Der wahre Feminist


Ich glaube viele hier denken immer mal wieder, dass man selbst eigentlich der wahre Feminist ist.
Kritisiert man den realexistierenden Feminismus, so kommt immer wieder automatisch, man sei gegen Gleichberechtigung. Dass man die Geschlechter gerne schön brav in ihren angestammten Rollen drängen mag.
Nein. Jeder Mann, jede Frau soll sich selbst ihre Rollen aussuchen können. Da bin ich komplett dafür.
Es gibt genau einen Aspekt in meinem Leben, in dem das Geschlecht oder die sexuelle Orientierung meines Gegenübers eine Rolle spielt. Und zwar dann, wenn ich auf der Suche nach einem Paarungspartner bin.
Ja, es gibt sie, die „normale“ Rollenverteilung. Wurden wir dazu erzogen? Wahrscheinlich. Trägt da die Biologie ihren Teil dazu bei? Auch sehr wahrscheinlich. Aber alleine, dass sich die Ingenieure auf der einen Seite und die Erzieher auf der anderen Seite häufen, sagt nichts, aber auch rein gar nichts, über das einzelne Gegenüber aus. Ich käme nie auf die Idee, einen Hausmann oder eine Ingenieurin qua Geschlecht als unfähig hinzustellen.
Der Feminismus tappt hier aber immer öfter in die Falle, dass Geschlecht zu einem Charaktermerkmal zu machen. Es gibt so wenig Frauen in Führungspositionen, weil sie Frauen sind.
Der Maskulismus tut Ähnliches: Männer sterben früher, weil sie Männer sind (und der Feminismus den Männern die Gelder vorenthält).
Ich glaube ja folgendes:
Ich werde wahrscheinlich früher sterben als meine Frau, weil ich mich für ein stressiges Leben entschieden habe, 20 Jahre geraucht habe, 70h Wochen habe, mich nicht wirklich gesund ernähre und auch nur dann zum Doc gehe, wenn es wirklich sein muss. Dazu zwingt mich niemand. Ich bin ein freier Mensch, kann denken, und wenn ich etwas nicht will, muss ich mich ändern (zumindest das Rauchen hab ich nun seit 5 Monaten nicht mehr an der Backe).
Ich glaube, dass das alle Menschen können. Ich glaube, dass eine Frau, die Karriere machen will, ganz ohne Quote die gleichen Bedingungen hat. Keine meiner Wirtschaftsing. Kommilitoninnen hat Karriereprobleme. Niemand hält Frauen davon ab, ein erfolgreiches Unternehmen zu gründen. Niemand hält Männer davon ab, sich nicht der Leistungsgesellschaft zu unterwerfen. Es gibt in meinem Umfeld genug Lehrerpaare, die alles gleichverteilt haben, das geht.
Kann jeder alles auf einmal haben? Nein, das glaube ich nicht. Kann passieren, mit viel Glück und Geschick, ist aber unwahrscheinlich. Man muss Prioritäten setzen.
Wenn ich wirklich will, dass Mann und Frau gleich behandelt werden, dann kann ich nicht so tun, als läge die „Macht“ nur bei einem Geschlecht. Dann kann ich nicht behaupten, dass nur ein Geschlecht überhaupt diskriminiert werden kann.
Für den wahren Feministen darf das Geschlecht KEINE ROLLE SPIELEN. Nie. Weder im täglichen Leben noch im theoretischen Unterbau, noch bei der Eignung für Berufe, und am allerwenigsten in Gesetzestexten. Wenn ich für eine Seite immer mehr Steigbügel hinhalte, einseitige Förderungen, dann gleicht das Stereotype nicht aus, es zementiert diese.
Hört auf mit dem Quatsch. Lasst uns alle gemeinsam dafür kämpfen, dass Männer und Frauen freie Entscheidungen treffen können, für die jeder selbst die Verantwortung übernimmt.

8 Gedanken zu „Der wahre Feminist

  1. „Ich glaube, dass eine Frau, die Karriere machen will, ganz ohne Quote die gleichen Bedingungen hat. Keine meiner Wirtschaftsing. Kommilitoninnen hat Karriereprobleme. Niemand hält Frauen davon ab, ein erfolgreiches Unternehmen zu gründen.“

    Sag ich doch immer. Jede Art spezieller Förderung verzerrt das Ergebnis nur, so dass im Endeffekt niemand etwas davon hat.

    • Gegen spezielle Förderung habe ich noch nicht einmal was. Wenn wer schlecht in Mathe ist, soll sie oder er in Mathe gefördert werden. Ich halte es nur für absurd, dass eine Bewegung, die antritt die Geschlechter als konstruiert zu vertreten, das Geschlecht zur Förderbedingung, ja zu dem entscheidenden Kriterium zu machen.
      Du bist ein Entwicklerin. Ich bin ein Mann. Meine Programmierkenntnisse beschränken sich auf gaaaanz wenig PHP, bisschen Bash und ich kann SQL Statements so verfassen, dass ich danach die werte hab, die ich brauche. Du bist mir, wass programmieren angeht, himmelweit überlegen. Und das obwohl du vermutlich Brüste hast. Unglaublich, oder?

      • Mit „spezieller Förderung“ meinte ich eigentlich „geschlechtsspezifische Förderung“. Sorry, hatte ich wohl nicht eindeutig formuliert.
        Dein Beispiel mit der Matheförderung geht wohl in Richtung Nachhilfe. Die ist bei Bedarf sicherlich sinnvoll.
        Allerdings sollte jemand, der das Abi nur dank Mathe-Nachhilfe geschafft hat, nicht unbedingt ein Studium wählen, in dem Mathematik unverzichtbar ist.

        Äh .. mit den Brüsten beschränke ich mich auf Programmierung für das OSI-Layer 8.

  2. Für den wahren Feministen darf das Geschlecht KEINE ROLLE SPIELEN. Nie. Weder im täglichen Leben noch im theoretischen Unterbau, noch bei der Eignung für Berufe, und am allerwenigsten in Gesetzestexten. Wenn ich für eine Seite immer mehr Steigbügel hinhalte, einseitige Förderungen, dann gleicht das Stereotype nicht aus, es zementiert diese.

    Ich verstehe was du meinst und bin auch bei dir, und die Aussage wäre auch richtig, wenn das Ziel eine Gleichberechtigung aller Menschen egal welchen Geschlechtes wäre, ohne dass man an eine grundsätzlich sexistische Welt glaubt.

    Aber Feministen gehen nun mal davon aus, dass ein allüberall wirksames und geheimen Strukturen folgendes allen Männern nie näher benannte Privilegien sicherndes Patriarchat gibt, das sehr geschlechtsspezifisch darauf achtet, ja jede Frau – speziell aber Feministinnen – zu unterdrücken, klein zu halten, zu objektifizieren laber rhabarber (hier die alte Leier einspielen). Und so spielt das Geschlecht für Feministen eine die zentrale Rolle, alles wird darauf reduziert, jeder wird danach beurteilt ob er nicht vielleicht doch einer dieser nicht-diskriminierten weißen Männer (WHM) sein könnte.

    Und darum wird viel unternommen, um diese allüberall vorherrschenden Diskriminierungen aller nicht-WHMs durch „affirmative action“… ja, auszugleichen, indem man gegen WHMs diskriminiert um das empfundene Unrecht durch ein gegen-Unrecht auszugleichen. Indem man aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe und Sexualität diskriminiert. Indem man genau das tut, gegen das man vorgibt selber einzutreten: man lebt selbst ein grundsätzlich sexistisches Weltbild, um den Sexismus in der Welt abzuschaffen. Paradox, oder?

    Das Ziel der meisten Feministen (bis auf einige durchgeknallte Soziopathen, die gibts auch dort) ist Gleichberechtigung. Nur gehen sie von falschen Voraussetzungen aus, wodurch es ihnen unmöglich ist, diese zu erreichen. Denn sie bekämpfen die falschen Ursachen, mit den falschen Mitteln. Wie ein Steinzeitmensch, der den Göttern noch eine Ziege opfert, damit er nicht mehr hungern muss.

    Für den wahren HUMANISTEN darf das Geschlecht KEINE ROLLE SPIELEN. Nie. Weder im täglichen Leben noch im theoretischen Unterbau, noch bei der Eignung für Berufe, und am allerwenigsten in Gesetzestexten.

    • „Das Ziel der meisten Feministen (bis auf einige durchgeknallte Soziopathen, die gibts auch dort) ist Gleichberechtigung.“
      Nein, ist es nicht. Das Ziel ist eine absolute, unangreifbare Vormachtstellung der Frauen.Deshalb wird eine Gleichstellungsbeauftragte, die sich auch für benachteiligte Männer einsetzen will, sofort aus dem Amt gemobt.
      Deshalb werden täglich Urteile gefällt, die (geschiedene) Väter krass benachteiligen.Deshalb werden Gesetze angeschoben, die jeden Mann erpressbar machen, der jemals mit einer Frau alleine in einem Raum war. Deshalb erhebt sich auch kein Widerspruch unter den Feministinnen, wenn „einige durchgeknallte“ ihre abstrusen Theorien verbreiten.
      Der heutige Feminismus hat keine humanistischen, sondern eher faschistische Ziele.

      • Ich glaube schon, dass es da deutliche Unterschiede gibt. Feminismus hatte auch für mich noch vor wenigen jahren einen guten Touch. Und wenn du dir viele posts gegen die waf anschaust, dann glaube ich schon, dass immernoch viele feminismus mit gleichberechtigung assozieren. dass das bei vielen vordenkern schon lange nicht mehr so ist, ist schlicht nicht bekannt.
        Nimm den Juliaschramm artikel:
        http://www.br.de/puls/themen/netz/netz-hate-frauen-100.html erste reaktion is doch… die armen maedels.

        • Sieht so aus,als hätten wir einen leicht unterschiedlichen Hintergrund.
          Feminismus hatte für mich vor einigen Jahrzehnten einen guten Touch.
          Seitdem musste ich beobachten, wie der Feminismus unsere Gesellschaft Jahr für Jahr mit Lug und Betrug umgekrempelt hat. Ich bin sicher, „dass immer noch viele feminismus mit gleichberechtigung assozieren“, und da muss man einfach mit klaren Worten dagegen halten.Denn um Gleichberechtigung gehts den Feministinnen schon lange nicht mehr. Es geht um den Erhalt und Ausbau ihrer reichlichen Privilegien, und nebenbei natürlich eine möglichst effektive Ausbeutung der Männer.

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