Rollen


In unserer Gesellschaft sind die Rollenerwartungen nicht mehr ganz so stark ausgeprägt, wie das noch vor ein, zwei Generationen der Fall war. Dennoch gibt es gewisse Erwartungen. Weder ist die Versorgerrolle für einen Familienmann gänzlich vom Tisch, noch ist die Frau als Mutter vom Tisch. Dazu kommt, dass vom Mann erwartet wird natürlich dann auch etwas Mutter zu sein, und von der Frau eben auch zu arbeiten.

Als wir unsere erste Tochter bekamen, hatten wir den Plan, dass meine Frau ein jahr pausiert, anschliessend die kleine in die Kita geht und meine Frau wieder Teilzeit arbeitet. Ich fand das auch gut so, gerade am Ende des ersten Jahres war es schon sehr schwierig. Wenn sich sein Leben nur noch um das Kind dreht, jegliche soziale Kontakte nur mit anderen Müttern stattfindet, das Leben des Partners aber auch noch eine andere Komponente hat, dann sind Spannungen vorprogrammiert. Gerade auch wenn in der Gesellschaft die Wertung „nur Hausfrau“ im Raum steht. Also haben wir das so probiert. Es ging gnadenlos schief. Zum einen weil sie mit 8h/Woche nur fachfremd eingesetzt wurde (Frau ist Grund- und Hauptschullehrerin) zum anderen weil es Sie beinahe zerrissen hat. Also haben wir das beendet. Nach 4 Wochen. Kleine ging immernoch 3 Tage die Woche in die Kita, aber Frau hat das mit dem Arbeiten sein lassen. Inzwischen haben wir zwei Kinder, die Große ist in der Schule, die Kleine im Kindergarten und meine Frau arbeitet wieder halbes Deputat. Das passt nun ganz gut für uns.

Geschlechterrolllen sind eigentlich nur in Familien interessant. Für Singles spielt das keine Rolle. Und in einer Familie sollte da das Paar für sich herausfinden, was funktioniert. Das ist Teil der Beziehung. Es gibt da inzwischen jegliche Freiheit, und das soll auch so bleiben.
Neben den Geschlechterrollen gibt es noch endlos viele andere Rollen, in die ein Mensch schlüpft. An einem Tag mache ich so mindestens 3-6 Rollenwechsel mit. Auch der „moderne“ Chef wechselt zwischen Coach und Diktator alles durch. Daneben ist er dann auch noch normaler Mitarbeiter..

Rollen an sich sind gar nichts Schlimmes, allerdings sollte man, wenn man die Vor- oder Nachteile einer Rolle für sich beansprucht, diese dann auch tatsächlich ausfüllen. Ein Geschlecht alleine macht einen weder zum Versorger noch zur Alleinerzieherin.

Ebenfalls zum Thema Rollen:

http://flussfaenger.wordpress.com/2014/02/10/das-gras-auf-der-anderen-wiese/

5 Gedanken zu „Rollen

  1. Pingback: Geschlechterrollen: Häufungen wird es immer geben, dies sollte aber keinen Konformitätszwang erzeugen | Alles Evolution

  2. Du schreibst
    „Geschlechterrolllen sind eigentlich nur in Familien interessant. Für Singles spielt das keine Rolle.“

    Das stimmt so aber nicht. Auch als Single hat man mit bestimmten erwartungshaltungen Aufgrund von Geschlechterrollen zu tun. Ob das so sein sollte sei mal dahing gestellt, aber wenn man kein Rollengerechtes Verhalten zeigt, gerade als Mann, so macht man sich das Leben deutlich schwerer.

  3. Pingback: Das Gras auf der anderen Wiese | Flussfänger

  4. Pingback: Finde Deine Nische! | Wortschrank

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