SPON Jede dritte Frau


Eben auf Spiegel
Jede 3. Frau weltweit erfährt Gewalt durch den Partner. Wie viele Männer? Egal, interessiert keinen.
100-140 Millionen Frauen wurden beschnitten. Alleine in Afrika kämen jedes Jahr 3 Millionen weitere hinzu.

Wikipedia schätzt, das 25-33% aller Männer beschnitten werden. Bei einer Weltbevölkerung von 7.2 Millarden, einem vereinfacht angenommen Geschlechterverhältnis von 1:1 macht das 900 – 1200 Millionen beschnittene Männer. Die Komplikationen bei Beschneidung lagen bei einer Studie aus Großbritanien bei 10%. Gingen wir davon aus, dass bei allen Beschneidungen weltweit die gleichhohen Hygienestandard herrschen wie in UK, dann hätten genauso viele Männer eine Komplikation bei der Beschneidung, wie Frauen überhaupt beschnitten werden.
Nicht falsch verstehen, ich halte die Beschneidung von Frauen für barbarisch.
Aber müssen wir wirklich so tun, als seien nur Frauen Opfer? Woher kommt das?
Klar, es liegt am Patriachat. Die Idee ist ganz schön clever, spricht sie doch die Frau von jeglicher Verantwortung frei. Völlig egal, dass die Mädchen von Frauen beschnitten werden, die Männer wollen das doch so. Und die Männer werden von Männern beschnitten, weil die Männer das so wollen. Dass Frauen die Hälfte der Gesellschaft ausmachen, die nächste Generation überwiegend prägen, egal, die Männer zwingen sie dazu, ihre Töchter an den Herd und die Männer in den Krieg zu schicken. Warum versucht man, Frauen als verantwortlichen Teil der Gesellschaft auszuschliessen (genau das macht der Feminismus mit der Patriachatsidee)? Hat für mich so ein wenig von dem ewigen Krieg aus Orwell’s 1984.

Solang ich den Teil der Gesellschaft, der die hauptsächliche Erziehungs- und Bildungsarbeit übernimmt, aus der Verantwortung nehme, solange werde ich auch nichts wirklich ändern. Wenn ich eine kulturelle Unmöglichkeit wie die weibliche Beschneidung ausmerzen will, wie kann ich das dann nicht auch gleichzeitig für die Männer einfordern? Wie will ich einem afrikanischen Jungen erklären, dass die weibliche Beschneidung böse, die männliche aber ok ist? Das geht, und zwar „Du bist ein Mann, du kannst das ab, die arme Frau, die nicht. Die ist nicht so leistungsfähig wie du“. Auch so kann man einem Jungen einreden, dass er einem Mädchen überlegen ist. Mädchen schlägt man nicht. Gleiches Muster. Bringt den Frauen Vorteile, ja. Echte Gleichberechtigung, gleiches Wert Gefühl ist aber anders zu erreichen. Gewalt ist keine Lösung. Egal gegen welches Geschlecht.

Das ist so ein bisschen die Crux der Gleichbehandlung. Wenn ich gleich behandelt werden will, behandelt mich der andere womöglich gleich.
Wie kann ich einfordern, dass ich als Frau gleichberechtigt behandelt werde, wenn ich in jedem Artikel Männer ungleich behandle?

Die FRA Studie wird in dem Spiegel Artikel auch wieder erwähnt

Im März war eine Untersuchung der EU zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Die Studie mit dem Titel „Gewalt gegen Frauen“ lieferte erschreckende Ergebnisse.

Nunja.

16 Gedanken zu „SPON Jede dritte Frau

  1. Dazu mal ein Zitat aus Lamnek, Siegfried, et. al.: Tatort Familie:
    „Die Vergeschlechtlichung häuslicher Gewalt als überwiegend männlich hat sich trotz gegenläufiger wissenschaftlicher Ergebnisse als erstaunlich resistent erwiesen, als gesellschaftliches Vorurteil (…), mit diskriminierenden Wirkungen nicht nur auf geschlechter- und familienpolitischer Ebene, sondern auch in Form der selektiven Wahrnehmung und Sanktion häuslicher Gewalt durch Medien, Öffentlichkeit, Polizei, Justiz und sogar durch die im Gewaltdrama involvierten Personen selbst“ (S. 250)

          • Das glaube ich eher nicht, da Gewalt halt ein systemisches Phänomen ist und wohl aus der Konfliktdynamik heraus entsteht. So meine ich es mal gelesen zu haben. Ich glaube nicht, dass es ein Ausdruck von Macht ist.

            Es ist einfach so, dass Gewalt von Frauen gegen Männer nicht wahrgenommen wird.

            • In den überwiegenden Fällen ist der Mann der Frau aber körperlich überlegen. Nur gesellschaftliche Tabus ermöglichen es, dass Frau Gewalt anwenden kann. Bei der IPV ist ja vieles unsichtbar, weil man davon ausgeht, dass Frau da keine Chance gegen den Mann hat, oder?

            • In einigen Fällen wird man da guten Glaubens sein, dass der Mann sich doch hätte wehren können. Aber ob das der einzige Grund ist? Wenn ich die zitierte Quelle richtig deute, ist das Ausblenden männlicher Gewaltopfer ja ein Effekt politisch-ideologischer Deutungen der Wirklichkeit, unterstützt durch die Medien. Diese Darstellungen führen halt am Ende zu einem System, dass Frauen als Täterinnen gar nicht mehr zu sehen vermag. Man muss nämlich schon auch hinschauen, um es zu bemerken.

            • Ich weiß nicht, wie es bei den Feuersteins und den Geröllheimern war.
              Auch weiß ich nicht, wie das Aggressionspotential bei Hund, Katze, Maus ist.

              Ich finde auch nicht, dass uns das unbedingt weiter bringt.

        • Noch ein Zitat, in dem dann auch „jede dritte Frau….“ vorkommt:

          „Laut Thomas-Theorem ist es für unser Handeln nicht so wichtig, wie die Verhältnisse in Wirklichkeit sind, sondern wie wir glauben, dass sie sind. Zu den in diesem Sinne „unumstrittensten Ergebnissen“ bisheriger Gewaltforschung gehört die Vergeschlechtlichung von Tätern und Opfern häuslicher Gewalt. Wissenschaftliche Studien wie auch Zeitungsberichte sprechen überwiegend von männlichen Tätern und weiblichen, respektive kindlichen Opfern. Dementsprechend wird familiale Gewalt als Gewalt von Männern gegen ihre Frauen und Kinder gesehen. Regionale Initiativen, Frauenhäuser, Reportagen, Pressemeldungen und sogar Gesetzesentwürfe stützen sich dabei auf „Schätzungen“, „Studien“ und „Forschungsergebnisse“.

          Einseitige Aussagen wie „in jeder dritten Partnerschaft kommt es zu Gewalthandlungen gegen die Frau“, „Gewalt gehört für viele Frauen und ihre Kinder in der Bundesrepublik auch heute noch zum Alltag“, „in 97 % aller Fälle ist der Ehemann oder der Lebenspartner der Täter“, „Der Tatort ist oft die eigene Wohnung, Gewalt findet also statt im vermeintlichen Schutzraum der eigenen vier Wände“ prägen sich dem öffentlichen Bewusstsein kraft Wiederholung wirksam ein. Es ist dieses, auf selektiver Forschung(sförderung) und Berichterstattung beruhende Bild von der geschlechtsspezifischen Verteilung der Gewalt in unserer Gesellschaft, das in familienpolitischen Forderungen und Entscheidungen entsprechend wirksam wird. Häusliche Gewalt wird tendenziell reduziert auf Männergewalt gegen Frauen und Kinder, jene gerät in den Fokus polizeilich-rechtlicher Kontrolle, die Schutzwürdigkeit wird überwiegend auf Frauen und Kinder beschränkt. Die damit vorgenommene
          Selektion wird zur self-fulfilling prophecy, weil Frauen als Täter und
          Männer als Opfer ausgeklammert werden, so dass ausschließlich Männer als Täter verbleiben.“
          (S. 247f.)

  2. Nur jede dritte Frau? Nicht das ich Gewalt toll finden würde, aber ein drittel halte ich für sehr niedrig. Kennt hier jemand einen Mann der nicht seit seinem 16. Lebensjahr in irgendeinen gewalttätigen ( schlagen, treten, spucken, schubsen ) Konflikt geraten ist? Und die Frage ob die Gewalt nicht selbstverschuldet ist wird natürlich nicht bei der Damenschaft gestellt.

      • Schon richtig, hätte ich mal lieber gegenlesen sollen.

        Dennoch habe ich oft, in aller Öffentlichkeit ( Parties, Straße, ÖNV ), miterlebt wie Richtung Mann von Frau „tadelnde Schläge“ ausgeteilt wurden. Mir ist auch schon so manches Mal einer gewischt worden, nach einem derben Scherz oder gewagten Zuspitzung, obwohl die verursachende Bemerkung nicht mal negativ aufgenommen wurde ( Lachen mit gespielter Empörung ). Auch wenn ich nicht denke das die Damen mir oder auch anderen Männern böses wollen kam ich nicht umhin eine gewisse Unbekümmertheit für die körperliche Integrität des Mannes bei Frauen festzustellen. Wenn ich jeder Frau erstmal einen beherzten Knuff an die Schulter versetzt hätte nur weil sie eine provokative These geäußert hat oder auf die Handfläche geflatscht wegen ihrer doch recht deftigen Zote, hätte ich einen allgemein schwierigen Stand in meinen Millieu. Mich stört der doppelte Standart.

        Worauf ich hinaus will ist; mit dem richtigen Fragenkatalog und der kreativen Auslegung ( mit der sich die medial veröffentlichten Sozial“wissenschaften“ heutzutage auszeichnen ) dieser Fragen bin ich überrascht das es so wenig sind. Und kein bisschen bin ich überrascht das kein Schwein nach Männern oder gar Kindern fragt. Dann könnte ja herausgefunden werden das ….. reden wir lieber nicht davon. Dann gäbe es ja auch kein Geld vom Ministerium für Frauen und so andere. Oder vom Asta, oder Verdi, oder von Parteistiftung A,B,C,….
        Der heutige Stand der Forschung ( die als solche bezeichnet werden darf ) ist, so weit ich weiss, das ca. 80% der häuslichen Gewalt zwischen Partnern auf Gegenseitigkeit beruht. Am gewalttätigsten sind die Lesben, dann kommen die Heteros und am friedlichsten sind wohl die Schwulen. Könnte mich irren, übernehme keine Haftung.
        Dann kommt noch die Sozialisation. Denn entgegen aller Behauptungen wird den Jungen hierzulande beigebracht; AUF KEINEN FALL SCHLÄGST DU EIN MÄDCHEN, was später mit UND FRAUEN ergänzt wird. Verschiedene Experimente belegen einen solchen „Ritterreflex“ der nicht nur KEIN SCHLAGEN VON… sondern auch ein HELFEN VON MAID IN NÖTEN-Programm enthält.

        Männer werden deutlich mehr geschlagen, innerhalb und außerhalb von Beziehungen. Scham und Hilflosigkeit* verhindern eine grobe Erfassung des Ausmaßes. Hinzu kommt noch das die bloße Behauptung er würde sie/die Kinder schlagen bei Scheidungen der „golden gun“ ( o-ton Scheidunganwalt ) gleich. Männer mit Kindern sind Drahtseilläufer über einem Vulkan, und die meisten wissen das. In dem heutigen Klima ( Shirtgate, Elavatorgate, Aufschrei, Familiengerichte, Monika Ebeling’s Rauswurf,…) hält nur Charakter und materlielle/emotionale Vorteile Frauen davon ab Männer in die Hölle zu schicken ( wie; ??? Jahre im Knast wegen ???, verprügelt vom wütenden Mob, keine Kinder mehr, kein Haus mehr, Gefeuert wegen ??? ). Traurig aber wahr.

        Meine vorläufige Conclusio lautet; Fortpflanzung via Leihmutterschaft und bloß nicht Heiraten.

        • Vieles,was du schreibst, unterschreibe ich.
          Man schlägt keine Frauen ist in unseren Köpfen, und ich halte das sogar für richtig. Bei mir ist es mehr ein „schlag niemanden und schon gar keine schwächeren“, aber egal.
          Es gibt für mich da auch unterschiede. Ein schlag einer Frau auf die Schulter? So what. Um zu zeigen wie toll meine Bauchmuskeln sind, darf es gar ein schlag auf den bauch sein. Kommt man da dann mal an ne Kampfsportlerin, tut das zwar weh, aber das zeigt man dann nicht. Ja, ich lebe meine Rolle😉
          Deine Conclusio, mach das, wenn du glaubst, dass es für dich das richtige ist. Ich, als verheirateter, der seit 21 Jahren mit seiner Frau zusammen ist, zwei großartige töchter hat.. Du lässt dir da viel entgehen. In den 21 Jahren gab es einmal eine Ohrfeige von meiner frau.. und die konnte ich verstehen. Absolute Ausnahmesituation.

          • „..mit seiner Frau zusammen ist, zwei großartige töchter hat..“

            Freut mich das alles klappt und ich kenne einige denen es ebenso geht. Aber dann gibt es auch noch die Gescheiterten. Es sieht für mich nach russisch Roulette aus.

            „Ein schlag einer Frau auf die Schulter? So what.“
            Wie gesagt, es geht um die Selbstverständlichkeit, die umgekehrt zu Empörung führen würde.

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