Aufwand Kinderbetreuung


Christian frägt nach den Zeitaufwänden für die Kinderbetreuung. Das auch noch nach Altersabschnitten. Puh.

Ich würde als Altersabschnitte einfach mal folgende interessant finden: 1, 2-3, 3-6, 6-12-12-16, 17-18.

Das ist gar nicht so einfach, wie das eigentlich klingt. Ich habe ja zwei Töchter, 6 und 8 Jahre alt. Die beiden sind an sich schon sehr unterschiedlich, dazu kommt, dass sich zwei Kinder doch viel mehr miteinander beschäftigen können, als eines alleine.
Die Große musste ich eine ganze Weile in den Schlaf wiegen, die Kleine haben wir hingelegt und sie war eingepennt. Das einzige, was sich sicher sagen lässt, ist dass die ersten 5 Jahre jeden Tag zumindest 24h Bereitschaftsschichten fällig sind.
Der tatsächliche Aufwand.. hängt von vielem ab. Die ersten paar Monate schläft das kind viel, da ist wickeln und füttern die Hauptarbeit, das braucht nicht viel Zeit. Steckt ein Pups quer oder hat das Kind (so wie meine Große) einen Reflux dann ist man noch viel mit rumtragen und trösten beschäftigt. Eine Stundenzahl? hmm. Echt keine Ahnung. 6? Dazu kommen dann die Einkaufsdinger, wenn das Kind anfängt zu rollen und zu krabbeln dann die Wohnung kindersicher machen.. Alles in allem, wäre der üble Schlafentzug nicht, wären die ersten paar Monate nicht sonderlich stressig.
Wenn das Krabbeln dann losgeht, benötigt man schon mehr Zeit, da sollte man dann immer einigermassen in der Nähe sein.
Dann kommt die Zeit, in der die Kinder bespasst werden wollen, vorlesen, spielen.. Ich bekomme das nicht in Stunden beziffert. Sobald sie im Kindergarten sind, hat man dann zumindest die Vormittage frei, eventuell gar die Nachmittage (haben wir nicht gemacht). Nebenbei erhöht sich der Koch- und Wäscheaufwand immens.
Inzwischen können die beiden sich auch mal einen Nachmittag ganz gut selbst beschäftigen, morgens ist Schule, Hausaufgaben machen sie selbst, nachmittags stehen stehen dann und wann Fahrten zum Turnen, den ein oder anderen Schwimmkurs und Musik an. Wenn man zwei Kids hat und die beide 2 Dinge tun, muss man schon schauen, dass das einigermassen synchron läuft, sonst ist man jeden Nachmittag unterwegs. An Wochenenden kann man sowohl Zeit mit Rasenmähen oder der Couch verbringen, während die Kids was spielen, oder wir machen zusammen eine Radtour, gehen Klettern, Frau bastelt mit ihnen oder wir bauen was in der Werkstatt.

Klingt nun alles nach gar nicht soviel. Aber, wenn ich mal ne Woche oder zwei unterwegs war, ist meine Frau schon sehr platt, gleiches gilt, wenn meine Frau ne Woche oder zwei mal nicht da ist; langweilig wird einem da nicht. Alleinerziehende haben da meinen Respekt. Klar, mit Kitabetreuung und Ganztageskindergarten geht das, aber wenn man die Kinder daheim hat, ist man durchaus komplett ausgelastet.

Was man aber auch sagen muss, ist, dass es unglaublich befriedigend ist. Familienarbeit hat so seine ganz eigenen Belohnungen, strahlende Kinderaugen sind was ganz Besonderes. Was ich unverständlich finde, ist der negative Beigeschmack, den der Begriff Hausfrau/mann hat.

4 Gedanken zu „Aufwand Kinderbetreuung

  1. „Das einzige, was sich sicher sagen lässt, ist dass die ersten 5 Jahre jeden Tag zumindest 24h Bereitschaftsschichten fällig sind.“
    Das ist ein Satz, der mE das allerhärteste Stück Brot ist. Bereitschaftsdienste schlauchen ungemein, durch die Fremdbestimmtheit. Finde ich jedenfalls.
    Ja ich weiß, darum ging es bei dem Blogstöckchen eigentlich gar nicht.

      • Natürlich ist das so. Deshalb bin ich heilfroh, dass meine Kinder schon im Schulalter sind; dass Sohn eine Ganztageseinrichtung besucht und meine Tochter nach der Schule in den Hort geht.

      • Während der Sommerferien hatten mein Partner und ich zwei Wochen Urlaub. Die restlichen vier Wochen [Kinder zuhause, beide Elternteile arbeiten] haben mich derart geschlaucht, dass ich nach den Sommerferien [bedingt durch den Schlafmangel, ich arbeite ja nachts und sollte vormittags schlafen] nervlich auf dem Zahnfleisch gegangen bin.

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