„Die“ Muslime


Da geht es los:
Der Islam ist gewalttätig. Pegida hat doch recht. Seht ihr das jetzt endlich ein? Nicht alle Muslime sind Terroristen, aber alle Terroristen sind Muslime.

Ich habe gestern einiges gelesen, auch von Leuten mit denen ich oft einer Meinung bin, was mir den Magen umdrehte. Der Islam sei eine hasserfüllte Religion, schau doch mal, was da steht.
Einen großartigen Artikel habe ich hier gefunden. Jup. Die Grundlage unserer abendländischen Kultur kann das auch.

Ich persönlich halte den Koran für weniger schlimm als das Alte Testament. Aber da mag ich nun gar nicht so drauf eingehen.
Es ist jedoch nicht zu bestreiten, dass viele Terroristen sich auf den Islam berufen. Warum gibt es so wenige christliche Attentate? Wegen des „Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst“ Doppelgebotes? Ich glaube nicht. Dieses Gebot ist so alt wie das Christentum selbst, und es hat die Christen auch nicht davon abgehalten, im Namen Gottes zu foltern und zu töten.

Jede Religion, ja auch jede Ideologie lässt sich nutzen, um Menschen zu fanatisieren. Der Glaube an ein höheres Ziel, zusammen mit einem machthungrigen Menschen der Befehle erteilt, Dinge also, die uns aus der Verantwortung für unser Handeln nehmen, ein Feindbild dazu….

Der jihadistische Terror ist nicht im Koran begründet, er ist im Missbrauch einer Religion begründet. Wären die Menschen im Nahen Osten alles Christen, würden die Terroristen die Bibel nutzen, um die Taten zu rechtfertigen. Zitate und Stellen fänden sich auch dort genug. Und wer sich mal mit einem Born again Christian unterhalten hat, der weiss, dass auch die Bibel auch heute noch Fanatisierungspotential hat.

Nein, wir geben unsere Werte nicht auf. Freiheitsrechte sind nicht verhandelbar. Die Verantwortung für den Anschlag auf Charlie Hebdo, oder die andauernden Gewaltexzesse von Boko Haram oder der ISIS „den“ Muslimen zuzuschieben, ist genauso falsch wie die Verantwortung für Breivik bei „den“ Männern zu suchen.

Ich bin oft sehr froh und auch stolz darauf, Europäer zu sein. Nun bin ich aber auf Australiens #iridewithyou doch sehr neidisch.

11 Gedanken zu „„Die“ Muslime

  1. „Warum gibt es so wenige christliche Attentate?“

    Weil es kaum noch gläubige Christen im fundamentalistischen Sinn gibt. Und weil es eben doch einen Unterschied macht, ob man sich Jesus oder Mohammed zum Vorbild nimmt. Die Aufklärung hat innerhalb „des“ Islam gerade erst begonnen.

  2. „Der Islam ist gewalttätig.“

    Ja, ist schon ein böser Wurm, dieser Herr Islam.

    „Wären die Menschen im Nahen Osten alles Christen, würden die Terroristen die Bibel nutzen, um die Taten zu rechtfertigen. Zitate und Stellen fänden sich auch dort genug.“

    Was auch nur eine Vermutung ist, ähnlich der … Hätte der Hund nicht geschissen, hätte er den Hasen gefangen.

    „Nein, wir geben unsere Werte nicht auf. Freiheitsrechte sind nicht verhandelbar.“

    Wer ist wir? Wollen wir wetten, daß (weitere) Freiheitsrechte sehr wohl verhandelbar sind?

    • Die Frage ist ob wir überhaupt noch die Freiheit haben unsere eigenen Freiheit zu verteidigen. Ich glaube das wurde nach Brüssel ausgelagert.

  3. Lustigerweise finden oft dieselben Leutchen, die meinen das „rechtes“ Gedankengut quasi zwingend zu Ausländerhaß und Mord und Rassismus führt, das die negativen Aspekte islamischen Gedankenguts gar nix mit durch Muslime begangenen Gewalttaten zu tun haben.

    • Der Vergleich hinkt.
      Die meisten Rechten, die du hier meinst, sind in einer christlichen Kultur großgeworden. Wenn du nun das Christentum oder „die“ Christen für die NSU Anschläge verantwortlich machen würdest, dann würde ich dir auch widersprechen. Auch der NSU wollte ja „unsere Kultur“ schützen.

      • Naja, wenn die NSU Mörder „für Christus, unseren Heiland“ gerufen hätten könnte man sehr wohl die entsprechende Religion mit in die Problemstellung einbeziehen. Dem ist nicht so. Auch war das Ziel des Pariser Attentats durch Religion begründet. Bei dem NSU habe ich noch keine religiösen Verbindungen gefunden, abgesehen davon das es durchaus Zeitungsartikel gibt die eine gesamtgesellschaftliche ( deutsche ) Schuld für die Morde suchen/finden.

        Ich finde der Vergleich steht prächtig aufrecht. Negative Charakteristika dürfen bei bestimmten Gruppen nicht genannt werden wenn man keine Nazikeule spüren möchte. Die selektive Wahrnehmung von „Gutmenschen“ oder Social justice Warrior ( wie man moralisierende Nichtstuer nennen möchte ) ist heute leider der Leitfaden an dem man sich öffentlich zu orientieren hat. Sonst verfällt die halbe Welt in Schnappatmung.

        „Auch der NSU wollte ja “unsere Kultur” schützen“

        Nach allem was sich mitgekriegt habe, eher „Rasse“ als „Kultur“.

        • Die NSU Mörder taten dies für die Deutschen. Stalin mordete für die Arbeiter.
          Muss jede Gruppe sich für alle Taten rechtfertigen, die irgendwer in seinem Namen verübt? Ich glaube nicht.
          Etwas anderes ist es, wenn mein Wirken eine solche Tat begünstigt. Schürt ein Iman Hass auf Satiriker, dann muss er sich den Verantwortungsschuh anziehen. Sagt wer, dass der Anschlag auf Charlie Hebdo verständlich war, dann genauso.
          Ich mag es nur nicht, wenn man probiert homogene Gruppen zu schnüren.
          Gibt es einen unterschied zwischen „Gewalt hat ein Geschlecht“ und „Gewalt hat eine Religion?“

          • „Muss jede Gruppe sich für alle Taten rechtfertigen, die irgendwer in seinem Namen verübt? “ Hat ja niemand gefordert. Woher kommt also die Frage? Nur so zu tun als habe der Koran/Muslime und die daraus folgende Kultur nichts mit den Leuten zu tun ist abenteuerlich.

            Oder ganz klar:
            Darf man für Kleinigkeiten gesteinigt werden?
            Ist das Killen von Ungläubigen in Ordnung?
            Darf man einen Menschen zeichnen?

            Nach dem Koran ( die „reformierte“ Variante des alten Testaments ) kann man ohne intellektuelle Unaufrichtigkeit diese Fragen bejahen. Das dieses Buch die Grundlage für den Islam ist sollte bekannt sein. Wenn man als Muslim diese Fragen verneint ist man lediglich ein Kulturreligiöser, also als Muslim nicht ernst zu nehmen. Das gleiche gilt übrigens für alle anderen Religionen auch.

            „Stalin mordete für die Arbeiter“ ja, aber die müssen sich nicht dafür entschuldigen, das wären die Kommunisten.

            „Gibt es einen unterschied zwischen “Gewalt hat ein Geschlecht” und “Gewalt hat eine Religion?“

            Nein, gibt es nicht. Aber wieder, wo kommt diese Frage her? Behauptet ja niemand das der Islam ein Monopol auf Gewalt hat, ganz im Gegensatz zu Feministen/Konservativen und dem “Gewalt hat ein Geschlecht”. Strawmen much?

            Ich bleib‘ dabei, Martin hat einen guten Punkt hinsichtlich des selektiven Denkens seitens der „Progressiven“ gemacht.

            „Die NSU Mörder taten dies für die Deutschen. Stalin mordete für die Arbeiter.“

            Es müsste heißen;

            „Die NSU Mörder taten dies für die Deutschen als Nazis. Stalin mordete für die Arbeiter als Kommunist“.

            Ergo

            „Die Pariser Attentäter taten dies für die Muslime als Salafisten ( oder so ).“

            Wenn man also über Nationalsozialismus spricht hat das immer eine Gesamtgesellschaftliche Komponente, was logisch ist, denn dem Vakuum ist der ganze Scheiß nicht entsprungen. Wenn aber über den Islam gesprochen wird sind solche Gedankenschritte unzulässig? Warum sind die „Problembürger“ in Europa so unverhältnissmäßig ( bevor rumgeheult wird, nein nicht nur ) häufig Muslime? Belgien, Niederlande, Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Dänemark und so weiter. Für mich sieht das so aus das ehrlich überzeugte Muslime ( die ihr Buch ernst nehmen ) und Europäische Kulturen einfach inkompatibel sind. Aber das gleiche gilt für Hardcore Evangelikale. Da hat seltsamerweise niemand ein Problem über schädliche/unerwünschte Aspekte des Christentums zu diskutieren. Und hier wird nicht über den Bildungsbürger aus Istanbul gesprochen. Genauso wenig wie ein Aufgeklärter Mensch in New York der sich als Christ bezeichnet ein radikaler Abtreibungsgenger sein muss.

            „Iman Hass auf Satiriker, dann muss er sich den Verantwortungsschuh anziehen. “

            Dann muss man sich die Frage stellen welche Sorte Imam viele Zuhörer hat und welche Verantwortung besagte Zuhörer tragen. Genauso wie das Herdenverhalten der Deutschen während der kürzesten tausend Jahre zu recht gescholten wird sollte es möglich sein die Petrischale aus der dann Pariser Attentäter schlüpfen zu kritisieren.

            „Ich mag es nur nicht, wenn man probiert homogene Gruppen zu schnüren“

            Das hat auch niemand gemacht. Martin schrieb;“negativen Aspekte islamischen Gedankenguts“

            Mit besonderer Betonung auf „Aspekte“. Da wurde nichts zusammengeschnürrt, sich nur über Teile einer tatsächlich heterogenen Gruppe geäussert. Das halte ich für legitim.

            • Anhang

              So sieht ein Muslim aus der das was in „seinem“ Buch steht nicht ernst nimmt.

              http://www.nltimes.nl/2015/01/08/muslims-dont-like-free-speech-can-fuck-off-rotterdam-mayor/

              Dieser Mensch hat offensichtlich kein Problem mit europäischen Werten und ist somit ein anderer Aspekt der heterogenen Gruppe. Religiös, kein Problem, nur keine Opfer an die Säkularität. Oder ganz grob; „so lasse er die Religion zuhaus‘ und bleib vom Selbstbestimmungsrecht deiner Kinder fern“.
              Das der amtierende Papst sich für die Einschränkung von Meinungsäußerungen einsetzt erinnert mich doch zu sehr an die Beschneidungsdebatte, in der die Kirchen sich auf die Seite derer schlug die Körperverletzung an Jungen aus religiösen Gründen für vertretbar und legitim halten. Pack schlägt sich Pack verträgt sich, oder die Spieler mögen sich untereinander nicht mögen aber das Spiel verteidigen sie auch mit Schlägen unter die Gürtellinie.

              Tragisch das die europäische Presse jemanden der das sagt normalerweise als Rechtsradikalen beschimpft. Mal sehen.

              Ich wünsche eine geruhsame Nacht.

  4. Vor dreihundert Jahren waren die Amis, Schweden und Briten ziemlich militante Religiöse, Nun nehmen sie ihre Religion nicht mehr ernst und sind dadurch nicht nur handzahm, sondern auch lediglich „Pseudoreligiös“. Im Islam gibt es auch solche die ihre Religion nicht für voll nehmen, aber die würde ich nicht mehr als Moslems betrachten als ich den „nur zu Weihnachten und Taufe gehts in die Kirche“-Christen als echten Christen wahrnehme. Solche Kulturreligiösen sind nicht das Problem. Es sind diejenigen die ihre Identität damit verknüpfen. Bei „radikalen Hassern“ ist mir aufgefallen das Selbsteinschätzung und Realität oft weit auseinander liegen. Man hält sich für den Tollsten und ein Geschenk Gottes, wie kann es nun sein das diese ( beliebige Gruppe einfügen ) so viel erfolgreicher sind. Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu. Dann kommt es zu solchen „Happenings“ wie in London vor ein paar Jahren, den Vororten von Paris, Rostock oder einige Städtchen in Schweden oder rassistische Kindersexringe in mehr als acht britischen Städten. All das begleitet von staatlicher Prokrastination oder gar begleitender Unterstützung ( wohl aus angst als bigotter Rassist gebrandmarkt zu werden ).

    Was mich immer wieder wundert wie blauäugig mit solchen Menschen umgegangen wird. Jemanden der in Syrien für das Kalifat gekämpft hat ( Kriegsrecht und Völkerrecht gebrochen ) zu versichern das wir auch für ihn/sie in einer Willkommenskultur leben halte ich für Selbstmord auf Raten. Und diejenigen die denken das habe nichts mit dem Islam zu tun, sollten vielleicht ein paar Großveranstaltungen besuchen in denen nicht mit Besuchern gerechnet wird. Mir ist es kalt den Rücken runtergelaufen ( das babylonische Gewirr war so groß das auf Deutsch gepredigt wurde ), besonders die Frage-Antwort Stunde. Niemand würde behaupten Hexenverbrennungen wären nicht auf dem Mist gewachsen den die Mutter Kirche aufgehäuft hatte. Man muss sich eigentlich nur die Mehrzahl der Islamischen Staaten ansehen um zu sehen was gesellschaftliche Normalität nach dem Koran bedeutet. Und das wird solange weitergehen bis die Leute ihr heiliges Buch nicht mehr für voll nehmen. Das kann ein paar hundert Jahre dauern und wird ( wenn die Aufklärung im Abendland eine korrekte Schablone ist ) blutig mit viel Weh und Vertreibung. Das muss sich Europa nicht ein zweites mal antun, auch wenn es so aussieht als hätte sich der Westen des Kontinents dieses streng vorgenommen. Und der neue Papst haut erstmal eine verdeckte Solidaritätsbekundung an die Attentäter von Paris raus. Leute die ihre Religion ernst nehmen kann ein moderner Staat wirklich nicht gebrauchen.

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