Im Niemandsland


Das Niemandland. Der Bereich zwischen wei Fronten, in dem sich niemand aufhält. Tut er es doch, wird er von beiden Seiten beschossen.

So fühle ich mich in letzter Zeit (natürlich im übertragenen Sinn) häufig. Früher hauptsächlich in der Geschlechterdebatte, nun häufiher in der Flüchtlingsdebatte. Es scheint, als gäbe es gerade hier schlicht keine Mitte mehr. Entweder sind Flüchtlinge das furchtbar, oder ein Segen. Dazwischen? Gibt es kaum etwas.
In einer Diskussion zu einer Wahlumfrage aus BW schrieb ich Folgendes:

Die Grünen haben die guten Werten auch nicht verdient.
Ich glaube übrigens, dass die Demokraten endlich anfangen müssen, sich über Lösungen zu streiten. Der FDP Vorschlag bietet zumindest schon mal Ansätze. Der Streit um eine „Obergrenze“ ist die einzige Diskussion, die stattfindet. Das kann doch nicht alles sein. Wo bleibt das „Wie schaffen wir das“? Das ist, was überlegt und dann auch erklärt werden muss.
300 Lehrer (und nochmal so viele Berufsschullehrer) reichen eben nicht für 30.000 zusätzliche Flüchtlingskinder. Ich sehe, zumindest hier in Karlsruhe, auch noch keine Ablösung für das LEA Zelt. Ich glaube auch, dass Deutschland das schafft. Auch noch einmal eine Million dieses Jahr. Aber das passiert nicht von alleine. Wir müssen da anfangen, Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Und wir müssen anfangen zu streiten. Über Lösungen. Es muss möglich sein, die Frage zu stellen „Wie sollen wir denn bitte eine Million Menschen integrieren, die zum Teil schwerst traumatisiert sind und mit unseren liberalen Werten wie Gleichberechtigung und unteilbaren Menschenrechten nicht unbedingt vertraut sind“ stellen zu dürfen, ohne als rechtsextrem gebrandmarkt zu werden.
Mir persönlich wird in der Flüchtlingsfrage viel zu wenig und wenn dann komplett populistisch gestritten. Das wird der Sache nicht gerecht. Und überlässt die Menschen, die dem „Wir schaffen das“ nicht blind Vertrauen den Söders und Höckes der Politik

Wie bei uns auch gibt es großartige Menschen und Arschlöcher unter den Flüchtlingen. Man kann „Refugees Welcome“ unterschreiben und dennoch glauben, dass es auch kriminelle Flüchtlinge gibt. Ich glaube, Europa hat die humanitäre Pflicht, Bürgerkriegsflüchtlingen zu helfen. Dennoch halte ich es für reichlich unverfroren, wenn ich einen (noch nicht anerkannten) Flüchtling höre, der sich beschwert, dass er eine Refugeecard bekommt (zur bargeldlosen Zahlung, wird am Stichtag wieder zum Maximalbetrag aufgeladen), und er davon nichts sparen kann. Auch finde ich es richtig, dass vermögendende Flüchtlinge für ihren Unterhalt zunächst selbst aufkommen müssen. Ist doch das Normalste der Welt.

Der Abschnitt hat das Potential beide Lager der Debatte zur Schnappatmung zu bringen, und mich wahlweise als links- oder rechtsextrem zu bezeichnen. Es geht weiter mit „Ich will niemandem vorschreiben, was er anzuziehen hat, daher muss ich gar mit der Burka klarkommen“ und „sagt mal, habt ihr sie noch alle, Statuen zu verhüllen“

 

Vor ein paar Tagen tweetete Robin

Recht hat sie da. Genausowenig unterhalten sich Frauen über die Vergewaltigungskultur (oder kennen den Begriff überhaupt). Not all men are rapists, and that’s not all we are, und Frauen sind eben auch nicht Parasiten die sich von Männern aushalten lassen.

Ich bin es sehr leid, dass Debatten nur noch von den Extrempositionen geführt werden. Meist sind es irgendwelche verbitterten, die einen Sündenbock für ihr Leid brauchen. Und da taugen Männer wie Frauen, Flüchtlinge wie Nazis.
Ich will Ideen. Unsere Gesellschaft hier ist schon eine verdammt gute, aber man kann die durchaus verbessern. Aber da müssen wir endliche einen Mittelweg finden zwischen einem Einheitsbrei und dem Extremflügelkampf.

 

 

P.S.: kann WordPress bitte aufhören an dem Editor rumzupfuschen? Der war gut, wie er mal war.

18 Gedanken zu „Im Niemandsland

  1. „Ich bin es sehr leid, dass Debatten nur noch von den Extrempositionen geführt werden“

    Genau. Historisch leider nichts neues, s. Pseudopartei „Radikale Mitte“ in den 50ern, auch wenn die eher kabarettistisch daherkam.
    Das Problem, daß die demokratische Diskussionskultur durch Radikale und manipulative Propaganda unterminiert wird, ist heute noch viel gravierender als damals, weil die Propandamethoden immer professioneller werden. Vor ein paar Tagen erschien zu diesem Thema ein sehr Interessantes Interview auf den Nachdenkseiten:
    Jens Berger / Rainer Mausfeld: Die neoliberale Indoktrination
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=30286#more-30286
    18. Januar 2016

  2. Ja, Männer, die auf eine Beziehung hoffen, denken oft noch nicht an Probleme wie Kuckuckskinder, Zwangsvaterschaft, Kindesentzug und so weiter. Und Menschen, die auf dem Start ins Berufsleben sind, denken oft noch nicht an Mobbing, Burn-Out und andere Probleme, die erst viel später kommen. Darüber hinaus wird man als Mann darauf konditioniert, Ängste und Sorgen eher nicht zu zeigen – auch durch Tweets wie die von dir zitierten, die solche Ängste und Sorgen als irrational hinstellen.

    Nach derselben Logik dürfte man sich auch nicht mit häuslicher Gewalt gegen Männer oder sexuellem Missbrauch von Jungen beschäftigen, weil das an den Stammtischen dieser Welt kein Thema ist. Und vor den siebziger Jahren wäre auch der sexuelle Missbrauch von Mädchen nicht der Rede wert gewesen, weil: „Kein normaler Mensch interessiert sich für diese Themen“.

    • Das ist alles richtig was du schreibst, dennoch.. die Gefahr ist nicht so groß, wie oft gedacht. Auch wenn das alles echte Probleme sind die noch dazu von unserer Gesellschaft vernachlässigt werden, rechtfertigt dies nicht, alle Frauen unter Generalverdacht zu stellen und eben nur aus Angst vor möglichem Kindesentzug erst gar keine Beziehung mehr einzugehen.

      • „…alle Frauen unter Generalverdacht zu stellen…“

        Allerdings darfst du nicht vergessen das die Sorgen (Unterhalt, Sorgerecht, Zwangsvaterschaft) nicht nur darin begründet sind, weil man Frauen generell nicht über den Weg traut. Es geht auch darum dass sie die volle Unterstützung des Staatsapperates in diesen Dingen hinter sich wissen. Also über eine „geladene Waffe“ verfügen, die sie ohne gesellschaftliche Verurteilung jederzeit gegen den Vater einsetzen dürfen. Über die rechtliche Handhabe von Kuckuckskindern ist für die „Väter“ rein legal auch ein Rückschritt in antikes Recht.

        „…nur aus Angst vor möglichem Kindesentzug erst gar keine Beziehung mehr einzugehen.“

        Ist doch einer der besten Gründe, oder etwa nicht? Die Vorstellung als Lohnsklave für die effektive Entführerin deiner Kinder schuften zu gehen(mit der vollen Billigung des Staates) würde mich krank machen. Darum auch die hohen Suizidzahlen bei Männern nach der Scheidung.

        Für einen Mann ist die Frau in der Beziehung in vielen Belangen einem autokratischen Herrscher ähnlich. Kann ein netter Herscher mit Prinzipien sein, allerdings könnte er nicht dagegen machen wenn besagter Herrscher alles nette plötzlich über Bord wirft und dich den Haien zum Fraß vorwirft.

        Sex kriegt man(n) heute einfach genug und Kinder würde ich nur via Leihmutterschaft haben wollen.

        Es geht nicht um Verdacht, sondern um Selbstbestimmung.

        • Verfolgt man deine Logik konsequent, dann müsste meine Frau mich sofort verlassen. Ich bin ihr absolut körperlich überlegen und könnte ihr theoretisch jederzeit Schmerzen zufügen.
          Habe ich nie getan und werde ich auch nicht, aber bislang hat mir meine Frau auch meine Kinder nicht weggenommen.
          Vielleicht besteht für dich der einzige Sinn einer Frau in Sex und Nachkommen, ich mag meine Familie nicht missen. Ich bin nun 23 Jahre mit meiner Frau zusammen, unsere erste Tochter bekamen wir vor 10 Jahren. Selbst wenn sie sich nun in jemand anderen verlieben wuerde, mich mitsamt den beiden Kindern verlassen, mich maximal Unterhaltsblutenlassen… um nichts in der Welt möchte ich die 23 Jahre und vor allem die 10 letzten Jahre missen.

          • „Ich bin ihr absolut körperlich überlegen und könnte ihr theoretisch jederzeit Schmerzen zufügen.“

            Nein Tom, das wäre nämlich verboten. Die Gesellschaft würde dir nicht gestatten damit „davon“ zu kommen. Nach meiner Logik ist es bei Kindesentzug durch die Mutter andersherum. Also eine falsche Äquivalenz deiner Seits.

            „… aber bislang hat mir meine Frau auch meine Kinder nicht weggenommen.“

            Was anderen widerfahren ist. Und nicht wenigen. Ohne jegliche Handhabe etwas dagegen zu tun. Zu beachten ist auch noch dass zwei Menschen die Heiraten sich lieben (Evolutions-Arschtritt Kinder zu zeugen), aber dies ist bei der Scheidung häufig anders. Mein Punkt ist folgender: Egal wo die „Machtverhältnisse“ extrem unausgewogen sind (in diesem Fall Familiengerichte) ist dem Mißbrauch Tür und Tor geöffnet.

            „… um nichts in der Welt möchte ich die 23 Jahre und vor allem die 10 letzten Jahre missen.“

            Das freut mich ehrlich für dich. Allerdings ändert dies nichts an den Umständen des momentanen Rechtsstaates. Ich bleibe bei dem Autokratenvergleich. Der muß sich ja auch nicht selbst verteidigen, dafür hat er seine Häscher (in diesem Fall Polizei, Gerichte und Jugendamt.

            Ich wünsche dir weitere 23 Jahre Glück.

            Tom for Illuminatie confirmed.

            • also, FNORD, auch vieles, was in Scheidungsstreits abläuft ist sicherlich nicht immer ganz legal. Aber dennoch, mit den wenigsten Beziehungen beschäftigen sich die Gerichte. Die Damokles Schwerter „Gewalt“ und „Scheidungsunrecht“ schweben schon über den Köpfen.
              Du hast schon Recht, Frau ist da rechtlich besser gestellt, ist auch etwas, dass ich anprangere. Aber selbstt wenn ich wüsste, dass morgen alles vorbei ist, hätte ich nichts anders machen wollen. Ich mag die rechtliche Situation gerne ändern, aber für die kann meine Frau genausowenig wie ich für meine körperliche Überlegenheit. In meinem Alltag beschäftigt mich die daher (gottlob) nicht.

  3. Ist mein Kommentar nicht durchgekommen, oder muss er erst freigeschaltet werden? Sicherheitshalber noch mal:

    Ja, Männer, die auf eine Beziehung hoffen, denken oft noch nicht an Probleme wie Kuckuckskinder, Zwangsvaterschaft, Kindesentzug und so weiter. Und Menschen, die auf dem Start ins Berufsleben sind, denken oft noch nicht an Mobbing, Burn-Out und andere Probleme, die erst viel später kommen. Darüber hinaus wird man als Mann darauf konditioniert, Ängste und Sorgen eher nicht zu zeigen – auch durch Tweets wie die von dir zitierten, die solche Ängste und Sorgen als irrational hinstellen.

    Nach derselben Logik dürfte man sich auch nicht mit häuslicher Gewalt gegen Männer oder sexuellem Missbrauch von Jungen beschäftigen, weil das an den Stammtischen dieser Welt kein Thema ist. Und vor den siebziger Jahren wäre auch der sexuelle Missbrauch von Mädchen nicht der Rede wert gewesen, weil: „Kein normaler Mensch interessiert sich für diese Themen“.

  4. Pingback: “Die meisten Frauen haben null Probleme mit Männern und die meisten Männer haben null Probleme mit Frauen” | Alles Evolution

  5. „kann WordPress bitte aufhören an dem Editor rumzupfuschen? Der war gut, wie er mal war.“

    Meinst Du den „guten, alten Editor“, wie er vor ca. einem Jahr war? Den gibt’s immer noch, er ist nur nach der Anmeldung schwieriger zu erreichen (Extraklick auf „WP-Admin“).

  6. Pingback: Kurznachrichten vom 01.02.2016 | Geschlechterallerlei

  7. Ob in der Flüchtlingsfrage (Debatte möchte ich nicht schreiben) oder dem Geschlechterverhältnis, das Problem ist das Verdrängen von Wahrheit. Denn die Wahrheit kennt keine Moral oder Zeitgeist. Die Annahme alle Menschen seien gleich hat uns alle in beiden Themen in eine ziemlich frustrierende Ecke manövriert. Männer und Frauen haben, im Schnitt, unterschiedliche Interessen und Herangehensweisen, dadurch unterschiedliche Bedürfnisse. Gläubige Abrahamisten (in diesem Fall Mohammedaner) haben ein fundamental anderes und konträres Weltbild als säkulare Nordeuropäer. Dies wollte die veröffentlichte Meinung, und sehr viele Menschen dieses Landes, absolut nicht wahr haben.
    Jeder der sich aufklärend an die Öffentlichkeit gewand hat wurde gesellschaftlich unmöglich gemacht, als verwirrt, Nazi, „Islamophob“ und Fremdenfeindlich bezeichnet. Logischerweise gibt es auch echte Menschenfeinde, aber dies brandmarkt sie nicht nicht automatisch falsch. In diesem Blog wurde auch ich von einem Mann, den ich durchaus für seine witzige Polemik und Intelligenz schätze, als „klügster Pegida-Anhänger“ oder auch als (abwertend) Verschwörungstheoriker bezeichnet, nur weil ich des Teufels Advokat war. Auch bei dir sehe ich die Verantwortung an dieser von dir als Niemandsland bezeichnete Situation, indem du dich abschätzig über Pegida/AfD geäußert (dumpfe rechte Parolen), allerdings ohne eigentliche Zitate gebracht zu haben, oder auch nur vor dir selbst die Möglichkeit zugelassen hast dass die Heinis eventuell recht haben könnten. Ich denke dir, und vielen anderen, steht das blinde Bedürfnis ein guter Mensch zu sein im Weg, die Realität als solche zu erkennen. Die Angst davor für einen Rechten gehalten zu werden hält viele davon ab die berechtigte Kritik (die als rechts gesehen wird, denn nur Nazis können gegen Ausländer sein) gegenüber der gegenwärtigen Einwanderungspolitik, den Überzeugungen von arabischen/berberischen Einwanderern auch nur zu erwägen. Stattdessen wird, unklugerweise, angenommen alle Menschen der Welt wären so rational und liberal wie es in Europa üblich ist. Nur so konnte es kommen dass sich Schwule, Feministen, Atheisten und „Humanisten“ (die halten sich nur dafür) sich bedingungslos vor die Menschen stellen, die ihrerseits Schwule von Häusern schmeißen, Frauen entrechten, Apostatie und Gottlosigkeit mit dem Tod bestrafen und als einzige moralische Quelle den Koran und weitere Abrahamistische Kupferzeittexte gelten lassen. Und komm‘ mir bitte nicht mit „nicht alle Moslems“. Das weiß ich auch. Allerdings ändert dies nicht an der Tatsache das es verdammt viele sind und wir (als liberale Weltbürger) dem nichts entgegen zu setzten haben, wenn wir in dem Versuch die Gefühle der Guten (nehmen ihre Religion nicht ernst) zu schonen die Bösen (nehmen ihre Religion ernst) ignorieren, als ob Isis nichts mit dem Islam zu tun hätte.
    Über Jahre hinweg wurde prophezeit dass ein erhöhter Influx aus muslimischen Ländern schwerwiegende Konsequenzen für das öffentliche Leben haben wird. Wurde Niedergeschrien/schrieben. Dann stellt sich heraus dass die Niederschrieenden recht behalten haben (was klar war, man sehe sich die Länder der Hergereisten an, duh), und die erste Reaktion war:“Wir dürfen Köln nicht den Propagandisten überlassen.“
    Logischerweise ensteht so eine Polarisierung und Frust in der Gesellschaft. Erst warnen, dafür angeschissen werden, recht behalten und dafür wiederum auf den Sack kriegen. Hunde die man so behandelt fangen irgendwann an zu beißen.

    Stell‘ dir einfach die Frage warum die „Flüchtlinge“ (ein minimaler Teil sind legitim so benannt) nicht nach China, oder seit kurzem Dänemark, wollen. Die Antwort könnte sehr profan ausfallen.

    Ich wollte dir mit diesem Textgebirge nicht in den Kaffee strullen, allerdings musste ich diese Kritik loswerden. Wir kümmern uns um das was wir mögen.

    Zu Robins Tweets: Die Sorge über Zwangsvaterschaft, Sorgerecht und Konsorten kommt später.
    Außerdem frage ich mich warum die halbe Welt (gerade bei Männern verstehe ich es nicht)so grundlos abschätzig gegenüber Mgtow ist. Mehr Frauen für die anderen Männer, und Frauen werden weniger von Männern „belästigt“. Und ich dachte dies sei ihnen so wichtig?

    • „Auch bei dir sehe ich die Verantwortung an dieser von dir als Niemandsland bezeichnete Situation, indem du dich abschätzig über Pegida/AfD geäußert (dumpfe rechte Parolen), allerdings ohne eigentliche Zitate gebracht zu haben, oder auch nur vor dir selbst die Möglichkeit zugelassen hast dass die Heinis eventuell recht haben könnten“
      Genauso abschätzig würde ich mich über die Antifa und die Linkspartei äussern. Ich bin ganz sicher nicht im Besitz einer für allen gültigen Wahrheit, aber ich halte nichts von irgendwelchen Politikern, die auf der Suche nach Sündenböcken sind und populistische Thesen vertreten. Und, da muss ich Kritik an deinem Kommentar üben, ich finde es schwierig, bei dem Thema das Erkennen der „Realität“ für sich zu beanspruchen. Die Realität, die ich in der Erstaufnahmestelle sehe, ist sicher eine ganz andere, als die, über die auf den Pegidademos gesprochen wird.
      Sicher, was Flüchtlinge angeht stehe ich deutlich links der Mitte, da bin ich ganz Kind meiner christlichen Sozialisation. Sehr abendländisch das. Wie ein Christ fordern kann, Grenzen mit Waffen und Knüppeln vor Schutzsuchenden abzuriegeln, wird sich mir nie erschliessen. Genausowenig wie Menschen, die selbst auf Unterstützung, ja gar Sonderabgaben angewiesen sind und nun andere Menschen, denen es noch schlechter geht Hilfe verweigern wollen. Nicht alle Menschen sind gleich, da bin ich wieder bei dir, aber nur weil jemand in dem gleichen Land geboren wurde wie ich, fühle ich mich im moralisch nicht mehr oder weniger als jedem anderen Menschen verpflichtet.
      Ich bin ja gerne bei dir, dem Islam fehlt die Aufklärung. Ich, ganz persönlich freute mich über den arabischen Frühling. Hier riskierten Menschen viel im Namen liberaler Werte. Dass aber Islamisten die Unruhen für sich ausschlachteten, dass die Studenten in Kairo nur wenig mit dem Ägypter auf dem Land zu tun hat, ich gestehe, das war mir da in dem Moment nicht präsent.
      Warum Menschen zu uns fliehen und nicht nach China liegt auf der Hand. Wir sind deutlich wohlhabender und haben eine äusserst erstrebenswerte Gesellschaft. Paar Punkte hab ich hier https://tom174.wordpress.com/2013/11/23/privillegienverzicht/ hingeschrieben. Unsere Wertestruktur ist eine, die ich nicht missen mag. Und scheinbar sehen das viele Flüchtlinge ebenso. Dass es da hakt, dass unserer Werte nicht automatisch ihre Werte werden, bloss weil sie hier ankamen, ist selbstverständlich. Ich für mich halte es für komplett falsch, unsere Liberalität aufzugeben, um sie zu bewahren.
      Kritik, Rants in den Kommentaren immer gerne.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s