhängig von staatlichen Einflüssen zu gestalten. Mit Kindern hat das nichts zu tun wie auch jüngst wieder das Bundesverfassungsgericht geurteilt hat. Eingetragene Lebenspartnerschaften sind steuerrechtlich der Ehe gleichzustellen. Das wird per Rechtsbehelfsverfahren bereits durchgesetzt. Außer in Bayern und Sachsen.

        Vor drei Tagen hatte ich auch Überlegungen angestellt ob das Splitting abgeschafft werden könnte weil überwiegend kinderlose Paare »profitieren«. Das ist aber nur Zahlenspielerei und hat mit der Steuer als solche nichts zu tun. Ohne Splitting werden nur Doppelverdiener und Nicht-Ehepaare besser gestellt weil der Nachteilsausgleich weg fällt.

        • Mag alles sein, aber dennoch gehört das ganze system auf den Prüfstand. Auch wenn das verfassungsgericht juristisch sicherlich korrekt das nicht auf kinder beschränkt, so war dies wohl sicherlich eine der Grundideen. Ich habe kein fertiges besseres konzept, aber ich denke, es würde sich lohnen, da zu überlegen.

          • Eigentlich gibt es die Idee der wirtschaftlichen Einheit schon länger als es die Bundesrepublik gibt. Das Splitting wurde erst notwendig nachdem auf Individualversteuerung umgestellt wurde. Der Zusammenhang mit Kindern wird gerne erzählt. Ich bin ja selbst drauf reingefallen. Aber es ist im Grunde auch nur eine Lüge um das traditionelle Rollenbild zu bekämpfen. Es geht nicht um mehr Vielfalt, sondern um die Erzwingung neuer Rollenbilder.

            Das System gehört natürlich auf den Prüfstand. Wichtige gesellschaftliche Ansatzpunkte sehe ich bei Sorge-, Umgangs- und Unterhaltsrecht. Die Bedürfnisse der Kinder müssen in den Vordergrund gerückt werden. Aktuell ist das nur ein Schlachtfeld für Mütter.

            • nochmal.. ich halte das splitting nicht für einen weg, frauen vom arbeiten abzuhalten. Aber ich glaube, das lässt sich fairer lösen. Ich halte generell sehr wenig von dem ganzen einkommenssteuersystem. Ich mag auch die pendlerpauschale abgeschafft wissen, die werbungskosten… alles. Die einkommenssteuer soll vom einkommen abhängen und sonst von nichts.

            • Das stimmt wohl. Ansätze gibt es im europäischen Ausland viele verschiedene.

              Das alles hat mit Kinder- und Familienförderung aber nichts zu tun. Der einzige Aspekt im Steuerrecht ist das Kindergeld bzw. der Kindersteuerfreibetrag.

            • Ganz ehrlich ohne die Erstattung der Kosten die ich habe müsste mein Gehalt entweder deutlich erhöht werden oder die Steuern deutlich gesenkt werden.

              Wenn Firmen ihre Kosten Steuermindernd wirksam machen können, muss dies Privatpersonen auch möglich sein.

            • Steuern allgemein senken, klar. aber bei der pendlerpauschale.. die pendler haben einen grund, warum sie da wohnen, wo sie wohnen. ich wohne nahe am arbeitsplatz, die kosten, die ich für das wohnen zahle liegen deutlich über dem, was ich weiter weg zahlen würde. miete oder kredit kann ich auch nicht absetzen….

        • „Die Ehe wird als wirtschaftliche Gemeinschaft betrachtet mit weitreichenden Folgen wie eheliche Solidaritätspflicht und Rentenausgleich.“

          Naja, auch bei Gütertrennung kann man das Splitting nutzen und Versorgungsausgleich bei der Rente kann per Ehevertrag ausgeschlossen werden.

          „Selbst wenn deine Frau kein Einkommen erwirtschaftet hat sie kein Anrecht auf Sozialleistungen solange du leistungsfähig bist. Erst dann wenn die Gemeinschaft selbst nicht leistungsfähig genug ist gibt’g Geld vom Amt.“

          Dafür muss man nicht verheiratet sein, dafür reicht schon eine ehelose Lebensgemeinschaft.

          Aber Grundsätzlich gehört Splitting abgeschafft. Das niedrigere Einkommen höher zu besteuern fand ich schon immer idiotisch. Des Weiteren kenne ich *wirklich* viele Frauen, die nur auf 450€-Basis oder Teilzeit arbeiten gehen „weil sich mehr Arbeit mit LStKl 5 nicht lohnt.“ Klingt komisch, ist aber so…

          • Naja, auch bei Gütertrennung kann man das Splitting nutzen und Versorgungsausgleich bei der Rente kann per Ehevertrag ausgeschlossen werden.

            Die Gütertrennung ist aber keine vollständige Trennung. BGB § 1360 schlägt sich im Zugewinnausgleich und Erbrecht nieder.

            Dafür muss man nicht verheiratet sein, dafür reicht schon eine ehelose Lebensgemeinschaft.

            Ganz so einfach ist das nicht. Es gelten einige Regeln und die Beziehung muss von ihrer Art her geeignet sein um annehmen zu können, dass gegenseitige Verantwortung übernommen wird. Mit ein wenig Weitsicht können Menschen also problemlos in »Wilder Ehe« leben ohne gegenseitige Fürsorgepflicht.

            Das niedrigere Einkommen höher zu besteuern fand ich schon immer idiotisch. Des Weiteren kenne ich *wirklich* viele Frauen, die nur auf 450€-Basis oder Teilzeit arbeiten gehen “weil sich mehr Arbeit mit LStKl 5 nicht lohnt.”

            Wer zwingt sie den zu LStKl 5? Es steht ihnen frei auf LStKl 4 zu wechseln. Und zum Splitting müssen sich beide einverstanden erklären. Davon abgesehen spielt die LStKl keine Rolle weil beim Lohnsteuerausgleich das alles verrechnet wird. Eine Familie mit IV/IV unterliegt bei identischem Gesamteinkommen der gleichen steuerlichen Belastung wie eine Familie mit III/V.

            Problematisch ist das nur wenn Frauen ihr Einkommen nicht als Teil des Familieneinkommens sondern als persönliches Taschengeld betrachten. Dann lohnt sich das natürlich nicht. Aber das ist ein anderes Thema.

            • Natürlich ist es am Ende des Jahres völlig wurscht, welche Steuerklassen man hatte. Aber wenn ich vorschlage, man könnte ja auf IV/IV wechseln, kommt dann sowas zur Antwort wie „Ach ne, dann müsste ich mich ja an den Haushaltskosten beteiligen, so hab ich das ja für mich.“ #megafail

  4. Über die Pille für den Mann:
    http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/pille-fuer-den-mann-eberhard-nieschlag-ueber-verhuetung-beim-sex-a-876317.html

    Ich würde mich übrigens auch nicht drauf verlassen, dass mein Freund die Pille nimmt. Nicht weil ich ihm nicht vertraue, sondern weil eine Schwangerschaft aktuell so eine riesige Katastrophe wäre, dass ich die Verantwortung darüber nicht an eine dritte Person abgeben wollte. Ich weiß ja von mir selbst, wie schnell man mal eine Pille vergisst (keine Panik: nicht, während ich in Beziehungen war). Wobei es schön wäre, wenn es sie gäbe und man doppelte Sicherheit hätte.

    Aber viele Männer schaffen ja nicht mal das, was ihnen als Möglichkeit bleibt. Ich habe auch lieber Sex ohne Kondom, aber das ist für mich kein Grund, eine Schwangerschaft zu riskieren. Einer meiner Exen hat es nie hingekriegt, Kondome zu kaufen, so dass ich das zusätzlich zur Pille auch noch übernehmen musste (in einer Zeit, in der ich auch ohne zusätzliche Ausgaben schon am Existenzminimum lebte). Allerdings war der auch 14 Monate, nachdem wir uns getrennt hatten plötzlich Vater, so dass ich mich im Nachhinein frage, ob er da nicht irgendwie einer idiotischen Wunschvorstellung nachhing…

  5. Ach, wie nichtig diese Gedanken doch wären, würde man die Ehe nutzen, seinen Gelüsten nachzugehen und auch in dieser mehr Wert sehen, damit nicht bei jeder Kleinigkeit die Scheidung eingereicht wird… ach ja, dann gäbe es auch nicht das Problem von Ungerechtigkeit. Ungerechtigkeit weil nach der Trennung einer immer zahlen muss und der andere einen großen Teil seines Lebens in die Erziehung eines Kindes steckt. Ungerechtigkeit weil Verhütungssache beiderseitige Verantwortung und Konsequenz ist (in Bezug auf: was, wenn ich mich neu verliebe und dann doch noch mal Kinder möchte).

    All diese „Problemchen“ sind ein Produkt der „Neuzeit“. Das ist diese Zeit, wo Frauen glauben Emanzipation bedeutet auf den Recht der Männer rumzutrampeln und wo Männer keinen Bock mehr haben, den Ernährer zu verkörpern.

    Aber na ja, nun sind wir hier und sprechen über Gerechtigkeit in Sachen Verhütung. Mein Vorschlag: jeder der Partner sucht sich die Art der Verhütung aus, die am besten funktioniert, auch wenn es dann doppelt ist. Keine Misstrauensfragen die aufkommen, keine ungewollten Schwangerschaften (und wenn es doch passieren sollte, dann einfach mal akzeptieren, dass es wohl eine höhere Macht gibt😉 ) und keine Vorwürfe, von wegen: „Immer muss ich mich darum kümmern“.

    (Ich plädiere aber immer noch zur Ehe und wünsche jedem sein Glück darin zu finden.)

    • naja.. die ehe als allheilmittel.. das is wohl nicht mehr wirklich praktikabel. und das hat auch nichts mit der emanzipation zu tun.
      Würden meine Frau und ich uns trennen, hätte ich auch gar kein problem damit, weiterhin für den unterhalt verantwortlich zu sein. unsere kinder waren wunschkinder, ich war da bei der entscheidung absolut gleichberechtigt dabei. Sollten wir uns um das Erziehungsrecht streiten, gibt es da ungerechtigkeiten, aber auch da.. egal wie sehr wir uns streiten würden, ich glaube, für die kinder würden wir da eine gute lösung finden. Aber um wunschkinder ging es mir in dem post nicht. es ging mir hier um den unfall, dessen ausgang alleine die frau entscheiden kann und der mann mit den konsequenzen der frau leben muss. das finde ich falsch.

      • Im letzten Punkt stimme ich dir absolut zu, doch sprechen wir hier nicht mehr von Verhütungsgerechtigkeit, denn Verhütung beginnt sowieso vorher (das sagt ja schon die Erklärung des Wortes an sich). Und diese Gerechtigkeit ist durchaus machbar.

        Die Ehe mag nicht das Allheilmittel sein, aber immer noch die bessere Alternative.

        Die Pille danach ist nur ein Produkt für die heutige egozentrische Gesellschaft, die den Wert einer Ehe und Familie kaum noch schätzen und rein ihren Gelüsten folgen. Die vergessen haben, dass sexuelle Freiheit auch Einsamkeit bedeuten kann, die gerade in Notzeiten spürbar wird, da wo der Zusammenhalt einer (großen) Familie existenzrettendend sein kann. Doch da triffte ich auch schon wieder zu sehr ab.

        Ich kritisiere eben nicht nur die ungerechte Entscheidungsfreiheit über ein mögliches Leben, sondern die Möglichkeit überhaupt zu solch einer Situation zu kommen, angefangen bei der egoistischen Haltung: hauptsache Spaß, egal ob auf Kosten anderer.

        • da kommen wir in eine geschichte, wo sich ein paar unserer werte beissen werden. auch wenn ich leidlich konservativ bin. freiheit is für mich der wichtigste wert. beim einvernehmlichen sex sehe ich keine kosten der anderen. und ob wer nur einen, zwei oder tausend sexpartner in seinem leben hat, ist mir gänzlich egal.
          Bei der abtreibung.. die möglichkeit ist bei uns legal, und es gibt auch gute gründe, warum das so ist. ich kann damit gut leben, auch wenn ich eine abtreibung nicht mit der pille danach in einem topf sehen will. Eine konventionelle abtreibung käme für mich in meinem jetzigen lebensstand nicht in frage.. als meine frau und ich noch 19 waren? puh, das wäre durchaus keine leichte entscheidung geworden.
          Die Ungerechtigkeiten bei der verhütung ist einfach, dass es für den mann keine so große auswahl gibt, sich sinnvoll gegen eine ungewollte vaterschaft zu schützen. Kondome.. eher was zum gesundheitsschutz.. vasektomie? nichts was ich in erwägung gezogen hätte, bevor ich meine kinder hatte. Das war es für den mann dann auch. ich kann durchaus verstehen, dass sich da manch single mann mehr wünschen würde.

          • Welche Freiheit meinst du😉 ? Da du verheiratet bist, meinst du sicherlich nicht die sexuelle Freiheit wechselnder Partner. Und wenn du die Ehe als Beschenidung deiner Freiheit siehst, dann scheint wirklich unsere Wertevorstellung auseinander zu gehen. Das gleiche gilt für die gefühlte Beschneidung der Freiheit, sobald Kinder mit ins Spiel kommen.

            Freiheit ist in meinen Augen sehr fragwürdig, denn abhängig und somit unfrei sind wir von vielen Dingen: wir brauchen Nahrung, um zu überleben, Wärme um nicht zu erfrieren und Liebe, um seelisch nicht zu Grunde zu gehen (all das kostet irgendwie immer etwas und ist somit nicht frei). Der Mann ist häufig schon allein von seinem Trieb abhängig😉 und wie einfach, ungezwungen und risikoarm wäre hier eine Ehefrau, die natürlich ihren Mann versteht und aus Liebe ihren Ehepflichten nachkommt. Zu Zeiten der geringen Verhütungsmöglichkeiten auch für die Frau, gab es neben Tierdarmkondomen auch noch Coitus interruptus, aber dass ist eher für geübte Paare eine fast sichere Methode. Womit wir wieder bei den längerfristigen Parnterschaften sind.

  6. Pingback: Frauen vertrauen, die die Pille nehmen | Alles Evolution

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