#RachelDolezal #transblack


Heute machte ein Skandal um die amerikanische Bürgerrechtlerin Rachel Dolezal auf Twitter die Rund und schaffte es auch in die Presse

Vorab: ein jeder möge sein Leben leben, wie er, sie oder x das für richtig halten mag.

Ich finde es aber gerade erstaunlich, wie Menschen, die es für absolut normal halten, das Geschlecht (hier Gender UND Sex) wechseln zu können, die „Race“ aber unveränderlich ist. Ja es gar eine Todsünde ist.
Wenn man sich die Frau anschaut, könnte man durchaus glauben, dass sie afrikanische Vorfahren hat, und ich kann mir auch gut vorstellen, dass sie das Ziel von Rassismus wurde. Ist sie einfach nur masochistisch? Ich meine, sehr viel niedriger kann man sich auf der feministischen Privillegienskala in den USA nicht einsortieren. Warum tut sie denn das? Weil ihr die „Schwierigkeitsstufe: Frau, weiß“ nicht hart genug war? Weil sie den Job haben wollte? Weil sie mit schwarzen (Stief-)Brüdern aufwuchs, und sich in der Gesellschaft einfach wohler fühlte? Weil sie dann in Kreise kam, in denen mehr Diskriminierung erfahrenes Leid Vorteile brachte?
Ist es vielleicht das letztere, was gerade die Wut auslöst? Dass der Fall zeigt, das es durchaus inzwischen Bereiche gibt, in denen sich das Opferdasein lohnen könnte?
Sie gab sich ja nicht nur als Schwarz aus, nein, behauptet ja auch von einem nichtexistenten Stiefvater missbraucht worden zu sein. Warum sollte sie das alles tun, wenn sie sich in einer Gruppe (Gesellschaft) befindet, in der das alles nur Nachteile bringt?

7 Gedanken zu „#RachelDolezal #transblack

  1. Ich denke vielleicht zu rational. Aber ich meine, dass die Gesellschaft in den USA und auch bei uns falsche Anreize setzt. Wenn es belohnt wird, sich als Opferaktivistin oder -aktivist zu produzieren, dann werden Menschen diesen Anreiz annehmen, die objektiv keine Opfer sind.

    Noch eine Stufe weiter: Wenn das Vertreten einer besonders konformen Meinung honoriert wird, werden Menschen diese Rolle annehmen und in einen Wettbewerb um das beste Ausfüllen der Rolle treten. Was mir Sorge bereitet: In unserer Gesellschaft gibt es schon zu viele bezahlte Meinungsmacher und zu viele Kampagnen.

    PS: Welche psychologischen Probleme in diesem konkreten Fall eine Rolle spielen, wissen wir alle nicht. Es verbietet sich, aus Europa spekulative Ferndiagnosen zu stellen – und wenn man schon darüber nachdenkt, dann mit Respekt. Man sollte diese Frau jetzt in Ruhe lassen, sie ist genug gestraft. Pathologisieren ist immer ein Merkmal totalitärer Systeme gewesen.

    Was ich als abstrakten Ansatz zur Erklärung sehen würde: Es gibt ja Menschen, die beim Erwachsenwerden radikal mit ihrem bisherigen sozialen Umfeld brechen. Das kann sich in Frisuren, Kosmetik, Kleidung, operativen Veränderungen oder auch Tattoos und Körperschmuck zeigen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s