Radikale


Immer mal wieder wird einem bei Feminismuskritik erwidert: jaja, Radikalfeminismus ist total doof, das ist ja auch nicht, was Feminismus eigentlich ist. Feminismus steht für Gleichberechtigung, wenn du gegen Feminismus bist, dann willst du den Frauen das Wahlrecht aberkennen und Vergewaltigung legalisieren.

Ok, radikal hat oft einen negativen Beigeschmack.
Schauen wir uns andere Gruppen an, die wir mit radikal belegen. Da gibt es die Rechtsradikalen. Was unterscheidet die von den „normalen“ Rechten? Die Ziele? Deutschland den Deutschen unterschreiben auch die nichtradikalen Rechten. Wohl eher die Mittel und die Skrupellosigkeit, mit der diese durchgesetzt werden sollen. Linke und Linksradikale wollen beide den Kapitalismus in die Schranken weisen.
Radikale Gruppen haben zumeist die gleichen Ziele wie die gemäßigten Gruppen, gemäßigte Gruppen sind nur nicht skrupellos.
Wenn nun also ein Radikaler die Ziele einer Bewegung teilt, nur keine Rücksicht auf andere nimmt und die extremen Mittel wählt, dann müsste ein Radikalfeminist, wenn Feminismus synonym für Gleichberechtigung ist, eine Quote für Sorgerechte fordern, eine Frauenwehrpflicht usw.
Dennoch findet sich im Radikalfeminismus so etwas nicht, es ist vielmehr eine Bezeichnung für die Misandrie im Feminismus. Der Radikalfeminismus will das „Patriachat“ mit allen Mitteln bekämpfen und abschaffen. Danach hat es nicht gleiche Rechte, sondern weibliche Herrschaft und Männer sind wahlweise unterdrückt, wandelnde Samenbanken oder gar nicht mehr nötig.
Es sind nicht nur Feminismuskritiker, die nicht mehr glauben, dass Feminismus sysnonym mit Gleichbrechtigung ist, auch die radikalen Feministen selbst sehen das so.

Wie schön wäre es, wenn sich der Teil des Feminismus, der an das allmächtige Patriachat glaubt und dieses bekämpfen will, abspalten würde, und man mit diesen ähnlich wie mit den Marxisten diskutieren könnte, die an das allmächtige Kapital glauben. Und es dann eben eine balastfreie Gleichberechtigungsbewegung gäbe, die sich die Gesellschaften anschaut wie sie heute sind und Lösungen für Probleme findet.

15 Gedanken zu „Radikale

    • Ich glaube schon. Immer mehr Menschen fällt auf, was sich inzwischen als Feminismus verkauft. Das geht nicht lange so weiter. Vor 15 Jahren war Feminismus für mich noch was sehr positives (gleichberechtigung, frau nicht nur herd) das hat sich gewandelt. Und das wird weiter so gehen. Die Mehrheit will gleichberechtigung. Das muss dann auch wer vertreten.

      • „Die Mehrheit will gleichberechtigung.“

        Ja und dann lesen sie das Feminismus für Gleichberechtigung ist und von da an beszeichnen sie sich als Feministin. Und wer dann nicht für Feminismus ist, ist auch nicht für Gleichberechtigung. Und solche Leute müssen ja böse sein.

        • Ich glaube, immer mehr Menschen sehen den Feminismus eben nicht mehr synonym mit Gleichberechtigung. Und mein Ziel ist es, es noch mehr Leuten zu erklären. Ob das die Leute sind, die das Brüderle Ding einseitig fanden, die, die die Schnauze vom BinnenI voll haben, die, die eine Quote dämlich finden, die, die finden, dass wenn das Unsichtbarmachen eines Geschlechts furchtbar ist, nicht ganz glauben wollen, dass Feminismus dann der richtige Name für eine Gleichberechtigungsbewegung ist.. ganz egal.

            • „Nee, Feminismus ist nur noch ein Synonym für Männerhass und Sexfeindlichkeit.“
              Sehe ich tatsächlich nicht so. Die Gründe, warum sich wer dieser Ideologie zuordnet sind doch sehr vielfältig.
              Männer, die sich als Frauenversteher sehen, einen überausgeprägten Beschützerinstinkt haben, erhoffen sich dadurch Sympathie und natürlich auch sex.
              Dann gibt es Frauen, denen tatsächlich Gewalt angetan wurde, und die durch konstrukte wie die Rape-Culture das Verhalten des Mannes erklärt und auch noch entschuldigt bekommen.
              Dann geht es vielen hier auch schlicht um Macht. Um (zusätzliche) Privilegien.
              Ich kann mich nun hinstellen und mir überlegen, warum ich nach 20 Jahren Karriere immernoch kein Vorstand bin, Gründe bei mir suchen, oder ich kann es mir einfach machen und an eine gläserne Decke glauben.
              Wenn man mal angefangen hat, sich mit Feminismus oder Maskulismus zu beschäftigen, dann ist es recht einfach, den Geschlechtern Verhalten zuzuschreiben und auf das Geschlecht von z.B. Journalisten zu achten.

            • Naja, ich wage es denn doch zu bezweifeln, dass eine halbwegs intelligente Frau, die ein wirklich positives Bild von Männern und Sex hat, sich ernsthaft mit aktuellem (radikal-)feministischen Gedankengut identifizieren kann.

            • Da bin ich bei dir. Aber die meisten Frauen (und Männer) wissen überhaupt nicht, was Feminismus alles beinhaltet. „Feminismus=für starke frauen sein“ ist so eine gängige Assoziation.

          • Aber Feminsitinnen zu erklären, dass Feminimus von falschen Tatsachen/Sachverhalten ausgeht und dort auch eine Menge Männerhass drin ist, ist nicht ausreichend, deren Einstellung zum Feminismus zu ändern. Selbst Frauen wie Mira, deren Kommentare und Artikel ich immer gut finde, nennen sich trotzdem Feministin, obwohl sie schon lange auch bei Maskulisten-Blogs mitlesen und über die Diskriminierung von Jungen und Männer einigermaßen informiert sein sollten.

            Wie kann man da noch einem Feminismus anhängen, der dafür sorgt, dass auch wenn Männer den mit Abstand größten Teil der Betroffenen stellen, Hilfe nur für Frauen und Mädchen gefordert wird. Auch wenn man sich speziell für die Bekämpfung von Frauendiskriminierung einsetzt, kann man doch nicht ignorieren das der Feminismus hier aktiv für eine Männerdiskriminierung sorgt. Hilfe sollte immer den Betroffenen helfen, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe etc. Wer etwas anderes vertritt, hat in meinen Augen ein komisches Verständnis von Gleichberechtigung oder auch meinetwegen Gleichstellung.

            Mein Blick auf den Feminismus ist wahrscheinlich einseitig, aber das was ich sehe ist für mich ausreichend, diesen in der heutigen Form abzulehnen und dessen Einfluss in den westlichen Staaten als größtenteils problematisch zu betrachten. Feminismus sorgt für mich nicht mehr für mehr Gerechtigkeit und Emanzipation.

            • Ich hatte gestern schonmal gesucht, wieviele Menschen sich hier den Feministen zurechnen. Ich habe keine Umfrage gefunden (komisch eigentlich). Ich vermute aber, dass es ein verschwindent kleiner Prozentsatz ist.
              Ich, und viele andere, sind nicht mehr bereit, dem Feminismus die Meinungshoheit zu Geschlechterfragen zu überlassen.

  1. Radic = Wurzel.

    Die Annahme ein Problem durch die Entfernung der Ursache ( Wurzel des Problems ) zu lösen halte ich für sehr Gesund. Personen die wenig Reflexionsvermögen besitzen als Radikal zu bezeichnen ist irreführend. Ein Wort welches viel besser passen würde ist; Zelot ( Eiferer ).

    Ideologisch getriebene Personen (z.B. Nazis) die die Ursache eines Problems (z.B. Armut) bei einer einzigen Gruppe (z.B. Juden) suchen haben eben NICHT die Wurzel gesucht, keine Radikale sondern eine Oberflächliche (oder Flache) Erklärung gefunden. Ich hoffe ich konnte überzeugen.

    • Nicht wirklich. Hatte das radix drin (habe vor ner weile das buch radikal führen gelesen.. )
      Radikal für gruppen zielt aber imho nicht auf die wurzel des problems, sondern auf die wurzel der ziele selbst.

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