Die Landtagswahl in Sachsen


Ich bin ein liberaler Mensch. Seit einiger Zeit auch ein FDP Mitglied.
Bevor ich in die FDP eingetreten bin, habe ich lange mit den Piraten geliebäugelt, da ich hier viele neue, großartige Ansätze sah. Ebenso sah ich die Piraten auf einem guten Weg, die Jugend aus der Demokratieverdrossenheit zu reissen.
Ich weiss, als FDPler ziehe ich mir den Spott vieler zu. Mövenpickler ist da noch einer der nettesten Vorwürfe.

Ich bin nur Parteimitglied, ich strebe keinerlei Mandat an. Mir ist es von daher egal, ob die VDS von der FDP oder den Piraten blockiert wird. Wer meine Bürgerrechte in den Parlamenten schützt, ist mir komplett egal, wenn das aber niemand tut, dann habe ich da extreme Schmerzen mit. Und da kommen wir immer mehr hin. Wir zerfleischen uns auf Nebenkriegsschauplätzen wie Mövenpick oder bombergate, statt klare Alternativen anzubieten.

Das liberale Bürgergeld ist zwar durchaus etwas anderes als das BGE, aber die Richtung ist ähnlich. Asylrecht, auch da sind sich die meisten Piraten und die FDP sehr nah. Lasst uns zusammen, in unseren Freundeskreisen, in unseren Blogs Bürgerrechte thematisieren. Lasst uns dagegen kämpfen, dass die Hälfte der Menschen überhaupt nicht mehr wählt. Wenn dann dabei rauskommt, dass der Wähler eben eine ruhige, nichtstuende Frau Merkel will, oder eine AfD, dann ist das so. Aber ich glaube nicht, dass das die Mehrheit wirklich will. Ich glaube die Mehrheit hat bereits aufgegeben.
Sie wurde zu oft enttäuscht durch leere Versprechen. Zuoft desillusioniert durch innerparteiliche Skandale. „Die da oben“
Verdammt noch mal. Vor gar nicht allzulanger Zeit gingen Menschen auf die Strasse, skandierten „Wir sind das Volk“ und waren unglaublich erfolgreich. Das damals erkämpfte Recht kann doch nicht einfach so wieder aufgegeben werden!

Wir haben gerade Rekordsteuereinnahmen und Rekordniedrigzinsen und diskutieren neue Abgaben und Steuern. Wirklich? Und wofür?

Ein Wort zur AfD. Die bedient sich ja gerade bei jeder politischen Richtung. Konservative holt sie sich über die Familie, liberale über „es kann nicht sein, das Privatunternehmen durch Staaten gerettet werden“ (jaha, so eine Aussage ist erzliberal) und Rechte mit ihren dummfugigen Asylsprüchen.
Was tut die FDP? Sie positioniert sich im Bundestagswahlkampf als ausschliesslich pro Europa. Nein, die FDP ist nicht die bessere AfD. Die Piraten kontern mit „1Mio Flüchtlinge haben in Sachsen Platz“. Sorry, aber damit positioniert ihr euch nicht gegen die AfD, ihr gebt damit Menschen einen Grund die zu AfD und NPD zu wählen. Wäre es nicht viel klüger gewesen, GG Art. 16a in den Vordergrund zu stellen?

Jeder, der politisch aktiv ist ist in der Pflicht den Wähler zu überzeugen. Ebenso ist es die Aufgabe jedes einzelnen, Politik mitzugestalten. Sei es durch das aktive und aber auch das passive Wahlrecht. Für mich ist Demokratie keine „Brückentechnologie“.

6 Gedanken zu „Die Landtagswahl in Sachsen

  1. „Lasst uns dagegen kämpfen, dass die Hälfte der Menschen überhaupt nicht mehr wählt.“

    Es sind mehr als die Hälfte der Menschen! Erstens ist nicht jeder Mensch wahlberechtigt und zweitens lag die Wahlbeteiligung in Sachsen unter 50%. Ich denke und hoffe die Wahlberechtigten werden langsam vernünftig und gehen immer weniger wählen, verweigern sich dieser Farce!🙂

    • die diskussion hatte ich im scienceblog schon… da es keine mindestwahlbeteiligungsquoten gibt, ist nichtwählen (für mich) keine alternative. und den etablierten parteien ist das auch wurst. ob die die mehrheit im parlamen von 10 oder 90% der wähler bekommen haben, schreckt sie nicht ab.
      Selbst wenn die parteien die niedrige wahlbeteiligung als problem sehen, dauert ein ändern darüber viel zu lange. ein piraten oder afd erfolg schreckt die da doch schon eher.

      • Das muss jeder selber entscheiden. Ich wollte nur klarmachen, daß Nichtwählen sehr wohl eine bewusste Entscheidung sein kann und bei mir zB auch ist. Selbst wenn die ihre Wahlkabine direkt neben meinem Frühstückstisch aufbauen würden, wählen ginge ich trotzdem nicht. Den Politikdarstellern und Pöstchenjägern ist es nämlich tatsächlich wurst ob die Beteiligung 30% oder 70% beträgt. Ihre Freundes und Familienpolitik, im Sinne von Pöstchen und Vorteilen, werden die eh weiter betreiben.

        Die AFD als Hoffnung? Halte ich für naiv, denn die werden in Kürze genauso abgehoben sein wie die anderen Parteien. Wetten?

        Von daher, viel Spaß beim Wählen …

  2. „Wer meine Bürgerrechte in den Parlamenten schützt, ist mir komplett egal, wenn das aber niemand tut, dann habe ich da extreme Schmerzen mit. Und da kommen wir immer mehr hin. Wir zerfleischen uns auf Nebenkriegsschauplätzen wie Mövenpick oder bombergate, statt klare Alternativen anzubieten.“

    Ein schöner Satz.

    Dem liberalen Freiheits- und Bürgerrechtsgedanken fühl ich mich auch verbunden. Es ist sehr schade, dass die FDP sich da verstiegen hat(te). Auch als Folge des Neo-Liberalismus und der Wahrnehmung der Bürger der FDP-Nähe dazu. Und natürlich die erwähnte Klientel-Politik.

    Es ist nicht gut, wenn eine Partei, die doch irgendwo diesem Gedanken im Kern hat, aus dem Parlament fliegt. Frage mich, was für eine Wahrnehmung die Wähler da teilweise haben.

    Vielleicht hängt da auch etwas mit der unseligen Ideologisierung über die Stiftungen, hier Friedrich-Naumann-Stiftung, oder bei der SPD die FES und HBS zusammen. Das und die Rekrutierung aus den Parteichargen heraus (von der Uni gleich als Parteifunktionär startend und z.B. feministische und andere Indoktrinationen hineintragend).

    • “ Frage mich, was für eine Wahrnehmung die Wähler da teilweise haben.“
      Meine Wahlkampferfahrung zeigt da ganz klar: FDP Partei der Superbonzen.
      Naja.. schaun wir mal, was sich da so alles bewegt. Hätte ich mehr Zeit, könnte ich deutlich was bewegen, nun kümmer ich mich etwas um die Netzpolitik im Landesfachausschuss… Meinungen nun werden echt gehört.

  3. Fällt mir noch ein, FDP und Bürgerrechte? Ist sicher was anderes als Menschenrechte, welhalb eine FDP Justizministerin auch ein feines Beschneidungserlaubnisgesetz gebastelt hat? Oder die FDP sich wirklich gegen die gesetzlichen Männerdiskriminierungen eingesetzt hat? Oder Parteimitgliederinnen Männer öffentlich als halbe Wesen bezeichnen können, ganz ohne Widespruch aus der FDP …

    Politikdarsteller – nur hohles Gerede, mehr nicht …

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