Gerade auf Facebook


Ein ehemaliger Arbeitskollege postete ein Bild mit einem Zitat von Aziz Ansari „If you believe that women and mem have the same rights… you are a feminist.“
Mach ich ja gerne mit. Mein Kommentar:

Oh. Hat der Feminismus die Patriachatstheorie nun aufgegeben? Ist Sexismus nun endlich wieder Diskriminierung eines Menschen aufgrund seines Geschlechtes, oder gibt es weiterhin keinen Sexismus gegen Männer?
Steht der Feminismus dafür ein, den Art.12a des Grundgesetzes zu streichen?
Kämpft der Feminismus dafür, dass der § 1631d BGB gestrichen wird, oder ist es nicht eher so, dass Alice Schwarzer diesen sogar unterstützte?
#maletears buhu.
Time Artikel von Cathy Young
Zeigt das hässliche Gesicht des modernen Feminsimus.
Ich mag es auch nicht, wenn mit falschen Statistiken gearbeitet wird. Das Genderpaygap. Das heist mitnichten, dass frauen für die gleiche Arbeit weniger entlohnt werde, auch wenn das wieder und wieder so behauptet wird. Die 1 in 5 Statistik. die FRA Studie. Stoppt Gewalt gegen Frauen. Wo ist die Stoppt Gewalt gegen Männer Kampagne? Eine RKI Studie ergab, dass Männer genausooft Opfer von Partnergewalt werden. Oder einfach Gewalt ist immer falsch.
Das hier: Bönt FAZ Artikel… auch lesenswert.

Ich kenne den schon recht lange, wir haben schon über alles Mögliche ewig und kontrovers diskutiert.
Das Feminismus Ding war nun das erste mal, ich habe ihn wohl etwas erschreckt. Er war schockiert, hat meinen Kommentar gelöscht, weil er so eine „völlig inakzeptable, frauenfeindliche scheisse“ nicht auf seiner FB Wall will.
Er verprach mir aber, mir zu sagen, was genau daran frauenfeindlich ist, sobald er sich beruhigt hat. Ich bekam noch n paar links zu „warum es keinen reverse sexismus geben kann“ Zeug.. aber ja.

Wirklich seltsam. Wir beide sind selten einer Meinung, aber beide ähnlich diskussionsfreudig. Das der Post ihn sprachlos macht, hätte ich nicht erwartet. Nunja.

19 Gedanken zu „Gerade auf Facebook

    • Hm. Aber seltsam ist das schon. Er steht zum Beispiel politisch sehr weit links, ich sehr weit im liberalen bereich. Wir liegen da auch sehr konträr, trotzdem haben wir uns Argumente um die Ohren gehauen. Hat mich echt gewundert, dass es hier nun nicht ähnlich war. Woran liegt das?

      • Ich habe mal einer esoterisch orientierten Bekannten gegenüber (aus Provokation) die These vertreten, dass – da ich keine Kinder habe – ich auch keinen Umweltschutz brauche. Solange ich noch lebe, hielte die Erde schon noch durch und was danach kommt, könne mir egal sein: Ich hinterlasse sie ja niemandem.

        Da wurde mir auch fast die Freundschaft gekündigt.

        Es gibt Themen, die sind wie Religion. In unserer Gesellschaft sind das Umweltschutz, Pädophilie und Feminismus (vielleicht noch ein oder zwei mehr).
        Wer bei diesen Themen von der gängigen Meinung abweicht, hätte auch im Spanien des 16. Jh lautstark behaupten können, Satan wäre doch eigentlich echt OK, das müsse man doch verstehen, dass jemand verbittert ist, wenn er aus dem Himmel gefallen ist und so.

        Jeder hat seine Religion, bzw. seine religiösen Überzeugungen, die er nicht hinterfragt sehen will.

      • Woran das liegt? Bei allen anderen Themen kann man anderer Meinung sein. Über Mindestlohn, Kapitalismus, Islamisierung, was auch immer. Aber bei Feminismus betrittst Du den Bereich des Quasi-Religiösen. Und wenn Du da seine heiligen Werte in Zweifel ziehst, begehst Du praktisch Blasphemie.

        Uns hat man als Kindern und Jugendlichen eingehämmert, dass wir als Männer Schweine seien, triebhaft und Frauen unterdrückend. Obwohl wir das nicht ansatzweise waren in dem Alter, haben wir es trotzdem geglaubt, und uns mies gefühlt. Wir wollten aber zu den Guten gehören, die nicht so sind, weshalb wir uns vorbehaltlos zum Feminismus bekannt haben, jedenfalls die, die sich für links, intellektuell und sensibel gehalten haben. Im Grunde war das die Suche nach der Absolution, der Erlösung von der Erbschuld. Aber wie im Christentum funktioniert es auch im Feminismus nicht. Der Mann wird nie die Absolution bekommen. Es ist wie die Karotte vorm Esel, man wird an der Stange gehalten. Das ist ja der Trick bei den beiden Religionen.

        Dein Freund versucht sich immer noch, von der Erbschuld zu befreien, indem er ein besonders frauendienlicher Mann sein will. Und dann kommst Du daher und erzählst ihm, dass das alles ein Wahngebilde ist, dass es keine Erbschuld gibt und dass sein Gott nicht existiert. Mithin, dass sein Bemühen um Erlösung völlig sinnlos ist. Klar kann er das nicht verknusen. Du hast seine religiösen Gefühle verletzt.

      • Woran das liegt? Dein Kumpel denkt mit erhötem Blutdruck und nicht mit kühlem Verstand.

        Ausserdem weiß doch JEDER, daß Frauen arme Hunde sind …🙂

        Vielleicht hat Schopenhauer ja Deinen Bekannten schon gekannt?

        „Ja, es gibt keine noch so absurde Meinung, die die Menschen nicht leicht zu der ihrigen machten, sobald man es dahin gebracht hat, sie zu überreden, daß solche allgemein angenommen sei. Das Beispiel wirkt auf ihr Denken wie auf ihr Tun. Sie sind Schafe, die dem Leithammel nachgehn, wohin er auch führt: es ist ihnen leichter zu sterben als zu denken. Es ist sehr seltsam, daß die Allgemeinheit einer Meinung so viel Gewicht bei ihnen hat, da sie doch an sich selbst sehn können, wie ganz ohne Urteil und bloß kraft des Beispiels man Meinungen annimmt. Aber das sehn sie nicht, weil alle Selbstkenntnis ihnen abgeht.“

        http://www.rhetorik-netz.de/rhetorik/kunstgriff/index.html

        Aus Kunstgriff 30.

        • Der gute Arthur hat mich davon abgehalten mein Leben zu versauen. Vielleicht der Philosoph dessen Thesen im echten Leben am besten zur Anwendung gelangen können.

  1. Wenn man gleiche Rechte für Männer haben will, ist das frauenfeindlich. Wenn man was gegen Bevorzugung von Frauen hat, ist das frauenfeindlich. Wenn man daherbehauptete Zahlen in Zweifel zieht, oder auch nur wagt, sie anders zu interpretieren, ist das frauenfeindlich. Das kennen wir ja schon.

    Tja, die Blue Pill wirkt immer noch sehr stark.

    • Gynozentrismus is life, Gynozentrismus is love. Und jetzt halt die klappe und zurück in den Steinbruch und mach dich nützlich ( für andere )*Peitsch*.

  2. Also Deine Antwort war zuviel Stoff auf einmal. Nächstens lieber häppchenweise Ich habe mir angewöhnt, erst mal vorsichtig abzutasten, was die Leute wissen (oder glauben zu wissen). Hat er übrigens wirklich

    „If you believe that women and mem have the same rights …“

    geschrieben? Ich hätte ihn sofort mit dem Doppelsinn dieses Satzes hochgenommen. Gemeint war sicher „shall have“. Wörtlich genommen steht da aber „If you believe that [XYZ]…“ d.h. [XYZ] ist etwas, was man glauben kann oder auch nicht. Es stimmt offenbar nicht, offensichtlich haben Frauen keine Wehrpflicht, sie können von Frauenquoten profitieren etc.etc.

    Wollte er also sagen, daß man Feminist ist, wenn man an falsche Behauptungen glaubt? Da hätte ich ihm leicht zögernd zugestimmt mit dem Hinweis, NAFALT.

    • „Also Deine Antwort war zuviel Stoff auf einmal. Nächstens lieber häppchenweise Ich habe mir angewöhnt, erst mal vorsichtig abzutasten, was die Leute wissen (oder glauben zu wissen).“

      Würde ich auch so sehen. Das war einfach eine Überdosis. So wirkt man schnell fanatisch, selbst wenn man sich selbst in allen Fakten abgesichert ansieht.

      Die Idee selbst finde ich gut. Ich habe damit in der letzten Zeit immer bessere Erfahrungen gemacht. Am besten nur einen Testballon loslassen, der entweder zum Thema gehört oder zu einem anderen, verwandten Thema passt, bei dem man sich wirklich gut auskennt und dann auch auf Rückfragen und Gegenargumente antworten kann.

      Es ist auch dringend nötig, außerhalb dieser Blogblase zu argumentieren. Wie das geschehen kann, ist ja schon länger ein Thema, aber in den letzten Tagen erschienen einige Beiträge, aus denen sich ein eigener Artikel stricken ließe. Mal sehen.

  3. Ich kenne das auch sehr gut. Insbesondere bei Facebookfreunden, die ich als sehr reflektiert, informiert und überdurchschnittlich intelligent einschätze, hadere ich sehr mit deren teils abstrusen Reaktionen.

    Im Zusammenhang mit der Quotendiskussion habe ich einige Kommentare gesehen, die Frauen zu Gottgleichen Wesen und Männer zu Untermenschen machten. Wenn ich sie darauf hinwies, daß das purer Sexismus ist, habe ich nichts als Unverständnis geerntet.

    Auch wenn ich in sehr vorsichtigen Worten auf die existierenden Probleme von Jungen und die schlechte Behandlung hingewiesen habe (möglichst nicht auf die Bevorzugung von Mädchen, sondern fokussiert auf die Mängel im Umgang mit Jungen) kamen ruckzuck feindliche und höhnische Kommentare.

    So etwas verunsichert mich und ich frage mich öfters, ob ich nicht total irregeleitet bin. Ein Faktencheck bringt mich dann wieder auf Spur.

    Unter anderem deshalb finde ich Deine FB-Antwort sehr gut, aus dem Stegreif würde ich eine solche Liste von Argumenten und Links nicht zusammenbekommen.

    Ich denke, eine solche Sammlung sollten wir mal zusammenstellen. Besser zwei, eine über die Probleme von Männern und eine über das toxische am Feminismus. Halbwegs aktuell, denn der letzten Artikel von Manndat zB ist ein sehr starkes Stück.

    Es gibt einige dieser Listen, aber sie haben ein Problem. Wer von außen auf Manndat trifft, wähnt sich eh beim Antichristen und macht direkt zu. Viele sind zu Umfangreich und erschlagen einen. Eigentlich sind alle nicht dafür geeignet andere zu überzeugen, sondern eignen sich eher für Leute wie mich.

    Vielleicht auf Geschlechterallerlei?

    • Ich hab neulich auf Tumblr etwas hübsches gesehen, eine Art Dialog, wo jemand auf „6 Gründe für Feminismus“ mit einer Tonne von Gegenargumenten antwortet. Fast schon ein Gish Galop.

      Aber nett zu lesen, wie sorgfältig andere ihre Quellen parat halten🙂

      http://logicd.tumblr.com/post/50854302260

      Sehr interessant daran finde ich auch, dass der Feminismus anscheinend keine echten Themen mehr hat. Die 6 sind nämlich:
      – Wage gap
      – Nur ein knappes Drittel aller Sprechrollen der 100 erfolgreichsten Hollywoodfilme waren weiblich
      – Frauen in den Medien müssen sexy sein
      – Zu wenig Frauen in leitenden Positionen in den Medien
      – Zu wenig Frauen in der Politik
      – Rape Culture

      Das wars. Das sind die wichtigsten Themen, die einer durchschnittlichen MeinFeminismus Feministin einfallen:
      – Frauen ziehen es vor, in schlechter bezahlten Jobs zu arbeiten
      – Frauen sehen lieber Geschichten über Männer (Kinopublikum ist mehrheitlich weiblich)
      – Frauen sehen lieber hübsche Frauen als normale (Man braucht nur Titelseiten von Frauenzeitschriften anzuschauen, um zu wissen, dass das stimmt)
      – Frauen sind weniger bereit, den Stress leitender Positionen auf sich zu nehmen
      – Frauen sind weniger bereit, sich in politischen Parteien zu engagieren
      – Frauen kommen nicht klar damit, dass eine Machtposition nicht nur freie Kekse, sondern auch Gefahr bedeutet. Die dann auch noch maßlos übertrieben wird.

      Ich brauche Feminismus, weil … äh … weiß auch grad nicht.

    • „teils abstrusen Reaktionen…..hinwies, daß das purer Sexismus ist,…“

      Das kann man leicht erklären. Im Verlauf der Aufschrei-Debatte haben Fiona Baine & Co. den früher geschlechtsunspezifischen Begriff Sexismus so umgebaut, daß nur noch Frauen Opfer von Sexismus sein können. Sexismus wird nämlich von einer Diskriminierung abhängig gemacht, und Männer können im Patriarchat (oder ersatzweise der unsichtbaren symbolischen Ordnung) nicht diskriminiert werden. Details s. hier. Erinnert an den Kreationismus und dessen Methoden zur Immunisierung gegen Kritik.

      „… kamen ruckzuck feindliche und höhnische Kommentare.“

      Solche ad hominem-Attacken können einem nahegehen, auch wenn sie ein Schwächezeichen sind, denn zu einer inhaltlichen Diskussion sind diese Leute infolge einer Gehirnwäsche nicht mehr fähig. An solchen Fällen beißt man sich die Zähne aus, inhaltliche Diskussionen sind hier prinzipiell nicht möglich.

      Choleriker ärgert man am meisten, indem man sich nicht provozieren läßt und sich teilnahmsvoll nach dem Befinden erkundigt. Mit der Erkenntnis kann man sich davon schützen, selber aggressiv zu werden. Beispielsweise könnte man bei einer wütenden Unterstellung von Frauenhaß antworten:

      „Finde ich jetzt gut, daß Du deine Gefühle so offen aussprichst, denn viele trauen sich das gar nicht. Dabei ist die Befürchtung, jemand könnte Frauen hassen, eine der wichtigsten und häufigsten in der Geschlechterdebatte.

      Nur als Beispiel, man muß da kreativ sein. Der Angesprochene muß selber darauf kommen, wie unqualifiziert er argumentiert hat, man kann es ihm nicht direkt sagen.

  4. Pingback: Warum mir manchmal #nichtegal ist, wer etwas sagt | Mein Senf

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