Nur weil sie eine Frau ist


Mehrfach begegnete mir das die Woche. Zuerst ging es mit Maren und später dann mit nem amerikanischen Kollegen um den amerikanischen Wahlkampf. Es gäbe keine Diskussionen, ob Trump wählbar wäre, wenn Hillary ein Mann wäre. Bei Maren erinnerte ich an GW jr. Bei meinem Kollegen stimmte ich dann aber zu. Aus genau einem Grund: Wäre Hillary ein Mann, hätte nicht sie sondern Bernie den Vorwahlkampf gewonnen. Für sie ist das ein Riesenplus. Ganz klar werden hier alle Frauen angesprochen (There is a special place in hell for women who won’t support other women). Und alle Männer, die eben nicht als Sexisten da stehen wollen. Sieht das wirklich keiner? Es wird als Argument gebracht, wie sehr sich Hillary für alles Mögliche rechtfertigen muss, wohingegen Trump alles nachgesehen wird. Wäre sie ein Mann, würde sich das niemand trauen. Hallo? Schon vergessen, wie Bill Clinton angegangen wurde? Wie Al Gore und John Kerry angegangen wurden? Oder Obama? Die Republikaner waren da noch nie zimperlich und nutzten JEDEN Angriffsvektor.

Der zweite Bereich, wo es mir unterkam, war die durch die polnische Gesetzgebung angestoßene Abtreibungsdebatte (ging da dann um ein Abtreibungsrecht bis zu Geburt.. auch wenn ich die derzeitige Fristenlösung unterstütze, da bin ich dann nicht mehr dabei). Eine Teilnehmerin schrieb:

Ich bleibe bei meinem Standpunkt, dass wir diese (sehr schwierige) Diskussion nicht führen würden, wenn auch Männer schwanger würden.


Wie kommt man auf die Idee, der Gesetzgeber würde eher männerspezifische als frauenspezifische Problemstellungen lösen? Gibt es dafür Fälle? Bin ich da nur unwissend? Kann ja sein.
Mir fällt da aber spontan nix ein.

10 Gedanken zu „Nur weil sie eine Frau ist

  1. Wenn ich mir die Gesetzgebungen der vergangenen Jahre anschaue, gab es da jede Menge Gesetze, die Frauen besser gestellt haben und Männer haben hinten runter fallen lassen. (Frauenquote, Beschneidung, Sexualstrafrecht, Ausbau von Kitas etc.). Da zu behaupten, der Gesetzgeber interessiere sich nur für Bedürfnisse von Männern, ist geradezu absurd.

    Ich bleibe bei meinem Standpunkt, dass wir diese (sehr schwierige) Diskussion nicht führen würden, wenn auch Männer schwanger würden, weil Abtreibung dann, […] weil Abtreibung dann ohne jede Diskussion legal wäre.

    Woher will sie denn wissen, dass die Rollen dann nicht genau umgekehrt wären? Es könnte dann schließlich so sein, dass die Frauen den Männern reinreden wollten und ihnen das Abtreiben gerne verbieten möchten. Insofern hätte man die Diskussion vielleicht genauso, nur mit anderem Vorzeichen.

    Eine Schwangerschaft ist eben nicht nur Sache der Frau alleine, es gibt da auch einen „Erzeuger“, der da mit drin hängt, ob so oder so, und die Frage der Austragung beeinflusst auch sein Leben evtl. nachhaltig. Und nicht zuletzt gibt es da auch ein Kind, das Rechte hat. Das Märchen, dass sich Männer bei einer Schwangerschaft einfach so vom Acker machen und sich jeglicher Verantwortung entziehen könnten, und alles an der Frau hängen bleibt, stimmt ja so auch schon lange nicht mehr. Dazu müsste man schon wie Leutnant Dino auswandern, ansonsten hat man den Staat in Sachen Unterhalt am Hacken.

    Der Vorschlag, Männer sollten sich aus der Entscheidung raus halten, wenn es um Frauendinge geht, halte ich auch für ziemlich verlogen. Wo waren die Feministinnen, die zur Beschneidungsdebatte verlangt haben, die weiblichen Abgeordneten des Bundestages sollten sich gefälligst der Stimme enthalten, weil es sie ja nichts anginge?

  2. Das ist doch komplett lächerlich und die wichtigsten Argumente sind schon gefallen. Das herrschende Patriarchat hat es nicht geschafft, Beschneidungen zu stoppen. Ganz im Gegenteil. Jedenfalls wenn es um Jungs geht.

    Väter sind komplett rechtlose Zahlesel. Was macht das Patriarchat? Anstatt Unterhaltszahlungen auf die zu begrenzen, die die Möglichkeit angeboten bekommen haben ihre Vaterschaft auch tatsächlich zu leben und sie ausgeschlagen haben, bekommen wir eine unseelige Kuckucksvaterdiskussion aus der die Betrügerin weiterhin komplett schadlos gehalten wird.

    Die geringere Lebenserwartung von Männern ist sicherlich ein strukturelles Problem, aber die Schweizer erhöhen mal eben die Renten von Frauen wegen des vorgeblichen Gender Pay Gaps.

    Sexismus ist, wenn junge Frauen leistungslos als sog. Quereinsteigerinnen wegen Vaginabesitz auf einen sicheren Listenplatz kommen, aber es kommt ein Aufschrei wenn sie nicht von Brad Pitt „Süße Maus“ genannt wird. Über vorgebliche Homosexualität und die eigene Wirkung auf Männer zu schwadronieren ist anscheinend auch kein Sexismus.

    uswusf…

  3. zum ersten: ich glaube deine einschaetzung das mr sanders gewonnen haette ist falsch – nicht wegen dem thema das hillary auf stimmenfang mit ihrem geschlecht war, sondern schlicht weil bernie zu links fuer das aktuelle amerika ist.

    was die Abtreibungsdebatte angeht: bis zur Geburt finde ich irgendwie krass.

  4. Völlig absurd was die da schreibt.

    „Entscheidungen die sie als Mann recht wenig betreffen.“

    Jo, es ist ja nur das Kind der Mutter…

    „Im Falle einer Abtreibungsdebatte müssten sie (also die Männer) weder das Kind austragen noch sich darum kümmern.“

    Die hat wohl noch nie etwas von Unterhalt gehört, den man auch bezahlen muss wenn man das Kind gar nicht wollte und dem Sex nur zugestimmt hat, weil man davon ausging, das daraus nun kein Kind entsteht.

    Aber wie du schreibst: „Wer Sex hat ist selber Schuld“. Bloß gilt das ja anscheinend, wie man hier sieht, nicht für Frauen…

    • Ah, ich glaube ich weiß:

      Wenn sie Politikerin sieht, sieht sie diese immer etwas nur für Frauen machen und da die meisten Politker noch Männer sind, denkt sie das diese auch nur etwas für Männer machen.

  5. Schwierige Diskussion sind meist deshalb schwierig, weil die Beteiligten aus allerlei Gründen emotional involviert sind. Und weil sie das sind, wird von kaum jemanden diffenrenziert diskutiert.
    Eine völlig absurde Hypothese (… wenn Männer schwanger würden, dannn .. ), auf deren Grundlage dann wild spekuliert wird, ist so ziemlich das letzte, das die Diskussion weiterbringt.

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