Kinder und Werte


Christian hat die letzten Tage 2 Beiträge verfasst, die sich mit der Erziehung von Kindern befassen.
Einmal zum Thema Selbstbewusstein und dann zur geschlechterabweichenden Erziehung.

Beide Male passiert eigentlich nichts weiter, als dass die eigenen Werte an die Kinder weitergegeben werden. Ist man selbst eher wagemutiger, so wird man das auch an seine Kinder weitergeben, ist man selbst sehr gechlechtsempfindlich, dann eben auch das. Es hängt wirklich sehr von den eigenen Werten ab.

Wie unterschiedlich das in Gruppen verteilt ist, erlebe ich gerade jedes Jahr beim Vater Kind Zelten. Ein Wochenende nur Väter und Kinder. Da herrscht tatsächlich eine besondere Atmosphäre. Kindern wird da mehr zugetraut. Ob es die Regenfestigkeit, das Klettern, das Aufbleiben. Sehr unbekümmert da alle. Spannend da: zwischen Söhnen und Töchtern wird da nicht unterschieden. Schnitzen finden alle toll und mal traut sich ein Junge nicht angeseilt runterzuspringen, mal ein Mädchen nicht.

Als Vater zweier Töchter.. auch die beiden Mädels sind während dem Wochenende ganz anders drauf als sonst, aber vermutlich bin ich das auch.

Zum Thema Spielzeug. Auch hier spiegeln sich die Elternpräferenzen. Und wenn sich beide Eltern da nicht einig sind.. Ginge es nach mir, dürfte die Große (9) schon auch ein wenig Computerspielen, aber das ist als Lehrergatte wohl ein Unding. Dafür habe ich mir endlich einen Traum erfüllt, den der kleine Tom immer geträumt hat: Lego-Technik. Allerdings ging das auch ein wenig schief.. Dachte ja, ich würde da zum Bauen gebraucht werden.. Pustekuchen, ich saß nebendran und durfte Teile raussuchen:/

Wer da ein gutes Set sucht: Lego Education
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Kann ich uneingeschränkt empfehlen.  Die Modelle sind nicht so cool wie bei den Fahrzeugsets, aber die Möglichkeiten sind vielfältiger. Ebenso wird unglaublich viel beigebracht. Der Kran zum Beispiel erklärt das Prinzip des Flaschenzuges. Durch Umstecken hat man erst eine Rolle, dann einen einfachen oder einen doppelten Flaschenzug. Die Kids sehen, was passiert und verstehen das dann auch.
Das Technische interessiert meine Frau fast nicht. Meine Kids finden das super, aber ohne mich als Vorbild würde sie das wohl auch nicht interessieren.

Auch vor unseren politischen Einstellungen bleiben die zwei nicht verschont. Klar wissen meine Kinder, dass ich ab und an in der LEA helfe, wie egal mir Herkunft oder Hautfarbe ist. Wie Hamzi (ein Freund, der mit mir auf den Philippinen gearbeitet hat) an Allah glaubt und 5 Mal am Tag betet. Dass ein Moslem eben nicht ein Terrorist ist (und ja, solche Sprüche gibt es in der Grundschule).
Und ratet mal, ob sie den neuen Kindern in der Klasse auch trotz Sprachbarriere sehr offen entgegentreten..

Die Weitergabe von Werten ist, neben der bedingunglosen Liebe, so mit das Schönste an der Elternschaft.

Einer der Gründe, warum ich der Vollzeitbetreuung von Kindern sehr kritisch gegenüberstehe.  Ich will, dass die Kinder hauptsächlich mit den Werten von meiner Frau und mir aufwachsen, und eben nicht mit denen irgendwelcher Erzieher.
Es mag mir nicht passen, welche Werte andere ihren Kindern vermitteln, aber solange das alles im gesetzlich zulässigen Rahmen abläuft, müssen andere Eltern das so dürfen wie ich das auch darf.

2 Gedanken zu „Kinder und Werte

  1. “ Ist man selbst eher wagemutiger, so wird man das auch an seine Kinder weitergeben, ist man selbst sehr gechlechtsempfindlich, dann eben auch das.“

    Wahre Worte, denn genau so läuft es ja auch. Aber auch in anderen Dingen, wie z.B. das behütete Kind einer Glucken-Mutter bzw. solches von Helikopter-Eltern.

    Als Trennungsvater kann ich ein Lied davon singen, denn die Frau mutierte zur Supermama. Und entsprechend liefen die Schemata auch ab. Am Ende gab es ein völlig verängstigtes Kind, das sich vor Dunkelheit fürchtete und sich nichts zutraute. Nicht mal das Hangeln an einem Klettergerüst.

    Und so musste ein Notfallprogramm her, das in diesem individuellen Zusammenhang nur lauten konnte:

    – Angst vor z.B. dem Dunkelen zu nehmen
    – Selbstvertrauen und das eigene Ich zu stärken

    Das war dann auch gar nicht so schwer: Es gab das Taschenlampenspiel (so nannte ich es) in meinem fensterlosen Badezimmer, das wirklich zappenduster ist. Und ich nahm das Kind auf meinen Schoß, drückte ihm die Lampe in die Hand und sagte, das ich nun das Licht ausmachen werde – aber bei ihm bin, was es auch körperlich fühlen konnte.

    Panik! Und *rumms* war es dunkel und ich redete erst mal ruhig: „Es ist alles noch so, wie es ist – und nun beginnt das Spiel“. Immer noch Angst aber langsame Beruhigung, was ein Papa auch spüren kann.

    Und so ging dann das Ganze: Die Lampe in der Hand sollten bekannte Gegenstände im Bad ausgeleuchtet werden, z.B, der Wasserhahn, der Kosmetikeimer oder der Duschkopf. Die Treffer lagen dabei bei 100-Prozent -ohne Nachjustierung.

    Im Anschluss folgte eine „Nachtwanderung“ am frühen Morgen (auch mit viel Ängsten besetzt) und dem Wissen, das es langsam hell wird. Und so empfand es auch das Kind und wurde mit jedem Tag etwas mutiger.

    Ähnlich ging es dann weiter mit Klettergerüsten oder „Mutproben“. Wichtig war dabei immer nur, ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln und dennoch anzuspornen. Bis heute existiert die „Heldenkrone“, die ich damals bastelte im Kinderzimmer eines selbstbewussten und auf sich selbst stolzen Kindes.

    Mir ist bewusst, das dass nicht unbedingt Thema deines Artikels war oder ist. Aber ich denke, man kann viel vermurksen oder Kinder stark machen.

    „Was Hänschen nicht lernt, das lernt Hans nimmermehr“
    Und da liegt sehr viel Wahrheit drin; in diesem profanen Satz.

    Viel Spaß mit deinen beiden Mädchen
    – du machst das schon richtig, vermute ich.

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