Safe-Space


Wenn man Offenheit mit Einschränkungen erkämpfen muss

Es ist jedoch ein altbekanntes Muster, dass bei feministischen Diskussionen meistens sofort jemand zur Stelle ist, der die Debatte auf die Interessen von Männern zu lenken versucht und damit das ursprüngliche Gespräch – ob beabsichtigt oder nicht – sabotiert.

Oft gelesen. Aber ernsthaft, wo findet das statt? In der Presse? Im Fernsehen? Auf Konferenzen?
Klar ich bin parteiisch. Aber mir scheint es so, als wäre genau das Gegenteil der Fall. Wann immer wer öffentlich über Männer diskutiert, bekommt man die Jahrtausende der Unterdrückungskeule über den Kopf gezogen.

Setzen sich Männerrechtler zusammen, wollen eine Konferenz abhalten, wird dies sofort in die frauenhassende Naziecke geschoben. Da wird nicht hingegangen und diskutiert, nein, da wird gedroht, gestört und sabotiert. Wann gab es die letzte Demo gegen eine feministische Konferenz?

Ja, auch in der Einleitung zum Femcamp wird das gleich sehr deutlich gemacht:

Bei all dem sind wir uns bewusst, dass es in unserer Gesellschaft ungleiche Machtverhältnisse gibt und Diskriminierung nur in jeweils eine Richtung passiert (es gibt keinen „umgekehrten Rassismus“ oder „Sexismus gegen cis-Männer“).

Nicht nur, dass man über Benachteiligungen von Männern wegen ihres Geschlechts nicht reden darf, nein, es wird postuliert, dass es diese nicht gibt. Würde eine meiner Teamleiterinnen sich hinstellen und einem ihrer Mitarbeitern auf den Arsch klopfen und sich dann über seinen zu kleinen Schniedel lustig machen, wäre das natürlich sexuelle Belästigung. Gar mit Machtgefälle. Alles da.

Ich finde es ziemlich erstaunlich dass sich jemand hinstellt und sagt, dass feministische Plattformen ein Problem damit hätten, dass zuviel über die Anliegen der Männer diskutiert wird. Konsequent wäre bei Veranstaltungen, die der feministischen Theorie mit ihrem Werkzeugkasten anhängen, eine Quote für Geschlechter, sowie eine Redeliste, bei der abwechselnd ein Frauen- und dann ein Männerproblem diskutiert wird, und falls dann eine Seite kein Problem mehr hat, darf die andere darüber bestimmen, ob es weitergeht oder nicht.

Der Feminismus, antretend als eine Bewegung für Gleichberechtigung, wie hoch ist der Prozentsatz der Männerprobleme?

Ja, es stimmt, es gibt Stereotype. Es stimmt ebenso, dass Männer ob ihres Geschlechtes tendentiell mehr Respekt entgegengebracht wird. Es ist aber ebenso richtig, dass Frauen, ebenfalls ob ihres Geschlechtes, mehr Empathie entgegengebracht wird. Man kann darüber streiten, ob und wenn ja wie man diese Gefälle bekämpfen muss. Aber nur eine Seite anzugehen, das hat nichts mit Gleichberechtigung zu tun.

10 Gedanken zu „Safe-Space

  1. Das ist doch eh nur ein verkapptes Lesben- und Transen-Kaffeekränzchen und die schwurbeln irgendeine Pseudo-Legitimation zurecht, dass sie einerseits unter sich sein wollen und andererseits sich nicht mit Kritik befassen wollen. Kaujm der Rede wert, besser dafür sorgen, dass solche idiotischen Freakshow-Veranstaltungen keine öffentlichen Fördergelder mehr bekommen.

    • Ich schalte ja so ziemlich alles frei.. auch den kommentar.
      Ich hab gar nix gegen ein Lesben und Transenkaffeekränzchen. Sollen sie Spass haben. Das Freakshow Ding.. verkneif dir sowas künftig auf meinem Blog bitte.

  2. Das FemCamp ist strukturell vergleichbar mit einem Treffen von NPD-Mitglieder, die sich über die Gefährlichkeit von Ausländern austauschen wollen und sich gegenseitig erzählen, wann und wo in Europa ein Ausländer falsch geparkt hat und den armen diskriminierten Einheimischen den Lebensraum gestohlen hat. Ein Barcamp ist das Gegenteil einer (wissenschaftlichen) Konferenz, es geht nur darum, die eigenen Vorurteile und selektive Wahrnehmung von anderen bestätigt zu bekommen (a.k.a. Gehirnwäsche) und ein „Wir“-Gefühl zu erzeugen, damit man mit seinen Denkfehlern nicht so alleine ist. Deswegen ist es logisch, Personen und Beiträge auszuschließen, die Irrtümer beseitigen und das „Wir“-Gefühl unterminieren.

    Man kann niemanden zwingen, sich aufzuklären und dazuzulernen, anders gesagt gibt es ein faktisches Grundrecht auf Dummheit. Davon machen die NPDler und die radikalen Feministen ganz einfach Gebrauch. Beim FemCamp und z.B. damals bei der Piratinnenkon.

    Solange sie auf ihren Camps keine Straftaten begehen, z.B. Volksverhetzung („Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, … die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet“), kann man nichts gegen dieses und ähnliche Camps machen.

    Veranstalter und Finanzierer ist offenbar ein Verein http://www.genderraum.at, der von Spenden lebt und sich nicht als gemeinnützig bezeichnet, also von daher rechtlich nicht zu beanstanden.

    Wichtig ist nur zu verhindern, daß die allgemeine Öffentlichkeit den Eindruck gewinnt, das Camp sei wissenschaftlich seriös oder demokratisch oder Zeichen breiter Zustimmung zum Radikalfeminismus.

  3. „Bei all dem sind wir uns bewusst, dass es in unserer Gesellschaft ungleiche Machtverhältnisse gibt und Diskriminierung nur in jeweils eine Richtung passiert (es gibt keinen “umgekehrten Rassismus” oder “Sexismus gegen cis-Männer”).“

    Es gibt zwei strukturelle Probleme:

    1. Es wird nur eine einzige Quelle von ungleichen Machtverhältnissen betrachtet: Geschlecht. Und das auch nur eindimensional. Demzufolge stehen Männer immer und jederzeit oberhalb von Frauen. Jede zwischengeschlechtliche Interaktion wird auf diese Seite interpretiert.
    Dagegen ist zunächst auch nichts zu sagen; Das kann man so machen und es fallen einem dann auch einige Sachen auf, die sehr interessant und lehrreich sein können.
    Problematisch ist, wenn man sich dann ausruht und meint, man hätte genug gedacht.
    Man kann diese theoretische Brille auch umdrehen und die Welt betrachten als einen Hort männlicher Ausbeutung durch Frauen. Auch diese Sichtweise wird interessante Erkenntnisse zu Tage fördern.
    Komisch, oder? Beide Sichtweisen, vollkommen gegenteilig, liefern interessante und richtige Erkenntnisse, woran kann das liegen? Klar: an der Brille. Sie ist eben nur eine Brille, sie legt den Fokus auf einige Aspekte während sie andere ausblendet.
    Die anderen Aspekte, die ausgeblendet werden, sind andere Quellen von ungleichern Machtverhältnissen. Geschlecht ist nur einer von vielen denkbaren, die sich mal so, mal so äußern.
    Ethnie ist ein Punkt, der im Feminismus als Intersektionalität inzwischen weithin anerkannt ist. Auch Behinderung und sexuelle Orientierung sind so Punkte. Andere sind aber nicht angekommen, z.B. Mobbing-Opfer, Waisen, Alleinerzogene, psychisch Erkrankte – ja selbst die Klassenzugehörigkeit wird vom Feminismus weitgehend ignoriert! Und vor allem: dass auch Personen, die auf der einen Seite vielleicht strukturell im Vorteil sein können, in anderen Bereichen Probleme haben können. So kann auch der so gern gescholtene weiße, heterosexuelle Mann von Ausgrenzung und Unterdrückung betroffen sein, weil er in anderen Bereichen, die dort ausgeblendet werden, betroffen sein kann. Der Feminismus hat gesellschaftlich gesehen die Definitionsmacht darüber, welche Felder von Benachteiligungen relevant sind und welche nicht. Er schließt qua dieser Macht einige kategorisch aus – ein gewalttätiger Akt.

    2. Der Zeit-Aspekt wird vollkommen ausgeblendet, auch dies ein Machtmittel. Der Feminismus ist ja immer angetreten als eine Bewegung, die die soziale Realität verändern will. Und dies gelingt ihm auch. Seine Axiome passt er an die veränderten Realitäten aber nicht an. Im Gegenteil: Er radikalisiert sich zunehmend. Man verändert die Realität, passt sich aber nicht daran an.
    Und man kommt auch gar nicht in die Verlegenheit, das tun zu müssen, wenn man axiomatisch festlegt, dass manche Gruppen per definitionem von Benachteileigungen nicht betroffen sein können. Und es auch nie werden können.
    Merke: Egal, wie sich die Realität verändert, dass – z.B. – Männer niemals unterdrückt sein können ist ein Naturgesetz (während die eigentlichen Naturgesetze als sozial konstruiert gelten).

  4. Die Frage, ob ein BarCamp mit so einem Schwerpunkt nötig sei, sollte sich einerseits gar nicht stellen – wenn sich Leute finden, die es organisieren, gibt es offensichtlich Bedarf, der keine weitere Rechtfertigung benötigt.

    Ich habe den Originaltext jetzt schon mehrere Male gelesen und bin immer noch fassungslos über den Grad der Verstrahlung.

    Solche Momente sind gute Gelegenheiten zu hinterfragen, ob man nicht vielleicht in anderen Fällen ein Privileg genießt, dessen man sich gar nicht bewusst war. Ob man vielleicht gerade darum besonders empört ist, weil man und die eigenen Interessen/das eigene Wohl/die eigene Teilnahme/die eigene Zustimmung sonst oft (wenn auch nicht immer) in den Mittelpunkt gestellt werden, und ob das vielleicht manchmal sogar auf Kosten anderer geschieht, mit denen man vielleicht mehr Solidarität zeigen und Empathie empfinden könnte.

    Netter Trick: „Du bist nicht einverstanden? Wohl nur deshalb weil du es nicht gewohnt bist, dass die Welt nicht nach deiner Pfeife tanzt, du privilegierter Arsch. Dein Missfallen ist Beweis für deine Schlechtheit, und jetzt hau ab und geh deine Privilegien checken, Sünder!“

    Komplett selbstimmunisiert. Gegen jede Kritik, nicht falsifizierbar. Wer kritisiert fürchtet in Wahrheit nur um seine Privilegien, es gibt keine andere Möglichkeit. Der Schreiber gutbauchdenkt Doppeldenk, doppelplusungut.

    Ich fürchte aber um etwas ganz anderes als um meine Privilegien. Welche Privilegien eigent… lassen wir das. Mach mal folgendes Experiment: Was muss man an diesem Text ändern, damit er eine Veranstaltung und das Verhalten von, sagen wir mal, Terroristen, Nazis oder Kinderschändern zu legitimieren?

    Wenig.

    Eigentlich nichts.

    Und genau so viel halte ich von der Veranstaltung.

  5. „Es stimmt ebenso, dass Männer ob ihres Geschlechtes tendentiell mehr Respekt entgegengebracht wird.“

    Tatsächlich? Von mir nicht. Ich nehme sie tendentiell ernster wenn es um körperliche Auseinandersetzungen geht. Ich gebe Männern einen Vertrauensvorschuß bei der Kompetenz in typischen Männerdomänen, genauso wie Frauen in typischen Frauendomänen. So wie ich eher bei einen Teenager Kompetenz über die aktuellen Charts vermute. Was in allen Fällen nicht heißt, daß ich mich nicht gerne eines besseren belehren lasse.

    Aber Respekt? Nein.

    Aber das nur am Rande. Das Femcamp ist ein fantastische Beweis dafür, wie Leute die sich behaupteterweise um Gleichberechtigung kümmern, nichts weiter als faschistische Männerhasser sind. Und diesen Gesellschaftsfähig machen.

  6. Das FemCamp erreicht die Aufmerksamkeit der österreichischen Polit-Prominenz und auf Twitter fliegen wieder mal die (Satz-) Fetzen:

    Rudi Fußi ‏@rudifussi 19. Juni
    Eh gscheiter, dass Männer nicht zum #femcamp dürfen. Die würden alle schwul werden.

    Ist dieser Rudi Fußi tatsächlich schwul? Finde nur einen einzigen Hinweis darauf.

    • Wahrscheinlich ist er schwul; unter der Annahme ist der folgende Tweet von Oberfeministin sanczny bemerkenswert:

      • wordpress bringt mich zur Verzweilfung. Bei dem Kommentar um 11:03 wurde aus dem link auf den Tweet eine komplette eingerückte Kopie des Tweets, deswegen steht er doppelt drin.
        Beim Kommentar um 12:49 blieb der Link stehen … hier also der Tweet von sanczny:

        SocialJusticeWorrier ‏@sanczny 19 Std.
        .@rudifussi selbst wenn sie schwul wären, könnten sie heterosexistisch sein. wo haben sie denn ihr wissen über diskriminierung her?

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s