Anita Sarkeesian


Vorab: Ich arbeite in der Spieleindustrie, ich kenne den Sprachstil und die Gemütslage einiger Gamer, und ich selbst habe da auch schon massive Drohungen erhalten. Ich traue einigen Gamern recht viel zu.
Ich würde auch durchaus die von Anita veröffentlichen Tweets glauben. Allerdings:


Das ist schon ungewöhnlich.
Rein wirtschaftlich betrachtet hat sich das Veröffentlichen dick gelohnt. Heute berichtet sogar Spiegel Online darüber.
Sage ich, dass die Tweets gefaked sind? Nein, das steht mir nicht zu. Ich frage mich aber schon, warum keine Anzeige gestellt wurde. Scham kann es bei dem Medienrummel nicht wirklich sein.
Edit
Wenn ich das

richtig deute, dann gab es nun wohl doch eine Anzeige.

15 Gedanken zu „Anita Sarkeesian

  1. eine der fragen die auf der grafik aufgeworfen werden laesst sich ja noch einfach beantworten: warum is nix im suchfeld und niemand eingelogged? weil wer auch immer den screenshot gemacht hat, halt per link auf den tweet ist..
    aber ja, der Rest wirkt schon ein wenig seltsam & ja, die richtige Reaktion waere entweder Ignoranz oder Anzeige, je nachdem wie ernst man das nimmt. (Würde ich jeden Anzeigen der mich im Netz schon mal beleidigt oder bedroht hat, dann würde mich das im allgemeinen viel mehr mühe kosten als mir das dann Wert ist. Aber das muss jeder für sich selbst Entscheiden, gerechtfertigt ist da eine Anzeige allemal).

  2. Hmmmm… Morddrohungen sind doch sicher auch in den USA strafbar. Vortäuschen einer Straftat ist sicher auch in den USA strafbar. Könnte da wer mal eine Anzeige stellen?! Es trifft in jedem Fall den oder die Richtige(n).

  3. Dumme Frage an die Twitter-Experten (ich benutze Twitter nicht und kenne die Bedienung nicht): würde der erste Tweet sofort auf der Seite von Sarkeesian sichtbar werden, d.h. jeder, der sich zufällig in den drei Minuten auf Sarkeesians Seite verlaufen hat, hätte nach den Tweets dieses ominösen Dobson suchen und diesen snapshot machen können? (wobei unklar ist, ob nach den 10 noch weitere Tweets folgten).

    • Ergänzung: ich habe gerade mal testweise von irgendeiner Twitterseite nach „tom174“ gesucht und hatte sofort ein sehr ähnliches Ergebnis (deutsche Version natürlich): nicht eingeloggt, den Suchbegriff allerdings noch im Suchfeld

      Diverse Argumente, die dem kommentierten Screenshot genannt sind, sind irrelevant und unbrauchbar. Sowohl ein echter Belästiger wie ein Agent provocateur wird die Texte vorher vorbereiten, dann einen Fake-Account anlegen und dann das Feuerwerk loslassen. Korrekte Rechtschreibung ist auch verbreitet, die Kenntnis der Maximallänge von Tweets nichts besonderes.

      Die These, daß hier wahrscheinlich ein Agent provocateur am Werk war, müßte man wesentlich besser begründen.
      Die Benutzung unbrauchbarer Argumente macht keinen guten Eindruck.

      • jo.. da hast aber gezielt nach mir gesucht. woher wusste wer, dass der dobson da was schrieb? und das bereits 3 minuten nach dem ersten post? klar, dass kann alles sein, aber es ist doch schon unwahrscheinlich

        • „woher wusste wer, dass der dobson da was schrieb?“

          weil diese Tweets @femkrit enthielten, sind sie sofort und automatisch ganz oben auf der Seite von S. erschienen. In den Tweets sieht man den Benutzernamen kdobbsz, diesen Namen mit cut + paste ins Suchformular und eine Sekunde später hat man diese Liste.
          Bei den tausenden von Followern, die S. hat, ist es relativ wahrscheinlich, daß irgendwer (oder auch sie selber) in den drei Minuten die Seite von S. aufgerufen hat.

          Komisch ist alleine, daß der Suchbegriff kdobbsz aus dem Suchformular verschwunden ist, bei mir blieb er stehen. Kann aber ggf. an Browsereinstellungen liegen.

    • „Dumme Frage […] würde der erste Tweet sofort auf der Seite von Sarkeesian sichtbar werden“

      Nein, wird nur an Anita geschickt, aber die war offenbar nicht eingeloggt.

  4. Ganz ehrlich? Ich habe letztes Jahr im Februar auch Morddrohungen über das Internet bekommen. Einer gab sogar an, meine Wohnadresse zu kennen. (Übrigens kam der Mist von den allseits beliebten Typen bei 4chan.) Als ich Anzeige erstattete und die Screenshots vorlegte, war der erste Polizist natürlich völlig geschockt. Details zu den Bildern, die zusammen mit den Drohungen gepostet wurden, erspare ich dir an dieser Stelle. Was passierte? Einige Tage später musste ich zu den sogenannten „Experten für Internetkriminalität“. Diesen haben ich dann fast eine halbe Stunde lang erklären müssen, was Twitter, Blogs und 4chan ist. An 4chan kommt man eh nicht ran. Bei den Drohkommentaren auf meinem Blog war ihnen wohl die Suche nach den Personen hinter den IP-Adressen einfach zu mühsam. Auf Nachfrage: „kein Ermittlungsergebnis“. Und das Beste: Einen Monat später wurde ich von der ermittelnden Beamtin wegen Verbreitung von Pornographie angezeigt. Toll! Ich musste knapp 600 Euro für einen Anwalt blechen, der die Sache erledigt hat. Die Vorwürfe entbehrten nämlich jeglicher Grundlage. Es tut mir wirklich leid, aber ich würde wegen so etwas nie nie nie wieder zur Polizei gehen und ich rate das auch allen anderen, die ähnliches im Internet erleben. Klappe halten, untertauchen und sich lieber selbst auf die Suche nach den Menschen hinter den Accounts machen.

    • Das war echt noch letztes jahr? Ich bin sehr häufig mit der Polizei im Kontakt (meist Suizid Ankündigungen) und unsere Dienststelle geht da inzwischen sehr professionell damit um. Ja, es gibt hier Täter, die nicht ermittelt werden können, gerade wenn sie aus dem Ausland kommen, aber die Ermittlungsquote inzwischen ist doch sehr hoch.
      Gerade bei Suizid Androhungen ist der Wahrheitsgehalt (wenn ihr meine account nicht entsperrt, hat mein leben keinen sinn mehr) eher gering, aber lieber 100x zuoft als einmal zu wenig.
      Das mit dem jugendgefährdeten Schriften vorwurf… kacke, ja. Retourkutsche? Vielleicht. Erzkonservative Beamtin? Wahrscheinlich.
      Aber ich kann echt weiterhin nur jedem raten, der Drohungen erhält, die er ernst nimmt, Anzeige zu erstatten.

  5. Ich bin zwar kein Kriminalpsychologe, aber wenn ich mir die Tweets Inhaltlich und stilistisch anschaue sieht das eher nach der Anitaecke aus.
    Isbesondere das schwenken der Position, was es ja wirklich gibt, sieht man – die Wechsel passieren aber viel zu schnell.

    Alles in allem: Man muss davon ausgehen das es ein Fake ist.

    Und selbst wenn es kein Fake ist: Was hat D. mit Gamergate oder „Den Gamern“ zu tun?

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