Aufschreibuch Kap.5


Im Kapitel 5 beschäftigt sich Anne Wizorek mit sexualisierter Gewalt.
Vielem da kann ich zustimmen.
Die Dümmlichkeit des Slutshamings zum Beispiel. Frauen, die viele Partner haben, einen ähnlichen Sexdrive wie Männer.. super.

Anderem natürlich dann wieder überhaupt nicht. Uns wird nicht „beigebracht, dass wir einen Anspruch auf Sex haben“.
Liebe Mädels, schaut euch an, zu was für Affen wir uns machen um auch nur die Chance auf Sex zu bekommen. Hätten wir da einen Anspruch drauf.. mann könnte sich vieles ersparen. Dieses dämliche Spiel, dass Frauen den Männern Sex „geben“ und Männer sich den verdienen müssen, was ein Scheiss. Das braucht doch nun wahrlich niemand. Wenn irgendjemand glauben kann, Anspruch auf Sex zu haben, dann sind das doch die Frauen. Ihnen wir sogar noch beigebracht, dass Sex etwas ist, aus dem sie Kapital schlagen können.

Frauen wird in der Tat beigebracht, dass sie nicht freizügig mit ihrer Sexualität umgehen dürfen, dass zu ändern, klasse. Ich weiss, ich werde da später mit meinen beiden Töchtern sehr dran zu knabbern haben, aber ich hoffe, ich komme hierhin.

Vergewaltigungen sind eines der schlimmsten Verbrechen, und, es wird von der Gesellschaft auch ebenso geahndet. Mir fällt spontan kein Verbrechen ein, das unsere Gesellschaft mehr ächtet als dieses. Entführungen? Totschlag? Lange nicht dermassen schlimm. Es gibt nur ein Verbrechen, für das in Deutschland regelmässig die Todesstrafe gefordert wird, und das ist der sexuelle Kindesmissbrauch.
Ich halte das für absolut richtig so (ausser, dass ich die Todesstrafe generell ablehne).

Ich bin auch dafür, Opfern hier besser beizustehen. Empathischere, besser geschulte Polizeibeamte, super. Abschaffung der Unschuldsvermutung? Da bin ich dann nicht mehr dabei. Und genau dazu führt jede Änderung des §177, die ich bislang von feministischer Seite sah. Es findet immer die Beweislastumkehr statt.
Anne schreibt hier, dass gar die Polizei rät, sich bei bei einem Handtaschenraub nicht zu wehren, weil das zu mehr Gewalt führen kann. Dann der Fall der 15jährigen.
Die Fälle passen nicht. Wird eine Frau von einem Fremden von der Strasse in ein Gebüsch gezerrt, wird kein Gericht der Welt hier einen Nachweis verlangen, dass man sich gewehrt hat. Geht man aber mit einem Mann in seine Wohnung, knutscht mit ihm herum, und will dann doch keinen Sex haben, dann muss man das sagen, ja. Dann muss man aufstehen und rausgehen, die Hand wegschieben. Kein Mann und keine Frau kann wissen, was im Kopf des Gegenübers vor sich geht. Das muss man deutlich machen. Der andere muss wissen, dass das nicht seinem Willen entspricht. Ich sage nun nicht, dass eine Frau, die mit zu einem Mann auf einen Kaffee hochkommt bereits dem Geschlechtsverkehr zugestimmt hat. Aber ein Kussversuch ist in der Situation kein sexueller Übergriff mehr.

Sex ist eben nicht mit einem Griff in eine Brieftasche vergleichbar, wo es offensichtlich ist, dass der Brieftaschen Besitzer das nicht will. Und es gibt eben auch andere Zustimmungsformen als die verbale.
Die Idee, man müsste uns Männern nur mal beibringen, dass es Frauen gar nicht so toll finden, vergewaltigt zu werden, ist doch gänzlich absurd.

Zum Thema Falschbeschuldigungen. Hier gibt sie Studien an, die von bis 9% Falschbeschuldigungen ausgehen. Ich habe irgendwo welche gelesen, die bis auf 43% gehen. Momentan finde ich die Gefahr einer falschen Beschuldigung nicht sehr hoch. Wird das Gesetz aber geändert, so wie das für Studenten in Kalifornien nun geschehen ist, dann werden die Zahlen natürlich massiv ansteigen. Das Gesetz angewandt.. meine Frau und ich vergewaltigen uns gegenseitig seit 21 Jahren. Ich will beim Sex einfach Rechtssicherheit haben. Ich will nicht, ohne es zu wollen oder zu wissen zum Vergewaltiger werden. Das Consentprinzip ist ja auch sehr weit gefächert. Wollen wir wirklich in einer Welt leben, in der man nach einer Party keinen Sex mehr haben darf (also sowas wie eine Promillegrenze für die Zustimmungsfähigkeit)? In einer Welt, in der man den Verlauf des Flirtens, Knutschens, Betatschens, Sex bereits nach dem ersten Blickkontakt verhandelt und festschreibt?
Ich will das nicht.

Dass Männer, wenn sie mit Feministen über die Änderung vom §177 reden Angst vor falschen Beschuldigungen haben, wer will uns das verübeln? Anne fordert selbst, dass Opfern doch einfach mal geglaubt werden soll. Frauen sind in meiner Welt auch nur Menschen. Und so wie es unter den Männern Verbrecher gibt, gibt es diese auch unter Frauen. Wer Macht hat, kann diese missbrauchen. Und da nehmen sich Frauen und Männer nichts. Muss der Mann beweisen, dass er unschuldig ist, und nicht mehr der Staat dass er schuldig ist, hat Frau gehörige Macht. Und einige werden diese ausnutzen.
Umgekehrt funktioniert das dann ja auch. Ich gehe ja schon davon aus, dass das dann geschlechtsneutral formuliert wird. Klar werden da dann auch Männer ihre Teamleiterinnen versuchen anzuschwärzen. Seltener, da das Stereotyp Männer wollen immer Sex, Frauen geben ihn noch eine Weile Bestand haben wird (Weil ja auch was dran ist. Die meisten Männer wollen häufiger Sex haben als die meisten Frauen).

Der einseitige Umgang mit Statistiken war zu erwarten. Dass 99% aller Täter in Annes Welt Männer sind, geschenkt. Wo war die Studie, dass Männer und Frauen sich gleich oft vergewaltigen? CDC glaube ich.
Auch ich wurde schon zum Sex überredet. Ich hatte gar schon Sex, den ich in nüchternem Zustand bereute. Wurde ich vergewaltigt? Nein.
Anne schlägt vor, sich immer vorzustellen, es wäre die eigene Frau oder die eigene Tochter.
Ich schlage im Gegenzug vor, stellt euch vor, die Rollen wären vertauscht. Würdet ihr es bei eurem Freund oder Ehemann als Seitensprung ansehen und ihr dürft sauer sein, oder wurde er vergewaltigt und ihr müsst ihm helfen?

16 Gedanken zu „Aufschreibuch Kap.5

  1. Muss der Mann beweisen, dass er unschuldig ist, und nicht mehr der Staat dass er schuldig ist, hat Frau gehörige Macht.

    Vom Missbrauchspotential einmal völlig abgesehen ergeben sich daraus noch ganz andere weitreichende Schwierigkeiten:

    Erstens eine solche Beweislastumkehr mit dem in Europa und Deutschland herrschenden Rechtsverständnis nicht vereinbar.

    Zweitens ergäbe sich dadurch eine Verschiebung der Kräfteverhältnisse zwischen Angeklagtem und Staat. Dem Staat stehen mit der Polizei gut ausgebildete und mit weitreichenden Befugnissen ausgestattete Ermittler zur Verfügung. Während es dem, möglicherweise in Untersuchungshaft sitzenden, Angeklagten kaum möglich sein dürfte entlastende Beweise zu sichern.

    Umgekehrt funktioniert das dann ja auch. Ich gehe ja schon davon aus, dass das dann geschlechtsneutral formuliert wird.

    Davon ist auszugehen. Allerdings ist auch davon auszugehen, dass die wenigen tatsächlichen Anzeigen wegen mangelndem Interesse abgebügelt werden. Von nach Mitleid heischenden Zeitungsberichten einmal völlig abgesehen. Den Männer sind immer TäterInnen und Frauen immer Opfer.

    • @HansG

      Da es ein Offizial-Delikt ist muss ermittelt werden sobald es zur Anzeige gebracht wird, alles andere ist Strafvereitelung, im Notfall muss man mit dem Anwalt im Schlepptau zur Polizei gehen.

      Wobei ich auch der Meinung bin das es im Endeffekt ziemlich egal ist ob man in Untersuchungshaft sitzt oder nicht, denn bei den Vorwürfen wird man seine Unschuld nur beweisen können wenn man für die Tatzeit ein Hieb und Stichfestes Alibi hat… am Besten weil man unter Narkose im OP lag, gerade vor Gericht stand, Ein Live-Interview im Fernsehen gibt etc. pp.

      Ich meine wie will man Beweisen das man mit dem Mädel das man vor X Wochen/Monaten mit in die Wohnung genommen hat keinen Sex hatte?

      • Da es ein Offizial-Delikt ist muss ermittelt werden sobald es zur Anzeige gebracht wird, alles andere ist Strafvereitelung, im Notfall muss man mit dem Anwalt im Schlepptau zur Polizei gehen.

        Das ist ja der springende Punkt. Im Falle einer gesetzliche vorgeschriebenen Beweislastumkehr reicht als Ermittlung die Aufnahme der Zeugenaussage beziehungsweise Anzeige.

        Bei Strafverfahren verhandelt immer das Volk, in Form der Staatsanwaltschaft, gegen den Angeklagten. Muss die Staatsanwaltschaft keine Beweise liefern besteht auch keine Notwendigkeit diese vorher zu sammeln.

        Derzeit besteht zumindest die Hoffnung, dass im Falle einer Falschbeschuldigung die Widersprüche durch die Polizei aufgedeckt und dokumentiert werden können.

        Ich meine wie will man Beweisen das man mit dem Mädel das man vor X Wochen/Monaten mit in die Wohnung genommen hat keinen Sex hatte?

        Das zu beweisen dürfte spätestens dann unmöglich werden sobald man Sex hatte. Einvernehmlicher Sex zwischen zwei Erwachsenen ist in Deutschland nicht strafbar.

        Und genau hier liegt der Interessenkonflikt. Dass es Vergewaltigungen und im Gegenzug Falschbeschuldigungen gibt dürfte außer Frage stehen. Stellt man sich jetzt schützend vor alle vermeintlichen Opfer öffnet man der Falschbeschuldigung Tür und Tor. Fordert man hingegen kaum zu erbringende Beweise wird eine Strafverfolgung unmöglich.

    • @HansG

      sorry du lebst in deiner Welt, ich in der Realität.

      ich weis es ist gemein dir jetzt so in die Seite zu fahren aber ich habe da leider anderes erlebt.

      Schon heute must du als Mann beweisen das du nichts gemacht hast, ich hab das hinter mir. Ich wurde auf Grund einer Beschuldigung meiner EX verurteilt. Habe 1 Jahr und 9 Monate bekommen ausgesetzt auf Bewährung 3 Jahre, warum? Weil ich ihre Behauptung nicht widerlegen konnte, denn es gab keinen Zeugen, ist im häuslichen Umgang nunmal nicht üblich.

      Ich wünsche keinem Mann, das seine EX mal die Tour durchzieht, ihr könnt nicht gewinnen, außer ihr habt genug Geld so wie z.B. Kachelmann und damit die Möglichkeit euch die besten Anwälte zu gönnen.

      anonym

      • ich weis es ist gemein dir jetzt so in die Seite zu fahren aber ich habe da leider anderes erlebt.

        Tust du nicht. So gerne ich glauben möchte, dass du Opfer eines bedauerlichen Einzelfalles wurdest sprechen Zahlen und Studien dagegen. Auch wenn persönliche Erfahrungen noch keine Empirie ausmachen, weiß ich aus eigener Erfahrung um die Schwächen unseres Rechtssystems.

        Aber ungeachtet dessen wird von feministischer Seite gefordert, dass genau diese Praxis in geltendes Recht umgesetzt wird. Dann hilft auch kein Geld und gute Anwälte.

        In so einem Fall wäre es auch sinnlos auf diese Schwächen hinzuweisen, da diese per Gesetz gewollt und gebilligt sind.

  2. Damit ich Dich hier nicht falsch verstehe mit

    (a) „Die Dümmlichkeit des Slutshamings zum Beispiel. Frauen, die viele Partner haben, einen ähnlichen Sexdrive wie Männer.. super.“

    und (b) Frauen wird in der Tat beigebracht, dass sie nicht freizügig mit ihrer Sexualität umgehen dürfen, dass zu ändern, klasse. Ich weiss, ich werde da später mit meinen beiden Töchtern sehr dran zu knabbern haben, aber ich hoffe, ich komme [hierhin].

    obwohl (c) Liebe Mädels, schaut euch an, zu was für Affen wir uns machen um auch nur die Chance auf Sex zu bekommen.

    Ich lasse mal absichtlich männliche Sexualität außen vor: Wenn (Da) wir in einer Gesellschaft leben, in der weibliche Sexualität von Männern wertgeschätzt wird, offenbar mehr als das umgekehrt der Fall ist, möchtest Du ernsthaft _Deinen Töchtern_ beibringen, dass sie ihre Sexualität ruhig ausleben können, wie ihnen danach ist, und Du es offenbar gut findest, wenn mehr Väter das machen, dann verstehe ich zwar, dass Du auch gegen „Slutshaming“ bist, aber Dir ist schon klar, dass die Wertschätzung von weiblicher Sexualität (und egal was sonst) abnehmen wird, desto leichter die Verfügbarkeit ist?

    Nun will ich Dir nicht in Deine Erziehung reinreden und wünsche Dir schlicht, dass Deine Töchter ausschließlich nette Typen kennenlernen. Ich glaub’s aber halt nicht. Ich glaube eher, dass das genau darauf rausläuft, was der Typ in dem verlinkten Artikel geschrieben hat: „Ideally, I am my daughter’s safe space, a garden to return to when the world has proved a little too cruel, a place where she can recuperate and reflect upon past mistakes and know that here, there is someone who loves her wholeheartedly and will hug her until the tears dry“

    Ich glaube, dass Du da sehr viel mit „in den Arm nehmen“ zu tun haben wirst. Ich bin auf Deinen Post gespannt, wo Du Dich wunderst, ob das so eine gute Idee war mit der offenen Erziehung, wenn Du Dir selbst blöd vorkommst, Deinem Mädchen zu erklären, dass sie was besseres verdient hat als Achmed, mit dem sie Samstag in der Kiste war, der ihr erklärt hat, dass er von Kevin, Marcel und Rajid gehört hatte, sie sein recht gut im Bett, und das wollte er auch mal ausprobieren, aber doch keine Beziehung… vor allem, weil Du die identische Geschichte von Kevin, Marcel, Rajid, Michael, Hans, Peter und Turhan schon kennst. Und, nur so meiner Meinung nach, wärst daran natürlich Du schuld, nicht Deine arme Tochter.

    Aber vielleicht hab ich Dich ja auch falsch verstanden.

    • Ich will, dass meine beiden ihre eigenen Entscheidungen treffen, und dass sie glücklich sind. Solange sie sich schützen (vor ungewollten schwangerschaften ebenso wie vor krankheiten), können sie da dann ihre eigenen Entscheidungen treffen.
      Wenn sie dann eine Zeit haben, in denen Sie Single sein wollen und onenightstands haben wollen, sollen sie das machen. Wenn sie wie ich, mit 19 ihren Lebenspartner finden, auch super.
      Aber ich will schon, dass sie ihre Sexualität so ausleben, wie sie das wollen. Wenn sie meinen Rat wollen, gebe ich ihnen den. Wenn sie mit 13 die Pille wollen, werde ich schon mit ihnen reden. Wenn sie aber da schon soweit sind, klar. Ich will nicht haben, dass sie mit irgendwem schlafen, um eine Beziehung zu retten oder beliebt zu werden, aber wenn sie das tun wollen, weil sie wollen? Who am I to judge? Ich will, dass sie da IHREN Weg finden.

      • Dann habe ich Dich wohl falsch verstanden, mit den paar kleinen „Solange“ und „mit ihnen reden“ dazu würde ich das wahrscheinlich genauso machen. Überkontrollieren hilft eh nicht, das führt nur zu Sex in der Toilette vom McDonalds im Einkaufszentrum (wir sind mittlerweile verheiratet).

  3. Zum Thema Falschbeschuldigungen:
    Eine Quote von 9% ist einfach mal völlig daneben. Kriminalbeamte sprechen inoffiziell von mindestens 50 % ! Eine mir gut bekannte Familienrechtsanwältin schätzt die Quote der Falschbeschuldigungen im Laufe von Scheidungsverfahren auf 99,9 % .
    Kann man leider statistisch nicht beweisen, da hier natürlich wenig geforscht wird, aber diese Aussagen aus der Praxis zeigen zumindest die Richtung an.

  4. https://www.polizei.bayern.de/content/4/3/7/vergewaltigung_und_sexuelle_n_tigung_in_bayern_bpfi.pdf

    „Nach Bewertung der polizeilichen Sachbearbeiter sind fast zwei Drittel
    (64%) der von ihnen selbst bearbeiteten und von der Staatsanwaltschaft
    nach § 170 II StPO eingestellten Verfahren „eher“ oder „mit hoher Wahr-
    scheinlichkeit“ Vortäuschungen oder falsche Verdächtigungen. “

    „Berücksichtigt man für eine weitere näherungsweise Berechnung nur die
    tatsächlich als Vortäuschung oder falsche Verdächtigung angezeigten
    140 Fälle – 7,4% aller im Jahr 2000 insgesamt registrierten 1.894 Vor-
    gänge, die sich (zunächst) als Vergewaltigungen und sexuelle Nötigun-
    gen dargestellt haben – und
    die gem. § 170 II StPO eingestellten Verfah-
    ren, die von den Sachbearbeitern als „mit hoher Wahrscheinlichkeit eine
    Vortäuschung oder falsche Verdächt
    igung“ bewertet wurden, dann ist
    aus Sicht der Ermittler immer noch etwa jeder fünfte Fall sehr zweifel-
    haft. „

  5. Es gibt eine Veröffentlichung von Eugene Kanin (Purdue), in der er über 10 Jahre Anzeigen bei der Polizei wg. Vergewaltigung untersucht: http://sf-criminaldefense.com/wp-content/uploads/2013/03/KaninFalseRapeAllegations.pdf
    Zwei kritische Stimmen dazu von Feministinnen:
    http://thescarletwoman.tumblr.com/post/39779846566/eugene-kanins-study-of-false-rape-reports-and-why-it
    http://amptoons.com/blog/2009/04/15/eugene-kanins-study-of-false-rape-reports/

    Ich persönlich kann nicht erkennen, warum Kanins Veröffentlichung ‚deeply flawed‘ sein sollte. Persönlich schätze ich die Lage etwa ein wie folgt:
    Ich teile Toms Wertung, dass Vergewaltigung in unserer Gesellschaft zu den moralisch am meisten geächteten Verbrechen gehört, unabhängig davon, wen man fragt (Alte, Junge, Reiche, Arme, Frauen, Männer). Aus der Evolutionspsychologie ist bekannt[1], dass weibliches Dominanzverhalten bzw. weibliche Aggresivität üblicherweise indirekt angewendet wird, z.B. durch üble Nachrede über die sexuelle Treue von anderen Frauen🙂. Die hochgradige Ächtung von Vergewaltigung kann in diesem Sinne von Frauen hervorragend als Hebel benutzt werden: falsch beschuldigte Männer kommen in ihrem unmittelbaren sozialen Umfeld von diesem Vorwurf nie mehr weg, da kannst Du höchstens noch wegziehen (Kachelmann, Horst Arnold).
    Es würde mich wundern, wenn nicht eine durchaus große Anzahl von Frauen von dieser Taktik gebrauch machte… insofern halte ich Kanins Zahlen nicht für vollständigen Unsinn. Erstaunt war ich, welche Gründe die Frauen aus Kanins Veröffentlichung für ihre Falschbeschuldigungen angaben. Vielleicht lagen die Menschen im viktorianischen Zeitalter mit ihren Vorurteilen doch gar nicht so falsch…🙂

    [1] z.B. Geary, David: Male, Female. The evolution of human sex differences. Am.Psych.Soc. 2010

    • „Erstaunt war ich, welche Gründe die Frauen aus Kanins Veröffentlichung für ihre Falschbeschuldigungen angaben“
      ‚murica😉
      Ob die Zahlen stimmen? Keine Ahnung. Aber ich glaube auch, dass Menschen Macht missbrauchen. Frauen sind da nicht besser oder schlechter als Männer.

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