FES „Studie“ zum Maskulismus


Die Friedrich Ebert Stiftung hat eine Studie mit dem Titel Maskulismus Antifeminismus zwischen vermeintlicher Salonfähigkeit und unverhohlenem Frauenhass veröffentlicht.
Es beginnt mit einer interessanten Feststellung:

Bislang stellt in Deutschland Männerpolitik auf der Ebene der politischen Institutionen
ein kaum bearbeitetes Feld dar. Zwar gibt es im Bundesministerium für Familie,
Jugend, Senioren und Frauen ein Referat, das exklusiv für Jungen- und Männerpolitik
zuständig ist, doch eine Auseinandersetzung der politischen Parteien über die Ziele
und Instrumente von Männerpolitik findet (bislang) nicht statt.

Das ist ja schonmal nicht falsch. Fände ich auch super, wenn das BmFJS auch endlich mal gendergerecht benamst würde.
Dann geht es aber auch gleich weiter:

Sobald ein Beitrag über geschlechterpolitisch umkämpfte
Themen wie die Frauenquote in Aufsichtsräten erscheint, tobt im Diskussionsforum
ein Sturm der Entrüstung. Profeministische und moderatere Stimmen verstummen
angesichts dieses Shit-Storms, sodass es für den unbedarften Leser oder die unbe-
darfte Leserin aussieht, als handele es sich bei diesen „Ausfällen“ um die herrschende
Meinung.

Ganze 19% aller Deutschen halte die gesetzliche Quote für eine gute Idee. Wie anders als durch im Patriachat organisierte Propaganda könnte sich eine Ablehnung der Quote durch die Spiegelkommentatoren erklären? Natürlich wird das Genderpaygap erwähnt, hier als Beispiel für die patriachale Dividende.
In einer „Studie“ würde ich mir dann doch schon wünschen, dass sich bei einer zentralen Sache wie der Kritik am Genderpaygap sich doch etwas mit den Argumenten der Leugner ausgesetzt wird.
Es ist bezeichnend, dass es für einen Magister der Gender Studies unvorstellbar ist, dass es Kritikpunkte am Feminismus gibt, die nicht auf Frauenhass basieren. Wer sich ernsthaft und wissenschaftlich mit dem Maskulismus beschäftigt, sollte schon auch ein paar Dinge finden, warum es Maskulisten überhaupt gibt, und das jenseits einer „Patriachatserhaltung“. Geschlechtsdiskriminierende Gesetze? Kein Wort dazu. Ausschliesslich weibliche Gleichstellungsbeauftragte? Beschneidung?

Dass der Feminismus auf vermehrt auf Widerstand stößt hat sicher nichts damit zu tun, dass ein Dinge wie „Penis-Liste“ oder „Männertränen sind mein Gummibärensaft“ im Feminismus selbst auf so gut wie keine Kritik stossen. Man stelle sich aber vor, ein Politiker würde schreiben „für so eine Vagina Liste kandidiere ich nich“ oder „Frauentränen sind mein Feierabendbier“.
Die Brüderle Affäre hat hier viele mit dem modernen Feminismus in Kontakt gebracht. Nicht alle fanden da alles gut.

Ja, ich will dass alle Menschen die gleichen Rechte haben. Nein, ich bin kein Frauenhasser. Ich fände es sehr spannend, wenn der Author der Studie die gleiche Methodik an den Feminismus anläge und sich als Beispiele die Emma und die MM nähme, hier Kommentare einzelner Foristen isolieren würde und als Beweis für den Männerhass nehmen würde. Aber nein, Feministen, die sind die Guten. Immer.

Auch zur Studie:
Lomi auf Suwasu
Martin auf Flussfänger
Nicht-feminist
Christian
Elitemedium auf Geschlechterallerlei
Schoppe auf Mann-Tau

15 Gedanken zu „FES „Studie“ zum Maskulismus

  1. Pingback: Die FES weiß es genau: Maskulisten wollen die Macht! | Offene Flanke

  2. Pingback: Mit dem Horizont einer Weinbergschnecke… | Flussfänger

  3. Dem kann ich nur beipflichten.

    Es ist unfassbar was da an ideologischer und unehrlicher Agitation stattfindet. Und es hat – wie schon häufig festgestellt – tatsächlich den Geschmack von Gesinnungstotalität und (Geschlechts-)Rassismus. Hier mit dem Papier nur wieder einmal bestätigt.

    Demokraten und Demokratie fühlen und fühlt sich anders an.

    • Sie reden nicht mal über „uns“, sondern nur über den Teil, der so schön saftig gepfefferte Sprüche ins Internet stellt, die man hübsch auspressen und zu einem Giftkocktail verkokchen kann.

      • Ja, das ist korrekt. Es wirkt, als hätten sie halt nur die rechten Schreihälse rausgefiltert. Im Wesentlichen. Der „gemäßigte“ Rest ist dann nur eine Form des Salonkonservatismus. Diese Worte kommen da ja wirklich vor, „gemäßigt“ und „Salon“. Schon spannend.

      • Ja, leider.

        Es bringt einfach nichts, ausfällig zu werden. Solche Effekte sind sie einzigen, die sich daraufhin einstellen.

        Man kann Personen auch dann moralisch angreifen, wenn man keine Fäkalsprache benutzt. Und sie nicht zu benutzen, bedeutet nicht, den Feministen den Hintern abzuwischen.

        Wenn sich das rumsprechen würde, wäre viel geholfen.

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