#teamginalisa ich bin wütend!


Ich habe ja ne ganze Weile mich nichts mehr zu Geschlechterthemen geschrieben, bevor mir also mein Patriachatsausweis oder noch schlimmer, meine Privilegien gestrichen werden…
Vorab meine Standpunkte:

  • Eine Vergewaltigung ist eines der widerlichsten Verbrechen
  • Eine Vergewaltigung anzuzeigen muss so einfach wie möglich sein. Das letzte, was ein Opfer braucht, ist eine Schuldzuweisung
  • ob wer ein Pornosternchen oder eine Prostituierte oder eine Nonne ist, spielt keine Rolle
  • Der Rechtsstaat ist mir wichtig, in dubio pro reo ist für mich nicht verhandelbar
  • So. Nun haben wir hier eine angezeigte Straftat, die durch die Medien geht. Eigentlich noch mehr. Aber fangen wir mit der angezeigten Vergewaltigung an. Hier wurde der Beklagte freigesprochen. Und zwar nicht nur aus Mangel an Beweisen, sondern eben mit der Vermutung gar, dass die Klägerin ihn Falsch beschuldigt hat. Dieser Prozess ist nun der, der das Medienecho findet. Auch in dem Prozess gilt natürlich im Zweifel für den Angeklagten.
    Zwei Verfahren, mit dem sich Gerichte beschäftigen. Da gehört das, in einem Staat mit Gewaltenteilung auch hin. Ärgert mich nun nicht wirklich. Macht mich nicht wütend.
    Wütend macht mich, dass immer wieder so zweifelhafte Fälle durch die Presse gehen. Emma Sulkowicz, Jacky, Der Fall Kachelmann. Immer waren es Fälle, die bei näherer Betrachtung eben straffrei sein mussten. Ich glaube, dass das bei Gina Lisa Lohfink ähnlich sein wird. Aber welches Bild wird da vermittelt? Die meisten Medien berichten von einer Vergewaltigung, die in einem Freispruch endete. Dass ein „Nein“ nicht ausreiche. Dass man Gewalt anwenden müsse. Dass sich das nein auf das Filmen bezogen hat? Liest man selten. Dass Emma dem Vergewaltiger weiterhin Liebeserklärungen machte? Auch nicht. Dass Jacky die ganze Party erfand?
    Was mich wütend macht: Wirklichen Opfern wird Angst vor der Anzeige eingeredet. Das ist doch genau das, was wir nicht wollen. Es wird so getan, als würden alle Vergewaltigungsanzeigen abgeschmettert. Dass es erst gar nix bringt, dies zur anzeige zu bringen.
    Glaubt wirklich irgendwer, dass dieses „nein heißt nein“ auch nur einen Funken am Anzeigeverhalten ändern wird? Das Anzeigeverhalten wird sich genau nur dann ändern, wenn die Opfer glauben, dass die Anzeige etwas bringt.
    Weiterhin macht mich wütend, dass wenn es wirklich so ist, dass Vergewaltiger andauernd freigesprochen werden, warum finden unsere #ausnahmslosteams dann immer nur Fälle die sich so dermassen leicht bezweifeln lassen? Und warum nur so wenige? Vor Gina Lisa war es die 15 jährige. Auch der war sehr strittig. Wo sind die tausende von Fällen? Da muss es doch auch was hieb und stichfestes geben. Warum gibt es die nicht in der Presse? Gibt es die vielleicht doch nicht so häufig? Ist dann eine Anzeige vielleicht doch gar keine so dumme Idee?

    Auch wie immer wieder, wie bei Gleichberechtigung Begriffe gedreht werden. Hier steht dann:

    Sex ohne aktive, explizite Zustimmung einer Person ist eine Vergewaltigung.

    Nope. Eine Vergewaltigung ist eine besonderst schwere Form der sexueller Nötigung.
    Es ist keine Nötigung, wenn ich zu einem Freund gehe und ihm sage, gib mir 100 Euro. Es ist kein Diebstahl, wenn ein Freund bei mir zum Grillen ist und ich ihm sage, von den Merguez darfst dir keine nehmen und er sich daraufhin ein Steak schnappt. Es ist auch kein Landfriedensbruch wenn jemand auf meinen nicht umzäunten Rasen tritt.

    Mit den Kampagnen, wie sie laufen, was wäre denn die einzige Möglichkeit, mehr Opfer dazu zu bringen, Anzeige zu erstatten? Genau, nur dann wenn es eben genau keinen Fall mehr gibt, bei dem eine Anzeige nicht zur Verurteilung des Täters führt. Und darum regt mich das so maßlos auf. Das Nein heißt Nein (was es nun schon tut) wird natürlich nicht reichen. Frau im Vollsuff, kann sich nicht mehr erinnern, das wäre dann die nächste „Schutzlücke“ und dann sind wir irgendwann beim „sober, continious enthusiastic consent“ den natürlich der Beschuldigte nachweisen muss. Ob dann alle Forderungen erfüllt wären? Oder kommt dann das Rape Ding, dass kein Sex wollen mit Frauen, die nicht einem Körperbild entsprechen auch strafbar wird?

    Die beiden Lohfinktypen. Wahrscheinlich war der Sex einvernehmlich. Aber versuchen das Video zu Geld zu machen? Pisser, Wichser, Arschlöcher, Straftäter.

    2 Gedanken zu „#teamginalisa ich bin wütend!

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